Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer
Fänden Sie es in Ordnung, wenn ich Sie mit exklusiven Informationen aus der Schweizer Regierung versorgen würde – dafür aber nur Gutes über den Bundesrat schriebe? Die News vom Wochenende waren kein Ruhmesblatt für unsere Branche.
Herzliche Grüsse
Alain Berset kommt wegen Plaudereien eines Mitarbeiters unter Druck.
Bersets früherer Kommunikationschef hat gemäss «Schweiz am Wochenende» dem Verlagshaus Ringier während der Pandemie wiederholt und gezielt vertrauliche Informationen übermittelt. Brisant: Ringier-Chef Marc Walder sorgte derweil für eine regierungsfreundliche Berichterstattung.
Informationen im Austausch zu positiver Berichterstattung also? Das könnte Berset schwächen, meint 20 Minuten. «Jetzt kommt Bundesrat Alain Berset vom Parlament unter Druck», titelt SRF. Laut CH Media fordert ein erster Nationalrat Bersets Rücktritt.
Die Blick-Führung bemüht sich um Schadenbegrenzung. In einer internen Mail an die Mitarbeitenden rechtfertigt sie sich, die Primeurs während der Coronapandemie stammten von Quellen aus der Redaktion, Marc Walder sei in keiner Weise involviert gewesen. Affaire à suivre.
- Berichterstattung von SRF: Berset will nicht kommentierenExterner Link; Berset kommt vom Parlament unter DruckExterner Link; Ohne Erklärung könnte es eng werden für Alain BersetExterner Link; «Entscheidend ist, ob sich ein Medium steuern lässtExterner Link oder nicht».
- 20 MinutenExterner Link, WatsonExterner Link und NZZExterner Link (Paywall) berichten.
- Persoenlich.comExterner Link und Tages-AnzeigerExterner Link (Paywall) über das Blick-Dementi.
- Ein Porträt von Marc Walder im Tages-AnzeigerExterner Link (Paywall).
- Abwahl, Abgang, aus dem Bundesrat gezwungen – unser Beitrag heute.
Das Weltwirtschaftsforum zeichnet ein düsteres Bild.
Heute beginnt das Weltwirtschaftsforum. Es findet erstmals nach Corona wieder regulär in Davos statt.
«Regulär», sprich: wie immer, finden auch Demonstrationen statt. So besetzten Klimaaktivist:innen am Montagvormittag den Flugplatz Altenrhein, um Gäste an der Anreise zu hindern.
Der Leitsatz für das WEF dieses Jahr ist: Zusammenarbeit in einer zersplitterten Welt. Noch nie habe es so viele Krisen gleichzeitig gegeben, sagte WEF-Gründer Klaus Schwab vorab. Gewarnt wird unter anderem vor Inflation und sozialen Unruhen (dazu im nächsten Beitrag gleich mehr).
- SRFExterner Link über das WEF 2023 sowie eine AnalyseExterner Link.
- 20 MinutenExterner Link live über die Proteste.
- «Viele Krisen, dafür keine Russen: Was ist neu am WEF?» im Tages-Anzeiger PodcastExterner Link.
- Süddeutsche ZeitungExterner Link: Worum es in Davos wirklich geht.
- Auch wir haben auch über das WEF im Zeichen sozialer Unruhen berichtet.
Inflation: Tausende Senior:innen rutschen in die Armut ab.
Bei den Pensionierten ist das Wohlstandsgefälle in der Schweiz besonders ausgeprägt. Während die Mehrheit ihren Lebensunterhalt problemlos bestreiten kann, lebt eine von fünf älteren Personen unterhalb oder nahe der Armutsgrenze.
Die steigenden Krankenkassenprämien, Energiekosten und Lebensmittelpreise bringen diese Pensionierten weiter in Bedrängnis, da die Renten kaum erhöht werden.
Meine Kollegin Pauline Turuban hat ein Paar besucht, das mit seinen mageren Renten – ohne Ergänzungsleistungen oder Ersparnisse – grösste Schwierigkeiten hat, die laufenden Rechnungen zu begleichen.
- Den ganzen Artikel lesen Sie auf swissinfo.ch.
- Auch in Deutschland berichten aktuell TagesschauExterner Link, BildExterner Link und Watson.deExterner Link über Altersarmut.
- Die schweizerische Nationalbank kämpft gegen die Inflation und verzeichnet für 2022 einen Rekordverlust. Unser heutiger Geldcast zur Frage: Wieso kann die SNB nicht pleitegehen?
Schweizerin baut Mini-Haus in den Bergen von Costa Rica.
Die 28-jährige Karin Risi ist mit ihrem Pferd nach Zentralamerika ausgewandert. Sie kannte Costa Rica vom Reisen.
Für 70’000 US-Dollar kaufte die Schweizerin ein Grundstück in den Bergen der Halbinsel Nicoya. Darauf baut sie ein Mini-Haus und einen Pferdestall. Das wird sie gegen 50’000 Franken kosten.
Ihren Lebensunterhalt verdient die Schweizerin mit Online-Coaching: Sie berät andere Auswanderungswillige. Denn inzwischen weiss sie, worauf man beim Kauf von Grundstücken und Immobilien achten muss und in welchen Gegenden sich noch bezahlbare Grundstücke finden.
- Der Artikel im BlickExterner Link.
- Aus unserem Archiv: In Costa Rica dem Schweizer Sozialamt entflohen.
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