Trump löst Erholungswelle an Finanzmärkten aus
Die Aktienmärkte haben am Montag nach versöhnlichen Aussagen von US-Präsident Donald Trump zum Iran-Krieg einen Erholungsversuch gestartet. Zugleich gaben die Ölpreise nach. Allerdings bleibt die Lage unübersichtlich und die Stimmung nervös.
(Keystone-SDA) «Der am Mittag verkündete Entscheid von Trump, Angriffe auf iranische Kraftwerke und die Energieinfrastruktur für fünf Tage auszusetzen, sorgte für Erleichterung», wie ein Börsianer sagte. Trumps Ankündigung habe «wie Balsam» für die Märkte gewirkt. Allerdings sei es wohl nur eine «Beruhigungspille auf Zeit». Einige Händler sprachen auch von einem «Taco»-Moment, was soviel wie «Trump alway chickens out» bedeutet.
Der Iran jedoch dementierte prompt direkte Gespräche mit den USA. Es habe nur «Initiativen von Ländern der Region zur Reduzierung der Spannungen» gegeben. Trump sagte darauf wiederum in TV-Interviews, die Gespräche hätten gestern Nacht stattgefunden.
Laut Händlern ist die Entspannung also mit Vorsicht zu geniessen. «Die geopolitischen Risiken bleiben bestehen», hielt es ein Teilnehmer fest. Ausserdem seien die Schäden im Nahen Osten bereits hoch.
Öl- und Gaspreise sinken
Die Ölpreise gaben nach den Aussagen von Trump deutlich nach. Nachdem ein Fass der Rohölsorte Brent zum Handelsstart noch bis zu 114 Dollar kostete, wurde es am Abend zu 104 Dollar gehandelt. Auch die Gaspreise sanken.
Die Anleger befürchteten zuletzt, dass sich die Ölpreise oberhalb von 120 Dollar einpendeln könnten. Langfristig würde dies negative Folgen für Inflations- und Wirtschaftsentwicklungen nach sich ziehen. Tatsächlich trübte sich die Konsumentenstimmung in der Eurozone im März vor diesem Hintergrund mehr als erwartet ein.
Märkte schliessen im Plus
Die gute Stimmung übertrug sich auf alle Märkte weltweit, allerdings nahm die Euphorie bis zum Handelsschluss ab. Der SMI schloss mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 12’389 Punkten. Im Verlauf hatte er zwischen 12’053 Punkten und 12’527 Punkten gependelt. Auch europäische Indizes wie der französische CAC und der deutsche DAX schlossen deutlich im Plus.
Von der Entspannung im Iran-Krieg profitierten vor allem konjunktursensible Titel wie Amrize (+3,3 Prozent), Geberit (+1,9 Prozent), Sika (+1,2 Prozent) und Holcim (+1,1 Prozent). An vorderster Front der Gewinner waren zudem Richemont (+5,1 Prozent) zu finden.