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Messestand von Lucid in Genf.

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizer:innen

1905 wurde der Genfer Autosalon ins Leben gerufen. Doch nun ist Schluss Die Organisator:innen haben der Veranstaltung den Stecker gezogen.

Herzliche Grüsse aus Bern

Ein grüner Kleinwagen an einer Steckdose.
Die kleine, grosse Neuheitt am Autosalon: Der Renault R5 E-Tech. Keystone / Martial Trezzini

Der Genfer Autosalon gibt sein Ende bekannt.

Es hat sich abgezeichnet, doch nun steht fest: Dem traditionsreichen Genfer Autosalon ist der Sprit ausgegangen. Nachdem der Anlass dieses Jahr nach vierjähriger Pause in einem kleineren Format zurückgekehrt war, gaben die Organisator:innen heute das Ende bekannt.

Seit 1905 versammelten sich Liebhaber:innen von innovativen, schnellen oder limitierten Gefährten in Genf. Doch das Interesse an der Veranstaltung ist zurückgegangen: Sie hätten festgestellt, dass die Automobilindustrie heute nicht mehr unbedingt eine solche Veranstaltung brauche, heisst es in einer heute verschickten Medienmitteilung.

«Das mangelnde Interesse der Hersteller am Genfer Salon in einem schwierigen Umfeld, die Konkurrenz durch die Messen in Paris und München, die von den lokalen Konzernen bevorzugt werden, sowie die Investitionen, die notwendig sind, um den Salon am Leben zu erhalten, haben es unmöglich gemacht, die Veranstaltung fortzusetzen«, sagt Alexander de Senarclens, Präsident der Trägerstiftung des Genfer Automobilsalons.

Als sie die Hersteller für die Ausgabe 2025 anfragten, hätten sie den Eindruck bekommen, «sich gegen den Markt zu stellen«.  

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SP-Ständerat Carlo Sommaruga bei Studierenden der Uni Lausanne, die wegen des Gazakriegs zum Boykott Israels aufrufen.
Folgen des Gazakriegs: SP-Ständerat Carlo Sommaruga bei Studierenden der Uni Lausanne, die zum Boykott Israels aufrufen. Keystone / Jean-Christophe Bott

Der Gazakrieg führt zu einem Bruch innerhalb der Schweizer Sozialdemokraten.

Am 8. Mai 2024 besucht SP-Ständerat Carlo Sommaruga ein Pro-Palästina Protestcamp an der Universität Lausanne. “Als Parlamentarier, als Carlo Sommaruga”, wie er sagt. Also nicht in erster Linie als Vertreter der SP.

Doch damit scheint Sommaruga das Fass zum Überlaufen gebracht zu haben. Erich Bloch, SP-Mitglied in Israel und wie Sommaruga im Auslandschweizerrat, sieht sich zu einem «klaren, ernsten Zeichen» gezwungen: dem Austritt der SP-Antenne Israel aus der internationalen Sektion der SP Schweiz. Sprich:die Auflösung dieses Ablegers der Schweizer Sozialdemokratie in Israel.

Bloch betont, er unterstütze Israels aktuelle Strategie im Gazakrieg nicht, und kritisiert Israels Regierung unter Netanjahu scharf. Doch die Universitäten in Israel, so Bloch, hätten mit dem Gazakrieg nichts zu tun.

Sommaruga selbst will den Austritt der SP-Antenne Israel nicht kommentieren. Seine Solidarisierung mit den anti-israelischen Protesten an der Uni Genf und Lausanne erklärt er gegenüber SWI swissinfo.ch folgendermassen: «Die Geschichte im Nahen Osten hat nicht am 7. Oktober 2023 begonnen. Das waren zwar tragische Ereignisse – ein inakzeptabler Terrorakt – aber die Geschichte des Leidens des palästinensischen Volkes beginnt vor 1948 und drückt sich bis heute mit der permanenten Nakba aus.»

Die SP selbst hat Ende Februar eine Resolution zum Gaza-Krieg verabschiedet, in der sie sowohl israelische wie palästinensische Gewalttaten verurteilt. Nach dem Austritt der SP-Antenne Israel will die Parteileitung Anfang Juni das Gespräch mit Erich Bloch suchen.

