Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer
Wer im verschlüsselten Chat den Transport von tonnenweise Kokain organisiert, muss ein dicker Fisch sein. Aber ein Basler Gericht wertete die geknackten Nachrichten nicht als Beweise. Der Kolumbianer geht trotzdem hinter Gitter.
Mit besten Grüssen
Ein Kolumbianer muss für knapp 11 Jahre in den «Knast» – obwohl das Gericht schwerste Indizien nicht als Beweis wertete.
Im Prozess vor dem Basler Strafgericht gab der Verurteilte, der auch 12 Jahre Landesverweis erhielt, den einfachen Bauarbeiter, der sogar noch Sozialhilfe erhielt.
Entschlüsselte Nachrichten auf einem Handy, das die Polizei bei ihm konfiszierte, deuten auf ein ganz anderes Bild: Er könnte «einer der einflussreichsten Drogenbarone der Schweiz» sein, so die Neue Zürcher Zeitung.
Erstmals in der Schweizer Strafverfolgung konnten Ermittler:innen und Richter:innen Daten aus einer verschlüsselten Kommunikation des organisierten Verbrechens verwerten. Doch nicht als Beweise, weil das dem Gericht zu heiss war. Denn die Anklage konnte nicht beweisen, dass der Kolumbianer auch der Verfasser der Nachrichten ist.
- Victor Bautista gibt sich als armer Bauarbeiter aus. Versteckt sich dahinter einer der einflussreichsten Drogenbarone der Schweiz?Externer Link – der Bericht in der NZZ (Paywall).
- Chatprotokoll eines Drogenbosses: So schmuggeln Kartelle aus Kolumbien das Kokain zu unsExterner Link – Artikel von Watson.ch über den Fall.
- Mafia in der Schweiz: «Schlägt man einen Kopf ab, wachsen zwei neue nach»Externer Link – Interview mit Fedpol-Chefin Nicoletta della Valle im Migros-Magazin vom Mai 2022.
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Ein kritisches Netzwerk will genau hinschauen, ob die Schweiz im UNO-Sicherheitsrat auch Positionen der Zivilgesellschaft einbringt.
Man werde das Bewusstsein für die UNO in der Öffentlichkeit fördern «und gegebenenfalls die Rolle eines Watchdogs wahrnehmen«, schrieb das Netzwerk Multilateralismus jüngst in einer Mitteilung.
Interessant sind zwei Dinge: Zu den 40 Mitgliedern des Netzwerks zählt auch das Schweizer Aussendepartement EDA. Und es finanziert das Netzwerk auch – indirekt via einen Jahresbeitrag an die Gesellschaft Schweiz-UNO, unter deren Dach das Netzwerk firmiert und die mit dem Bundesgeld die Weiterentwicklung des Netzwerks sicherstellt.
Lesen Sie in der Recherche meines Kollegen Benjamin von Wyl, was Vertreter:innen beider Seiten sowie Politiker:innen zum Sachverhalt sagen:
- Das Schweizer Aussenministerium finanziert seinen eigenen UNO-«Watchdog».
- Die Schweiz macht sich im UNO-Sicherheitsrat bereits nützlich – unser Beitrag vom 10. Januar 2023.
- Kann die Schweiz ihre Ideale in den UNO-Sicherheitsrat tragen? – in meinem Beitrag von letztem Jahr ging es auch um die Erwartungen der Zivilgesellschaft.
Korruption zu Lasten der Umwelt und der Artenvielfalt: Gegen diese kämpft das Basel Institute on Governance.
Basel ist vornehmlich als Pharma-Hochburg bekannt. Nun will das Institut die Stadt auch als Zentrum im weltweiten Kampf gegen Umweltverbrechen positionieren.
Ein solches ist etwa das – weitgehend straflose – Leerfischen der Meere in Zonen mit Fangkontingenten.
Solche Straftaten sind beileibe nichts neues. Doch nun wollen die Mitarbeitenden des Basel Institute on Governance den Kampf gegen diese Missetaten international stärker verankern – dies unter der neuen Verbrechenskategorie der «grünen Korruption». Dabei konnten sie bereits einen ersten Erfolg verbuchen.
- Umweltschädlicher Filz: Schweizer Institut kämpft gegen «grüne Korruption» – Bericht meiner Kollegin Dominique Soguel.
- Abholzung des Amazonaswaldes in Brasilien weiter auf Rekordniveau – Bericht unserer Agentur vom März 2022.
- Die EU 2021 über eine intensivere Bekämpfung der UmweltkriminalitätExterner Link.
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Wer steht auf der Terrorliste der USA? Eine Schweizerin hat die Liste gehackt.
Die Hackerin dürfte sich mit ihrem jüngsten Coup bei den US-Behörden nicht beliebter gemacht haben: Bereits mehrmals hat sie vertrauliche Daten von US-Behörden und -Firmen veröffentlicht. Dafür hat sie mehrere Klagen am Hals.
Jetzt hat sie die Liste mit all jenen publiziert, die von den USA aufgrund von terroristischen Taten oder des Verdachts dazu mit einer Einreisesperre belegt wurden.
Die Motivation der Hackerin: Sicherheitslücken in Computersystemen von Behörden und Unternehmen aufspüren und so zur Verbesserung der öffentlichen und privaten Datensicherheit beizutragen.
- Namen von 1,5 Millionen Terrorverdächtigen offengelegt: Schweizer Hackerin (23) knackt US-Flugverbotsliste – aus LangeweileExterner Link – der Bericht im Blick.
- Tillie Kottmann weist mit Hack-Angriffen auf Missstände hin – unser Porträt vom März 2022.
- Nach Angriff auf Kamerahersteller Verkada: USA klagen Schweizer Hackerin anExterner Link – der deutsche Spiegel von 2021.
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