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Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer

Es gibt noch News ausserhalb der eng gewordenen Corona-Welt – sogar positive! Ich nehme Sie heute ausserdem mit auf eine Zeitreise.

Ganz herzliche Grüsse aus Bern, und bleiben Sie gesund!

SBB
sda-ats

Zuerst aber trotzdem zum derzeit alles bestimmenden Thema. Heute kam es im öffentlichen Verkehr zum grössten Fahrplanwechsel aller Zeiten. Der Grund: Das Coronavirus.

Bis zu 80 Prozent weniger Menschen fahren wegen des teilweisen Lockdowns der Schweiz gegenwärtig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Deshalb haben die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) bereits vor einigen Tagen entschieden, das Angebot auszudünnen. Heute nun war der erste Tag mit reduzierten Fahrten.

Es werde wegen den grossen Fahrplanänderungen an der einen oder anderen Stelle holpern, sagte SBB-Chef Andreas Meyer an der Pressekonferenz der Bundesbehörden. Es sei eine riesige Aktion für Tausende von Mitarbeitenden im öffentlichen Verkehr. Ob später weiter reduziert werden müsse, hänge von Personalengpässen ab, so Meyer.

An der heutigen Pressekonferenz der Bundesbehörden nahm auch Daniel Koch teil. Er ist Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) und unterdessen wohl die gefragteste Person des Landes. Die Situation werde laufend dramatischer, sagte er. Im Tessin werde nun darum gekämpft, genügend Intensiv-Bettenstationen zu haben, sagte Koch.

Keystone / Marcel Bieri

Sie stehen an vorderster Front, in Kontakt mit vielen Menschen: Die Gewerkschaften fordern nun mehr Schutz für die Angestellten in Lebensmittelgeschäften.

Und nicht nur für Detailhandels-Angestellte, sondern auch für Menschen in der Produktion und auf Baustellen sollen die Bedingungen verbessert werden. Sollten Betriebe den offiziellen Verfügungen nicht nachkommen können, «muss die Arbeit eingestellt werden», fordert die Gewerkschaft Unia.

Noch immer müssten Hunderttausende auf Baustellen, in der Industrie und sogar in Büros nebeneinander arbeiten. Was nütze es da, etwa den Zugang zu öffentlichen Parks zu verbieten, fragen Gewerkschafter in einem Appell an den Bundesrat. Sie fordern, alle Produktions- und Dienstleistungsaktivitäten einzustellen, die nicht sozial notwendig und dringend sind, wie mein Kollege Daniele Mariani in seinem Artikel schreibt.

Anscheinend wurden die Appelle zum Teil schon erhört. So wurde heute gemeldet, dass die Detailhändler die Anzahl der Kunden pro Laden beschränken wollen. Auf zehn Quadratmetern darf sich nur noch ein Kunde oder eine Kundin aufhalten.

Typhus Zermatt 1963
26. März 1963 am Bahnhof Sion: Sanitätstruppen verlegen einen Typhuspatienten, der mit dem Zug aus Zermatt angekommen war, in den Krankenwagen. Keystone / Str

Wie versprochen gehen wir nun zusammen auf eine Zeitreise. Wir schreiben das Jahr 1963. Location: Zermatt. Die Täterin: Typhus.

Es war ebenfalls im März. 1963 legte eine bakterielle Erkrankung den Walliser Nobelskiort Zermatt lahm. Zwei Fälle von Typhus wurden entdeckt. Nach einer Woche waren bereits drei Menschen tot, wie unser Mitarbeiter Olivier Grivat berichtet.

Dann ordneten die Behörden die Schliessung aller Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen an. Zermatt wurde zum Geisterdorf. Doch dank der zwangsverordneten Quarantäne konnte die Ausbreitung der Krankheit im Zaum gehalten werden.

Am Ende hatten sich 437 Personen infiziert, doch Todesfälle waren glücklicherweise keine mehr zu vermelden. Der Grund für die Verseuchung wurde ebenfalls gefunden: Bergleute, die über einer Trinkwasserquelle arbeiteten, hatten das Trinkwasser verschmutzt.

sda-ats

Endlich gibt es auch wieder mal etwas Positives zu berichten. Und das sogar ausserhalb der Corona-Bubble: positive Entwicklungen im Kampf gegen Rassismus.

Ein Beratungsnetz für Rassismusopfer. Eine «beeindruckende und nützliche Datenbank» zu rassistischen Hassreden und Delikten. Kantonale Integrationsprogramme. Eine Integrationsagenda. Und eine Arbeitsgruppe «zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für eine nomadische Lebensweise und Förderung der Kultur der Jenischen, Sinti/Manouches und Roma in der Schweiz».

All diese Projekte begrüsst der Europarat in seinem heute publizierten Rassismus-Länderbericht als positive Entwicklungen in der Schweiz, wenn es um die Bekämpfung von Rassismus geht. Ungeachtet der erzielten Fortschritte gebe es allerdings einige Themen, die noch Anlass zur Sorge geben würden, so der Bericht.

Es gebe unter anderem «immer noch kein allgemeines Antidiskriminierungsgesetz», bemängelt der Europarat. Zudem sei keine staatliche Unterstützung für LGBTIQ-Opfer vorgesehen. Und ein «grosses Problem» sei das Fehlen von Halteplätzen für Fahrende. Womit wir schliesslich doch wieder beim Coronavirus angelangt sind. Denn das Virus erschwert deren Situation zusätzlich, wie Der Bund heute berichtet.

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