Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Ein einig Volk von Vegetarier:innen? Die Schweiz soll für das Klima komplett auf Fleisch verzichten, fordert ein Zürcher Forschungsinstitut. Dessen Geldgeberin ist eine der grössten Akteurinnen im Schweizer Fleischmarkt – die Migros.
Beste Grüsse
Dem Klima zuliebe soll bis 2050 Fleisch von Schweizer Tellern verschwinden, fordert ein Zürcher Forschungsinstitut.
«Unseren heutigen Fleischkonsum können wir uns nicht mehr leisten, wenn wir unsere Klimaziele erreichen wollen«, schreibt das renommierte Gottlieb-Duttweiler-Institut (GDI) aus Rüschlikon bei Zürich in einem neuen Bericht.
Die logische Folgerung: Die Schweiz soll gemäss GDI bis 2050 fleischfrei sein. Finanziert wird das GDI weitgehend von der Migros, eines der grössten Detailhandelsunternehmen der Schweiz. In deren wöchentlichen Aktionen steht günstiges Fleisch jeweils an erster Stelle.
Trotzdem nimmt man es beim orangen Riesen gelassen: Während der Fleischverbrauch in der Schweiz langsam aber stetig zurück geht, wächst die Nachfrage nach Ersatzprodukten.
- Der Tagesanzeiger berichtet hierExterner Link. (Paywall)
- HierExterner Link geht es zur Publikation des GDI.
- Aus unserem Archiv: Das Poulet steht für ein globales Dilemma
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Die Schweizerische Nationalbank wischt gut dokumentierte Sexismusvorwürfe als «schlichtweg unzutreffend» beiseite.
Im September 2020 berichtete swissinfo.ch als erstes Medium über die auffällige Übervertretung von Männer bei der Schweizerischen Nationalbank. Kurz darauf dokumentierte das «Republik Magazin» mehrere Fälle von, Diskriminierung und Mobbing bei der Zentralbank.
An ihrer Generalversammlung kündigte die Nationalbank-Spitze nun an, ihre Anstellungs- und Beförderungsprozesse zu verbessern. Fehler will sie aber keine erkennen. Die Vorwürfe seien «schlichtweg unzutreffend», sagt Barbara Janom Steiner, Präsidentin des Aufsichtsgremiums der Nationalbank.
Agota Lavoyer, Expertin für sexualisierte Gewalt, schätzt die Aussage im neuen Geldcast unseres Geldexperten Fabio Canetg ein: Das sei wie ein Schlag ins Gesicht der betroffenen Personen. «Die SNB wirft den Betroffenen vor, sie hätten gelogen.»
- Zur neuen Geldcast-Episode gelangen Sie hier.
- Hier berichtete swissinfo.ch über die Männer-Übervertretung bei der SNB, den Republik-Artikel finden Sie hierExterner Link.
Unsere Reise durch die wichtigsten Stationen der Geschichte der Schweizer Demokratie geht weiter – und führt nach Lugano.
Das Tessin ist nicht nur die Sonnenstube der Schweiz, wo die Deutschschweizer:innen etwas mediterranes Feeling erleben können, ohne dafür ins Ausland reisen zu müssen: «Lugano ist der Ort, wo die Sonne für die repräsentative Demokratie aufgegangen ist«, sagt der Historiker und Politologe Claude Longchamp.
1830 führte der Kanton Tessin eine Verfassung mit Pressefreiheit und Gewaltenteilung ein. Damit war der Südkanton nicht nur ein Vorreiter in der Schweiz – innert einem Jahr übernahmen elf Kantone ein ähnliches System – sondern auch in Europa: Drei Wochen später fand die zweite französische Revolution statt und das Grossbürgertum übernahm die Führung im Königreich.
Einer der Treiber der Tessiner Revolution war der Lehrer Stefano Franscini. Belohnt wurde er 1848 mit einem Sitz im siebenköpfigen Bundesrat – und war damit der erste Bundesrat aus der italienischsprachigen Schweiz.
- Mehr dazu lernen Sie in unserem Video.
- Erste Station unseres Stadtwanderers Claude Longchamp war Aarau: Die Geburt der modernen Demokratie im Herzen Europas.
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Die Badi in Schlieren heizt mit Erdgas – eigentlich. Aus Solidarität mit der Ukraine verzichtet das Freibad in diesen Sommer auf warmes Wasser.
Erdgas ist der grosse Trumpf im Ärmel des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Der Westen hat sich über Jahre in eine massive Abhängigkeit begeben – dieses Druckmittel setzt Putin nun gezielt ein, seitdem er nach der Attacke auf die Ukraine sonst stark isoliert ist.
Der Stadtrat Schlierens hat nun angekündigt, dass die Badi Im Moos in der kommenden Badisaison komplett auf Gas verzichten wird. Statt der normalerweise vorherrschenden Temperatur von etwas über 20 Grad Celsius mass der Blick dieser Tage nur 17 Grad.
Dass Putin diesen Miniboykott kaum spüren wird, ist dem Stadtrat bewusst. Trotzdem könne man ein Zeichen setzen. Spüren werden das kalte Wasser dagegen die Gäste: Als Kompensation können sie von April bis Ende Mai gratis in die Badi.
- Der Blick berichtet hierExterner Link.
- Die breite Solidarität für die Ukraine löst bei Asylsuchenden, die aus anderen Weltregionen geflüchtet sind, für gemischte Gefühle. Mein Kollege Dhif Kamel von der arabischsprachigen Redaktion hat sich bei unseren Usern umgehört.
- Wie es ist, zwei ukrainische Flüchtlinge aufzunehmen, lesen Sie hier.
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