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Kurt Marti – Ein Mundart-Magier wird 80

Kurt Marti im Januar 2001 bei sich zu Hause. Keystone

Kurt Marti, einer der bekanntesten Mundartdichter der Schweiz, feiert seinen 80. Geburtstag. Marti schuf mit seinen räsonierenden Betrachtungen über Gott und die Welt einige der schönsten Gedichte in Berndeutsch.

Allen hat er nie gefallen, der Kurt Marti, der Mann, der bis heute seine kritische Feder in der Schweizerischen Literaturlandschaft führt. Sein Engagement für eine bessere, eine gerechtere Welt konnten und wollten nicht alle goutieren.

Wer Zeilen wie: «flüchtlinge / sah ich / nicht / ein boot / das voll war / sah ich nicht», zur Vergangenheitsbewältigung der Schweiz schrieb, wurde in eben jener Schweiz nicht unbedingt geliebt.

Auch seine wiederkehrende Kritik an der Atomkraft, am Auto-Mobil, an der Hochfinanz diente nicht dazu, sich nur Bewunderer zu schaffen. Marti ist seit den Anfängen seines literarischen Schaffens ein genauer, aufmerksamer, jedoch nie ideologischer Schreiber und Beschreiber seiner Zeitgeschichte. Ein Teil der Schweizergeschichte, notabene.

Mundart-Lyrik ganz neu

Am 31. Januar 1921 wird Kurt Marti in Bern geboren. In Bern besucht er das Freie Gymnasium und studiert nach der Matura zuerst Rechtswissenschaft in Bern und Basel, später dann Theologie. 1949 tritt er seine erste Pfarrstelle in Leimiswil an. Von 1961 bis 1983 leitet er das Pfarramt an der Nydegg-Kirche in der Stadt Bern.

Ende der fünfziger Jahre publiziert er unter dem Titel «Boulevard Bikini» seinen ersten Gedichtband. 1967 erscheinen mit «Rosa Loui» Berndeutsche Mundartgedichte, die Massstäbe setzen. Wunderbar zärtlich, versponnen und wild schafft es Marti diesen Berndeutschen Zeilen ein Leben einzuhauchen, das jenseits jeder verklärenden «Alpenglühnprosa» liegt.

Es folgen weitere Gedichtbände, Kurzprosa, tagebuchartige Werke, ein Roman und immer wieder Lyrik. Kurt Marti reift zu einem Meister der kleinen Form, zu einem Lyriker und Schriftsteller von Rang, ob in Mundart oder Hochsprache.

Zu seinem 80. Geburtstag werden die lange vergriffenen «Leichenreden» neu aufgelegt.

Herzlichen Glückwunsch Kurt Marti.

Brigitta Javurek

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