Mehr Gewaltstraftaten im Kanton Basel-Landschaft
Die Zahl der Gewaltstraftaten ist im Kanton Basel-Landschaft letztes Jahr angestiegen. Bei den Straftaten im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt kam es gar zu einem Anstieg von 42 Prozent. Dies geht aus der am Montag veröffentlichen Kriminal- und Verkehrsunfallstatistik 2025 hervor.
(Keystone-SDA) Die Polizei hat im Jahr 2025 im Kanton Baselland insgesamt 17’378 Straftaten erfasst. Im Vorjahr waren es 16’889. Davon entfallen 16’034 (92,2 Prozent) auf Straftaten nach dem Schweizerischem Strafgesetzbuch (StGB), was einer Zunahme von 2 Prozent entspricht.
Dabei kam es zu einer Zunahme von 6 Prozent bei den Gewaltstraftaten. Die Zahl stieg gemäss Kriminalstatistik von 985 auf 1047. Die schweren Gewaltstraftaten machten 2025 insgesamt 6 Prozent (Vorjahr 5,8 Prozent) von allen Gewaltstraftaten aus. Dabei handelt es sich um 8 (4) Tötungsdelikte, davon 2 vollendet und 6 versuchte, wie es in der Statistik der zur Anzeige gebrachten Kriminalität heisst.
772 Polizei-Einsätze wegen häuslicher Gewalt
Die Zahl der schweren Körperverletzungen blieb mit 26 gleich, diejenige der Vergewaltigungen stieg von 22 auf 27. Es gab 250 Straftaten gegen die sexuelle Integrität, was eine Zunahme um 30 Prozent bedeutet. Davon machen Pornografie mit 46,8 Prozent und sexuelle Belästigung mit 14,4 Prozent den grössten Anteil aus.
Straftaten im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt stiegen um 42 Prozent von 380 auf 540. Insgesamt rückte die Polizei 772 Mal wegen häuslicher Gewalt aus. Am häufigsten kam es in aktuellen Partnerschaften (42,6 Prozent) zu solchen Straftaten, gefolgt von ehemaligen Partnerschaften (29 Prozent), Eltern-Kind-Beziehungen (17,1 Prozent) und anderen Verwandtschaftsbeziehungen (11,3 Prozent). Im Jahr 2025 wurden ein vollendetes und drei versuchte Tötungsdelikte im Rahmen von häuslicher Gewalt verübt, wie es in der Statistik heisst.
Weniger Einbrüche, mehr Cyberkriminalität
Die Zahl der Cyberdelikte lag bei 1842. Dies entspricht einer Zunahme um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Mehrheit dieser Straftagen liegt im Bereich der Vermögensdelinquenz. Insgesamt blieben die registrierten Vermögensstraftagen auf Vorjahresniveau. Abgenommen hat die Zahl der Einbruchdiebstähle (-2 Prozent) und Einschleichdiebstähle (-18 Prozent).
Die polizeiliche Aufklärungsrate bei den Straftatbeständen des StGB liegt bei insgesamt 31,6. Dies bedeutet eine leichte Abnahme gegenüber dem Vorjahr mit 32,6 Prozent.
Mehr Verletzte im Strassenverkehr
Die Behörden registrierten letztes Jahr insgesamt 1084 Verkehrsunfälle. Nach einem Rückgang in den letzten sechs Jahren kam es somit wieder zu einer Zunahme von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei verunfallten 592 Personen (+15 Prozent). Diese Zunahme fand vor allem bei den Leichtverletzten statt. Die Zahl der Schwerverletzten nahm um 12 auf 58 Personen ab. Sieben Menschen wurden bei Verkehrsunfällen getötet – einer mehr als im Vorjahr.
Letztes Jahr verunfallten 304 Zweiräder. Das sind 26 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zunahme ist auf vermehrte Unfälle bei Velos (+81 Prozent), langsamen E-Bikes (+15 Prozent) und Trendfahrzeugen (+57 Prozent), wie es weiter in der Statistik heisst.