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TAGESÜBERBLICK WIRTSCHAFT

Dieser Inhalt wurde am 19. November 2009 - 17:50 publiziert

Bern (awp/sda) - Donnerstag, 19. November
SCHRUMPFENDER AUSSENHANDEL: Die Rezession setzt dem Schweizer Aussenhandel weiter zu. Die Ein- und Ausfuhren gingen auch im Oktober deutlich zurück. Bei den Exporten verlangsamte sich aber der Rückgang etwas. Sie sanken um 10,9 Prozent auf 16,311 Mrd. Franken. Im September hatten die Exporte gegenüber dem Vorjahresmonat noch um 12,1 Prozent und im August um 13,7 Prozent abgenommen. Real, also um die Teuerung bereinigt, lag das Minus im Oktober bei kaum veränderten 15,9 Prozent. Die Importe schrumpften um 15,9 Prozent auf 13,848 Mrd. Franken. Real gingen sie um 10,0 Prozent zurück, wie die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) mitteilte. Als einzige Branche konnte die Chemische Industrie mehr exportieren. Sie profitierten von gestiegenen Lieferungen von Grippemedikamenten. Alle übrigen Wirtschaftszweige mussten erneut rückläufige Ausfuhren hinnehmen.
ZUNEHMENDE WIRTSCHAFTSKRIMINALITÄT: Die Finanz- und Wirtschaftskrise begünstigt die Wirtschaftskriminalität. Dieser Befund geht aus einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC hervor. Laut der Studie stellt ein Drittel der befragten Unternehmen eine Zunahme von Zwischenfällen in den letzten zwölf Monaten fest. 17 Prozent der Befragten meldeten mindestens einen aufgedeckten Deliktsfall in der Höhe von durchschnittlich 1,5 Mio. Franken. Die Dunkelziffer könnte deutlich höher liegen, denn: "Was wir hier sehen, ist nur die Spitze des Eisbergs", sagte PWC-Partner Rolf Schatzmann. Die meisten Fälle von Wirtschaftsdelikten kommen in der Chefetage vor: 70 Prozent der Täter stammen aus dem mittleren und oberen Management. Als Begründung schreiben die Autoren, die Chefs könnten die Lücken im System am besten ausnützen. Als Hauptmotive vermuten die Befragten den gestiegenen Leistungsdruck und den Wunsch nach Erhalt des Lebensstandards.
ERNEUT STELLENABBAU: Der Chemiekonzern Clariant verkündet zum vierten Mal in diesem Jahr einen drastischen Stellenabbau: In der Produktion werden weitere 570 Stellen gestrichen. Schweizer Standorte sind nicht betroffen, wie Clariant mitteilte. Knapp die Hälfte des Abbaus erfolgt im französischen Grenzort Huningue am Rhein neben Basel, wo 262 Stellen verloren gehen. Betroffen sind überdies Standorte in Deutschland, in Grossbritannien und in Mexiko. Clariant hat im laufenden Jahr bereits den Abbau von rund 2650 Stellen angekündigt, rund 200 davon entfallen auf die Schweiz. Betroffen waren in diesen ersten Abbaurunden vor allem Marketing und Verwaltung. Ende 2008 zählte der Konzern weltweit noch 20'102 Stellen, wovon 1400 in der Schweiz angesiedelt waren. Im ersten Halbjahr 2009 ist der Umsatz von Clariant um knapp einen Viertel geschrumpft; der Verlust belief sich auf 152 Mio. Franken.
RÜCKKEHR IN GEWINNZONE: Die Zürcher Immobilienfirma Züblin ist im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2009/10 (per Ende September) in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Nach einem Verlust im Vorjahr von 75 Mio. Fr. stehen unter dem Strich nun 15 Mio. Fr. Gewinn. Das Resultat sei geprägt durch eine Kostenreduktion von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr und durch positive Bewertungen auf Anlageliegenschaften von 4 Mio. Franken, teilte Züblin mit. Die Finanzkosten hätten um 19 Prozent auf 28 Mio. Fr. reduziert werden können. Im Vorjahr waren es Bewertungsverluste gewesen, welche das Unternehmen in die roten Zahlen gerissen hatten. Das operative Resultat sank in den ersten sechs Geschäftsmonaten von 20 Mio. Fr. auf 14 Mio. Franken. Die Mieterträge sanken um 20 Prozent auf 53 Mio. Franken, was Züblin mit grösseren Liegenschaftsverkäufen in den letzten zwölf Monaten begründet.
