Letzte Produktion des Berner Gurten-Theaters mit Livia Anne Richard
Ein Generationenhaus, Nähe, Distanz, Humor und Nachdenklichkeit: mit einem Stück, so vielfältig wie das Leben, setzt das Berner Theater Gurten mit seiner langjährigen Autorin und Regisseurin Livia Anne Richard diesen Sommer einen Schlusspunkt hinter seine Arbeit.
(Keystone-SDA) Seit 2002 steht des Theater Gurten für eigenständige Freilichtinszenierungen, in denen Richard gesellschaftsrelevante und aktuelle Themen aufgreift. Von der Absurdität von Einbürgerungsverfahren, über Leistungsdruck, Partnersuche bis hin zum Mit- und Gegeneinander im Mikrokosmos Schrebergarten reicht die Palette. Auch Berner Originale wie Dällebach Kari oder der Physiker Albert Einstein wurden in Theaterproduktionen zum Leben erweckt.
Mit der nun letzten Produktion «So viu Läbe» schliesst sich der künstlerischer Kreis, und das Theater Gurten setzt «einen bewussten Schlusspunkt hinter seine langjährige Arbeit», wie die Verantwortlichen in einer Mitteilung vom Montag schreiben.
Die Premiere findet am 24. Juni 2026 statt. Insgesamt sind 32 Vorstellungen bis Ende August geplant. Gespielt wird unter freiem Himmel auf der speziell für die Produktion errichteten Bühne auf dem Gurten.
Eigenständige Form entwickelt
Das Theater Gurten wurde 2002 gegründet. Im Zweijahresrhythmus entstanden auf dem Berner Hausberg insgesamt 12 Freilichtproduktionen, darunter zunehmend Uraufführungen aus der Feder von Livia Anne Richard. Über die Jahre entwickelte sich so eine sehr eigenständige Form des Freilichttheaters. Mehr als 200’000 Zuschauende haben in den vergangenen 24 Jahren eine Aufführung besucht.
Ein zentrales Merkmal des Theater Gurten ist die Zusammenarbeit zwischen professionellen Theaterschaffenden und engagierten Laiendarstellenden aus der Region. Dieses Modell verbindet professionelle künstlerische Arbeit mit lokaler kultureller Teilhabe und schafft eine besondere Nähe zwischen Bühne und Publikum. Auch hat Richard immer wieder mit Musikern zusammengearbeitet, etwa mit Christian Brantschen von Patent Ochsner, Hank Shizzoe, Christine Lauterburg oder Elia Gasser.