Acino: Patentstreitigkeit um Oxycodon kostet Schadenersatz von 4 Mio EUR (AF)
(Ergänzt um Analystenkommentar und Aktienkurs)
Basel (awp) – Die Acino Holding AG sieht sich weiterhin mit den Patentstreitigkeiten zwischen Mundipharma und Acinos Lizenznehmern um das Präparat Oxycodon konfrontiert. Ein norwegisches Appellationsgericht habe am 20. Dezember eine entsprechende Klage des Originalherstellers Mundipharma, welcher das Originalpräparat Oxycontin/Oxygesic herstellt, gutgeheissen, teilt das Balser Pharmaunternehmen am Montag mit.
Damit stelle sich das Berufungsgereicht gegen die gerichtliche Vorinstanz, welche zu Gunsten von Acino entschieden und die beiden umstrittenen Patente zuvor ungültig erklärt habe. Zusätzlich zum Verkaufsstopp in Norwegen dürfte das Gerichtsurteil Schadenersatzzahlungen an der Originalhersteller von rund 4 Mio EUR nach sich ziehen. Dies für den Fall, dass das Urteil bestätigt wird. Acino will gegen das Urteil zusammen mit den Vermarktungspartnern allerdings Berufung einlegen.
Acino bezeichnet das Gerichtsurteil in Norwegen als überraschend, da am 21. Dezember in Finnland ein Gericht jegliche Patentverletzung sowie eines der Klagepatente verneint habe, was den Rechtsstandpunkt von Acino bestärke. Die überwältigende Mehrheit der Gerichtsentscheidungen zu Oxycodon bei den Patentstreitigkeiten zwischen Acino und Mundipharma seien bisher zu Gunsten von Acino und deren Lizenznehmer ausgefallen.
Die durch das Gerichtsurteil in Norwegen notwendige Rückstellung dürfte durch einen Sonderertrag auf Stufe Reingewinn aus der Akquisition des Iclaprim-Geschäftes kompensiert werden. Dies und die «leicht verbesserte Geschäftsentwicklung» im vierten Quartal gegenüber dem dritten Quartal lasse weiterhin ein insgesamt positives Ganzjahresresultat für 2010 erwarten.
Die Bank Vontobel sieht nur begrenzte Auswirkungen eines möglichen Rückzugs des Präparats vom norwegischen Markt. Der Gesamtumsatz mit Oxycodon in Norwegen werde auf unter 1 Mio EUR geschätzt, schreibt die Bank in einem Kommentar. Deshalb blieben auch die Umsatzprognosen für 2010 unverändert.
Die Entschädigungszahlung von 4 Mio EUR sei jedoch relativ hoch. Da Acino dies durch eine Steuerbegünstigung für Iclaprim in der Höhe von rund 4 Mio EUR ausgleichen könne, dürfte sich für den Reingewinn im Jahr 2010 ebenfalls keine Veränderung ergeben.
An der Börse geben die Aktien von Acino bei etwas überdurchschnittlichem Volumen im frühen Geschäft 2,8% auf 89,70 CHF nach. Die Bank Vontobel stuft das Papier unverändert mit «Hold» und Kursziel 100 CHF ein.
cf/rt