Grosses Polizeiaufgebot am Marsch fürs Läbe in Zürich-Oerlikon
Über 1000 Abtreibungsgegnerinnen und Abtreibungsgegner haben am Samstagnachmittag in Zürich-Oerlikon am Marsch fürs Läbe teilgenommen. Vermummte auf Velos störten den bewilligten Umzug. Die Polizei war mit einem grossen Aufgebot vor Ort.
(Keystone-SDA) Der Marktplatz in Zürich-Oerlikon war als Besammlungsort des diesjährigen Marsch fürs Läbe, der unter dem Motto «Together for Life!» stand, mit Sichtschutz abgegittert. Unter anderem der Freiburger SVP-Nationalrat Nicolas Kolly hielt eine Rede.
Die «Pro Life»-Kundgegung durch Oerlikon war wiederum – wegen angekündigter Gegendemonstrationen von linken Gruppierungen – von einem grossen Polizeiaufgebot begleitet, wie eine Reporterin von Keystone-SDA beobachtete. Auch zwei Wasserwerfer standen bereit. Im Umfeld der Veranstaltung kontrollierte die Polizei mehrere Personen.
Rund 200 vermummte Gegendemonstranten auf Velos verzögerten den Start des bewilligten Marsches. Sie blockierten die Route, stellten umgekippte Container auf die Strasse und zündeten Böller. Nachdem die Polizei sie mehrfach vergeblich aufgefordert hatte, die Strasse freizugeben, setzte sie Wasserwerfer ein. Die Gegendemonstranten tauchten danach immer wieder an anderen Stellen entlang der Route auf.
Ausserdem wurden Flaschen gegen die Einsatzkräfte geworfen, wie die Stadtpolizei Zürich am Samstagabend mitteilte. Gegen die Personen, die Flaschen warfen, setzte die Polizei Gummischrot ein. Zudem nahm sie laut dem Communiqué zwei Personen wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte vorläufig fest und brachte sie für weitere Abklärungen in eine Polizeiwache.
Streit um Austragunsstandort
Der religiös geprägte Marsch fürs Läbe findet seit 2010 statt, immer am Samstag vor dem Buss- und Bettag. Seit 2021 führen Teilnehmende aus dem christlich-konservativen Milieu den Anlass in Zürich-Oerlikon durch. Dort kam es auch in der Vergangenheit wiederholt zu unbewilligten Gegendemonstrationen.
Die Organisatoren kritisierten den Entscheid der Stadt Zürich, die Veranstaltung zum sechsten Mal in Folge nicht in der Innenstadt zuzulassen, wie sie auf ihrer Internetseite schreiben. Sie sehen darin eine «unverhältnismässige Einschränkung» der Versammlungs- und Meinungsfreiheit. Die Abtreibungsgegner wehren sich auf dem Rechtsweg gegen die Verbannung aus der Innenstadt.