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Kanton stellt Schloss Trachselwald unter Denkmalschutz

Keystone-SDA

Der Berner Regierungsrat hat das Schloss Trachselwald unter kantonalen Denkmalschutz gestellt. Dies sei eine der Voraussetzungen für den Verkauf des historischen Gebäudes, schreibt er in einer Mitteilung vom Donnerstag.

(Keystone-SDA) Die denkmalpflegerische Unterschutzstellung diene einerseits der längerfristigen Erhaltung und Nutzbarkeit von Baudenkmälern, wie das Amt für Grundstücke und Gebäude des Kantons Bern am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA schrieb. Andererseits diene der Schritt auch der Sicherung der Zweckbestimmung von finanziellen Beiträgen gemäss Denkmalpflegegesetz und Denkmalpflegeverordnung.

Die Unterschutzstellung des Schlosses im Hinblick auf die geplante Veräusserung liege daher im öffentlichen Interesse und sei Grundlage für eine künftige Eigentümerschaft, finanzielle Unterstützung für beitragsberechtigte Massnahmen zu beantragen.

Eine Unterschutzstellung habe ausserdem zur Folge, dass Zweckänderungen der Nutzung im Sinne des Raumplanungsgesetzes möglich werden.

Bezirksreform löst Schlossverkäufe aus

Mit der Bezirksreform von 2010 besass der Kanton Bern auf einen Schlag 14 Schlösser und Amtshäuser, die er nicht mehr benötigte. Für die Liegenschaften suchte er neue Nutzungen und Käufer.

Zahlreiche Areale gingen seither in neue Hände über. Dabei legte der Kanton Wert auf seriöse Weiternutzungen im öffentlichen Interesse, die den Erhalt der wertvollen Kulturgüter sichern.

Nicht selten gingen die Objekte an Stiftungen über, etwa das über 800 Jahre alte Zähringerschloss Burgdorf, in dem sich heute ein Museum, eine Jugendherberge und ein Restaurant befinden.

Das Schloss Trachselwald gehört bis heute dem Kanton. Seit dem Auszug der Verwaltung wird das nicht behindertengerecht ausgebaute Areal für Veranstaltungen genutzt. Der Kanton Bern möchte es verkaufen, doch der Markt für solche Liegenschaften ist nicht sehr gross. Der Er- und Unterhalt der historischen Anlagen ist auch kein Pappenstiel.

Der laufende Betrieb des Schlosses kostet den Kanton in etwa 100’000 Franken pro Jahr. Für zyklische Erneuerungen sei mit Mehrkosten zu rechnen, heisst es dort.

Das Schloss soll öffentlich ausgeschrieben werden. Ein konkretes Nutzungskonzept wird vom Kanton nicht vorgegeben. Es ist vielmehr von den Kaufinteressenten im Rahmen des Veräusserungsverfahrens vorzulegen.

Auch bei einem Verkauf sollen Teile der Anlage öffentlich bleiben. Die öffentlich zugänglichen Bereiche werden im Falle einer Veräusserung gemeinsam mit der Denkmalpflege zu bestimmen sein, schreibt das Amt für Grundstücke und Gebäude weiter.

Schloss diente als Landvogtei

Die ältesten Teile des markanten Schlosses auf einem Hügel hoch über der gleichnamigen Gemeinde stammen aus dem 12. Jahrhundert. Die Anlage wurde 1408 von der Republik Bern angekauft. Sie diente bis 1798 als Sitz der Landvogtei. Bis Ende 2009 beheimatete das Schloss das Regierungsstatthalteramt des ehemaligen Amtsbezirks Trachselwald.

Im Bauinventar der Gemeinde ist das Schlossensemble als schützenswertes Baudenkmal eingestuft, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Teile davon standen bereits seit 1911 unter Denkmalschutz.

Vielen ist das Schloss noch im Zusammenhang mit der 1988 vielbeachteten Freilichtaufführung «Die Schwarze Spinne» ein Begriff. Die Novelle von Jeremias Gotthelf ist eng mit der Region rund um Trachselwald verbunden.

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