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Gebührenstreit mit Musiklabels: Lokalradios greifen zur Selbsthilfe

(Keystone-SDA) Die kleinen Lokalradios bieten den grossen Musiklabel die Stirn. Um die hohen Gebühren von Universal, Warner, EMI und Sony zu umgehen, bauen sie ein Internet-Plattform auf, auf der Musiker, Plattenlabel und Vertriebe ihre Musik direkt hochladen können.

Seit einem Jahr stellen die vier Branchengiganten den Radios ihre Produkte nicht mehr gratis zur Verfügung, sondern nur noch auf einem kostenpflichtigen Download-Portal. Die Gebühren von etwa 4000 Franken jährlich sprengen vor allem bei den nicht-kommerzorientierten Lokalradios das Budget.

Nachdem die im Verein Unikom zusammengeschlossenen 18 Schweizer Lokalradios sich letztes Jahr geweigert hatten, das teure Music Promotion Network MPN zu nutzen, wurden sie von den vier Majors nicht mehr beliefert – weder mit Musik noch mit Informationen; auch Interviews mit Künstlern der jeweiligen Firmen wurden verweigert.

Um weiterhin gratis zu der Musik zu kommen – für die sie ja eigentlich Reklame machen – bauen Unikom-Radios die bereits existierende, usergenerierte Plattform Openbroadcast.ch «zu einer offenen und neutralen Drehscheibe» aus, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst.

Musiker, Plattenlabel und Vertriebe können ab sofort 18 Radiosender gratis Online mit ihrem Sound beliefern. Der Deal ist auch für sie interessant, zumal die Grosslabels für den Upload auf ihre eigene Plattform MPN laut Unikom von Musikern 100 Franken pro Song verlangen.

Die 18 Lokalsender haben zusammen etwa eine halbe Million Zuhörer.

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