Migros erhöht Lohnsumme um 1,25 bis 1,75% (AF)
Zürich (awp/sda) – Der Grossverteiler Migros gibt im kommenden Jahr 1,25 bis 1,75% mehr für Löhne aus. Verteilt wird die Erhöhung individuell auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zusätzlich erhalten alle Angestellten eine einmalige Prämie von 750 Franken.
Auf diese Erhöhung hat sich Migros mit den Sozialpartnern geeinigt, wie der Grossverteiler in einer Mitteilung vom Mittwoch schreibt. Demnach steigt die Lohnsumme um 100 Mio CHF auf rund 4 Mrd CHF. Es lasse sich noch nicht sagen, ob die Erhöhung am oberen oder unteren Ende des Bandes zu liegen komme, sagte Migros-Sprecher Urs Peter Naef auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.
Die Vereinbarung gilt laut Naef für rund 60’000 Angestellte in der Migros-Gruppe. Die einzelnen Migros-Unternehmen verhandeln zu den genauen Erhöhungen mit den jeweiligen Personalkommissionen. Auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird die Erhöhung je nach Funktion und Leistung verteilt.
Migros beziffert die Kaufkraftsteigerung des Pakets mit Lohnsummenerhöhung und Einmal-Prämie auf über 2,5%. Mit der Prämie und bei der aus Migros-Sicht massgebenden September-Teuerungsrate von 0,3% steigen die Gesamtbezüge bei Migros für 2011 damit um rund 2,8%.
Nach dieser Rechnung befindet sich Migros in der Nähe der Konkurrentin Coop, die ihren Angestellten im kommenden Jahr durchschnittlich 2,8% mehr Lohn bezahlen wird. Für rund 40’000 Angestellte erhöht Coop die Lohnsumme um 50 Mio CHF, wie der Grossverteiler Ende September bekannt gab.
Die tiefsten Lohnsegmente sollen bei Coop besonders gut wegkommen. Vereinbarungen zur Verteilung auf die Lohnsegmente gebe es bei Migros nicht, sagte Naef. Migros sehe bei sich keinen Nachholbedarf bei den Mindest- und tieferen Löhnen.
Zufrieden über das Ergebnis zeigt sich KV Schweiz. Die Reallöhne würden erhöht und mit der Prämie werde auch der sehr gute Geschäftsgang berücksichtigt, hielt der Personalverband fest. Die für alle gleiche Prämie diene zudem dem sozialen Ausgleich, da tiefere Einkommen überproportional profitierten.
Ganz anders tönt es bei der Gewerkschaft Unia, die im Gegensatz zu KV Schweiz nicht an den Verhandlungen mit Migros beteiligt war. Sie wertet den Abschluss als ungenügend. Sie kritisiert, dass Migros wiederum nur individuelle Lohnerhöhungen vorsieht. Die Angestellten seien so vom Willen ihrer Vorgesetzten abhängig und die zugesicherte Lohnerhöhung sei auch nicht überprüfbar. Die Prämie von immerhin 750 CHF bezeichnet Unia als «Trostpflaster».
dm