KONJUNKTURPROGNOSE ANGEHOBEN: Die Industrieländer-Vereinigung OECD ist für die Weltkonjunktur wieder ein Stück optimistischer: Sie hat ihre Prognose für das globale Wachstum im kommenden Jahr auf 3,4 Prozent angehoben. Im Juni war die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) noch von einem Plus von 2,3 Prozent ausgegangen. Angetrieben wird der globale Aufschwung laut den Ökonomen von China, das nur wenig von der Finanzkrise getroffen wurde. Auch für die Schweiz hellen sich die Wirtschaftsaussichten auf. Künftig werde das Bruttoinlandprodukt wieder steigen, prognostizierte die OECD. Für 2010 sagen die Pariser Ökonomen allerdings ein langsames Wachstum voraus. Richtig in Schwung komme die Schweizer Konjunktur erst im Jahr danach. Ende 2011 könnte die Wachstumsrate aber bereits wieder 2,1 Prozent erreichen.
ERFOLGREICHE BILLIG-AIRLINE: Ein Sparprogramm und reduzierte Kapazitäten haben Air Berlin im dritten Quartal einen höheren Gewinn eingebracht. Das Nettoergebnis betrug 95,2 Mio. Euro und damit mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum, wie die zweitgrösste deutsche Fluggesellschaft mitteilte. "Air Berlin gehört damit zu den wenigen Fluggesellschaften, die ihr Ergebnis im dritten Quartal dieses Jahres verbessern konnten", stellte Vorstandschef Joachim Hunold fest. Für 2009 werde weiterhin ein positives operatives Ergebnis erwartet. Durch geringere Material- und Personalkosten und eine Verkleinerung der Flotte will Air Berlin 2009 mehr als 110 Mio. Euro sparen.
ERZWUNGENE SPALTUNG: Der US-Kongress hat einen Gesetzentwurf zur Zerschlagung von Banken auf den Weg gebracht. Der Ausschuss für Finanzdienstleistungen verabschiedete dazu einen Anhang zur grossen Finanzaufsicht-Reform von Präsident Barack Obama, über die noch in dieser Woche erstmals abgestimmt werden soll. Der Entwurf verpflichtet die Grossbanken zu einem Nachweis, dass ihr möglicher Kollaps nicht die Stabilität der amerikanischen Wirtschaft bedroht. Können die Institute diesen Nachweis nicht erbringen, soll ein geplanter Rat zur Kontrolle der Finanzbranche die Macht haben, diese zur Aufspaltung zu zwingen. Die Reform dürfte frühestens im Dezember im Repräsentantenhaus zur Abstimmung gelangen.
NEUER NAME: Die Swisscom braucht für das zunehmend erfolgreiche Fernsehangebot neu ihren Eigennamen. "Bluewin TV" heisst künftig "Swisscom TV", wie das Unternehmen mitteilte. Offen ist, was mit den gleichlautenden E-Mail-Adressen und dem Online-Portal geschieht. Zu den Kosten, welche die Namensänderung beim Fernsehangebot verursacht, wollte Roetz nichts sagen. Es entstünden "keine massiven Kosten". Die betroffenen Publikationen würden nach und nach angepasst. Die Namensänderung erfolge in den kommenden Wochen und sei voraussichtlich bis Ende Jahr abgeschlossen, hiess es weiter. Inzwischen zähle das vor drei Jahren lancierte Fernseh-Angebot via Swisscom-Netz über 200'000 Kunden. Dies sei eine Verdoppelung innerhalb eines Jahres.

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