Prozess um Mord an Ägypterin in Dresden – Tatmotiv Fremdenhass
(Keystone-SDA) Dresden – Massive Sicherheitsmassnahmen haben das Dresdner Landgericht zum Auftakt des Prozesses um den gewaltsamen Tod der Ägypterin Marwa al-Sherbini zur Festung gemacht. Die Umgebung des Gebäudes ist weiträumig abgesperrt.
Zuschauer, Verfahrensbeteiligte und die 44 akkreditierten Journalisten aus dem In- und Ausland wurden streng kontrolliert, alle Sachen inklusive Schuhe wie am Flughafen durchleuchtet. Auch im Gerichtsgebäude bezogen am Morgen Scharfschützen Posten.
Der 29-jährige Angeklagte, der aus Perm in Russland stammt und einen deutschen Pass hat, muss sich wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung vor dem Geschworenengericht verantworten.
Ihm wird vorgeworfen, die im dritten Monat schwangere Frau erstochen und ihren Ehemann am 1. Juli im Landgericht lebensgefährlich verletzt zu haben. Motiv soll Ausländerhass gewesen sein.
Die Tat geschah im Sommer vor den Augen des dreijährigen Sohnes der Familie und löste weltweit Entsetzen aus. In der arabischen Welt wurde auch der Ruf nach Vergeltung laut, im Vorfeld des Prozesses gab es einen Mordaufruf gegen den Angeklagten.