Kulturgüter-Kommission ist ab sofort bereit für Gesuche
Ab sofort kann in strittigen Fällen zu Kulturgütern ein Gesuch bei der Kommission für historisch belastetes Kulturerbe eingereicht werden. Dazu informierten Kommissionspräsidentin Simonetta Sommaruga und Vizepräsident Felix Uhlmann am Mittwoch in Bern die Medien.
(Keystone-SDA) Die Kommission hat nun die Verfahrensvorschriften für die Behandlung solcher Einzelfälle verabschiedet, auf die der Rechtswissenschaftler Uhlmann an der Konferenz einging.
So nehme sie eine vermittelnde Rolle zwischen den Parteien ein, wenn Chancen auf einvernehmliche Einigung bestehen. Wenn nicht, wird ein Verfahren eingeleitet, bei dem am Ende eine nicht bindende Empfehlung abgegeben wird. Dies betrifft Objekte aus dem nationalsozialistischen und dem kolonialen Kontext.
Das Gremium hat im September Bundesinstitutionen zu ihrem Umgang mit potenziell belasteten Kulturgütern angehört. Sie wolle auch den Dialog mit Museen ausserhalb des Bundes suchen. Eine Priorität sei eine Bestandsaufnahme von menschlichen Überresten in Schweizer Sammlungen, die in einem Unrechtskontext dorthin gelangten.