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Zunahme von angezeigten Sexual- und Gewaltdelikten in Basel-Stadt

Keystone-SDA

Die polizeilich registrierten Straftaten sind 2025 im Kanton Basel-Stadt insgesamt zurückgegangen. Einen Anstieg gab es bei den Anzeigen wegen Sexual- und Gewaltdelikten. Dies geht aus der Kriminalstatistik hervor, welche die Staatsanwaltschaft am Dienstag veröffentlichte.

(Keystone-SDA) Insgesamt gingen im vergangenen Jahr 30’923 Anzeigen im Erwachsenbereich ein. Im Vorjahr war es mit 32’457 eine höhere Zahl. Die Anzeigen zu Gewaltdelikten haben um 6 Prozent zugenommen. «Die Gewaltbereitschaft bleibt hoch, trotz der Präventionsarbeit, die wir betrieben haben», sagte Milena Jossen, Leiterin Kriminalpolizei, vor den Medien.

Bei den Sexualdelikten gibt es eine markante Anzeigenzunahme um 24 Prozent. Auffällig ist die Zahl der Vergewaltigungen. Hier müsse noch die Auswirkung der Revision des Sexualstrafrechts angeschaut werden, sagte Jossen. Sie sehe Tendenzen: Manche Anzeigen wegen Vergewaltigung seien vorher mehr als sexuelle Nötigung eingegangen. Auch im Bereich häusliche Gewalt gingen gemäss Kriminalstatistik 11 Prozent mehr Anzeigen ein. Mit 881 Anzeigen ist die Zahl höher als während der Corona-Jahre.

Hoher Anstieg bei versuchten Tötungen

Letztes Jahr kam es zu zwei vollendeten Tötungsdelikten in Basel-Stadt, eines mehr als im Vorjahr. Markant sind die Zahlen bei den versuchten Tötungsdelikten mit einem Anstieg von 4 auf 23.

Während bei den Vermögens- und Betäubungsmitteldelikten eine Abnahme zu verzeichnen war, stieg die Zahl der Anzeigen zu Cyberdelikten. Ebenso stieg die Aufklärungsquote um 12 Prozent bei Delikten gemäss Schweizerischem Strafgesetzbuch. Ebenfalls fällt in der Statistik auf, dass weniger Velos (-11 Prozent) als gestohlen gemeldet wurden. Dafür verschwanden mehr E-Bikes mit gelbem Nummernschild.

Insgesamt gab es letztes Jahr 25’388 Verfahren, 11 Prozent weniger als im Vorjahr. Dies bedeute jedoch keine geringere Arbeitsbelastung, sagte der Erste Staatsanwalt Sasha Stauffer. Es wurden weniger Strafbefehle erlassen. Dafür stieg die Zahl der komplexeren Verfahren mit der Überweisung der Anklage an das Strafgericht um 11 Prozent. «Der Pendenzenberg befindet sich immer noch auf einem hohen Stand», sagte Stauffer. So seien in der Allgemeinen Abteilung noch über 11’000 Verfahren pendent.

Weniger angezeigte Jugendliche – mit einer Ausnahme

Ein ähnliches Bild wie bei den Erwachsenen zeigt sich bei der Jugenddelinquenz. Auch hier ist der Anstieg bei den Delikten gegen die sexuelle Integrität markant. Die Anzeigen stiegen um 30 Prozent. Bei Sexualdelikten mit Gewaltanwendung, also ohne Pornografie, ist der Anstieg mit 67 Prozent noch deutlicher.

«Das ist sicher ein Bereich, auf den wir ein Auge haben», sagte Sarah-Joy Rae, Leitende Jugendanwältin. Wünschenswert wäre hier, wenn der Anstieg nicht auf eine Zunahme von Fällen, sondern auf ein geändertes Anzeigeverhalten zurückzuführen sei. Die Bevölkerung sei mehr für dieses Thema sensibilisiert.

Ansonsten aber fällt ein Rückgang der Anzeigen gegen Jugendliche auf. Bei den Betäubungsmitteldelikten schrumpften die angezeigten Delikte um 52 Prozent, bei Verstössen gegen das Waffengesetz um 34 Prozent. Rae erwähnte in diesem Zusammenhang die Präventionskampagne «Dini Muetter will dich nid im Knascht bsueche», die zum Thema Messergewalt sensibilisierte.

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