Symbolbild zeigt einen Haufen von farbigen Pillen
Keystone/DPA/Hendrik Schmidt

Besonders für Generika muss man in der Schweiz tiefer in die Tasche greifen.

Planen Sie gerade einen Familienbesuch oder Ferien in der Schweiz? Kleiner Tipp: Es lohnt sich, die Medikamente für Ihre Reise noch in ihrem Wohnland zu kaufen. Denn während in den Vorjahren der Preisunterschied zwischen der Schweiz und europäischen Ländern abgenommen hat, ist er nun wieder angestiegen.

So kosten patentgeschützte Medikamente hierzulande im Vergleich zu den europäischen Ländern im Schnitt 8,9 Prozent mehr. Vor einem Jahr lag der Preisunterschied noch bei 5,4 Prozent. Besonders Generika und Biosimilars können im Ausland zu massiv günstigeren Preisen gekauft werden.

Gerade bei den Generika erwartet der Verband Santésuisse nun vom Bund Sofortmassnahmen, um die Preise gegenüber dem europäischen Niveau anzupassen.

Interpharma-Chef René Buholzer hält allerdings fest, dass bei den patentgeschützten Medikamenten bei konstanten Wechselkursen der Preisunterschied zum Ausland nur noch bei zwei Prozentpunkten liegen würde. Ein einseitiger Blick der Politik auf die Kosten gefährde zunehmend den Zugang der Patientinnen und Patienten zu innovativen Medikamenten.

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Debatte
Gastgeber/Gastgeberin Elena Servettaz

Sollte die Politik aus Sport- und Kulturevents herausgehalten werden?

Kultur und Sport werden vermehrt zur Bühne für politische Einflussnahme. Zurecht – oder stören Sie sich daran?

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Portrait in Schwarz-Weiss, Fanny Wobmann lacht gewinnend
Die Neuenburger Autorin Fanny Wobmann © Nathalie Ljuslin

Die Neuenburger Autorin Fanny Wobmann hält mit ihm Buch der humanitären Hilfe der Schweiz den Spiegel vor.

Les arbres quand ils tombent ist eine Mischung aus Tagebuch und (Selbst-)Suche. Wobman ist Tochter eines ehemaligen Beamten der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza), der zuerst mit seiner Frau in den Senegal zog, danach – ebenfalls für die Deza – in Ruanda und Madagaskar arbeitete, wo Fanny Wobmann als Kind und Jugendliche gelebt hat.

Jahre später besucht die Neuenburger Schriftstellerin eine Freundin ihrer Eltern, um mehr über die Aufgaben der Deza zu erfahren. «Sie war es, die mir ganz klar sagte, dass die lokale Bevölkerung keine humanitäre Hilfe wolle, weil sie nicht auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten war. Die Hilfe kam letztlich dem madagassischen Staat zugute und entlastete ihn von jeglicher Verantwortung gegenüber seinen Bürgern.»

Wobman reiht sich mit ihrem Buch in eine Bewegung ein, die von weiteren Schweizer Schriftsteller:innen getragen wird. So schrieb beispielsweise die Westschweizer Autorin Anne-Sophie Subilia 2022 über den Alltag eines Delegierten des IKRK in der Stadt Gaza. Und Lukas Bärfuss stellte mit seinem Buch «Hundert Tage, hundert Nächte», das vor 15 Jahren erschien, unter anderem die humanitäre Hilfe der Deza in Ruanda in Frage.

Zurück zu Les arbres quand ils tombent und Fanny Wobmann. Obwohl die humanitäre Hilfe einige Lücken aufweist, bleibe die Hilfe für die Bevölkerung ein Schutzschild, «das die Ärmsten davor bewahrt, in die Verzweiflung zu stürzen», sagt Wobmann.

  • Lesen Sie den Artikel unserer Kollegin Ghania Adamo auf SWI swissinfo.ch
  • In den letzten zwei Jahren ist der weltweite Bedarf an humanitärer Hilfe stark gestiegen. Dabei müssen die UNO-Organisationen schwierige Entscheidungen treffen. Mein Kollege Dorian Burkhalter ist dem Thema nachgegangen.

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