KI steigert Produktivität und verändert den Zürcher Arbeitsmarkt
Künstliche Intelligenz hat den Zürcher Arbeitsmarkt bereits spürbar erfasst. Sie verspricht einen Produktivitätsschub, gefährdet aber Jobs in manchen Bereichen.
(Keystone-SDA) Dank Künstlicher Intelligenz (KI) könnte die Arbeitsproduktivität im Kanton in den kommenden zehn Jahren jährlich um zusätzlich 1,1 Prozent wachsen. Würde dieses Potenzial ausgeschöpft, entspräche dies einer Verdoppelung des Produktivitätswachstums der letzten Jahre, wie die Zürcher Volkswirtschaftsdirektion am Dienstag mitteilte.
Wissensintensive Branchen wie die Informations- und Kommunikationstechnologie oder der Finanzsektor weisen dabei gemäss dem aktuellen «Wirtschaftsmonitoring» ein besonders hohes Potenzial auf.
Zugleich zeigen sich bereits Auswirkungen bei den Stellensuchenden In Berufen, die KI stark ausgesetzt sind, stieg die Zahl der Stellensuchenden zwischen Oktober 2022 und Juni 2026 um 118 Prozent an. Zum Vergleich: In wenig exponierten Berufen betrug die Zunahme im selben Zeitraum lediglich 13 Prozent.
Betroffen von diesem starken Anstieg waren vor allem Softwareentwickler, allgemeine Bürokräfte sowie Fachkräfte aus der Werbung und dem Marketing. Ob die Technologie jedoch die einzige Ursache für diese Entwicklung ist, bleibt laut der Untersuchung offen.
Rasche Verbreitung in Zürcher Firmen
Trotz dieser Verschiebungen ist die Gesamtbeschäftigung im Kanton Zürich weiter gestiegen. KI ersetzt nicht nur bestehende Aufgaben, sondern kann Arbeitskräfte auch gezielt unterstützen. So wuchs die Beschäftigung seit 2022 gerade bei Führungsfunktionen oder Fachspezialisten wie Architekten überdurchschnittlich, da die Technologie dort ergänzend und produktivitätssteigernd wirkt.
Die Untersuchung zeigt auch, wie schnell die Zürcher Wirtschaft die neuen digitalen Instrumente adaptiert. Mittlerweile setzt fast die Hälfte der befragten Unternehmen generative KI systematisch ein. Noch vor zwei Jahren betrug dieser Anteil lediglich 27 Prozent.
Während Grossunternehmen mit einer Nutzungsquote von 83 Prozent als Vorreiter agieren, fällt die Verbreitung bei kleineren und mittleren Betrieben (KMU) spürbar geringer aus. Mit gezielten Innovationsförderungsprogrammen will der Kanton die KMU nun beim Austausch und KI-Einsatz unterstützen.