Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Ein ganzes Podest in Schweizer Hand: Der olympische Dreifachsieg im Cross-Country ist ein historisches Sportereignis.
Herzliche Grüsse aus Bern
Gold, Silber und Bronze: Ein Schweizer Dreifach-Sieg in an den Olympischen Spielen Japan.
«Ein historischer Tag für den Schweizer Sport», schreibt der Blick. Jolanda Neff, Sina Frei und Linda Indergand holen im Cross-Country gleich alle drei Podestplätze. Ein wahrer Coup!
Es ist der erste Schweizer Dreifach-Triumph bei den Frauen überhaupt bei Olympischen Sommerspielen. Die Männer hatten dies letztmals in Berlin im Bodenturnen geschafft – vor 85 Jahren.
Der Triumph von Jolanda Neff ist eine grosse Genugtuung für die Ostschweizerin. Nach zwei schwierigen und von Verletzungen geprägten Saisons gehörte die 28-Jährige in Tokio nicht zu den Topfavoritinnen. Doch sie war am Wettbewerb topfit und fuhr praktisch einen Start-Ziel-Sieg ein.
- Lesen Sie hierExterner Link den Beitrag von SRF News.
- Auch der Blick hat darüber geschriebenExterner Link.
- Und ein etwas anderer Blick auf Sportanlässe: Eine Mini-Serie zu «Sport und Terror» von SRF NewsExterner Link.
Die Impfgegner, die SVP und die Freiheit der jeweils anderen.
«In der SVP werden radikalisierte Massnahmengegner immer lauter.» Das schreibt die NZZ heute und berichtet, dass Politikerinnen und Politiker zunehmend von den eigenen Reihen bedrängt werden. Dabei sind ausgerechnet die SVP-Parteioberen ziemlich impffreudig.
Dass die Hälfte der SVP-Wählerinnen und -Wähler sich nicht impfen lassen will, erstaunt mich aber nicht. Immerhin waren es ja ihre Parteiexponenten, die schon früh von einer «Diktatur» sprachen und in Opposition zu den Massnahmen gegen die Pandemie standen. Wie man sich bettet, so schläft man eben.
Der Politikwissenschafter Michael Hermann hat dazu eine interessante Beobachtung gemacht: «Der Kampf gegen die Einschränkung persönlicher Freiheit wird nun primär von rechts geführt.» In der Geschichte der Schweiz war es in der Regel die Linke, die sich dafür engagierte. Er ruft in Erinnerung: «Freiheit misst sich an der Freiheit der Andersdenkenden. Und daran könnten sich alle, die auf Freiheit setzen, durchaus etwas stärker messen.»
- Lesen Sie hierExterner Link den Artikel der NZZ. (Paywall)
- Auch SRF News hat darüber geschriebenExterner Link.
- Die Kolumne finden SieExterner Link beim Tages-Anzeiger. (Paywall)
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Diskriminiert, ignoriert und vernachlässigt: Die Geschichte der Gehörlosen in der Schweiz.
Der Schweizerische Gehörlosenbund feiert 75 Jahre seiner Existenz. Das ist die freudige Nachricht. Weniger erfreulich ist, dass die Diskriminierung gehörloser Menschen in der Schweiz noch immer weit verbreitet ist – und sich in der Pandemie zuspitzte.
Das hat Tradition. Bis in den 1970er-Jahren war die Gebärdensprache in den Schweizer Schulen offiziell verboten. Und wer noch weiter zurück geht, findet noch schlimmere Beispiele: Gehörlose wurden unter Vormundschaft gestellt, galten als moralisch minderwertig, gehörlose Frauen sollten keine Kinder kriegen, um die «Volksgesundheit» nicht zu gefährden.
«Die Schweiz ist immer noch ein sehr sozialkonservatives Land – im Vergleich zu fortschrittlicheren Ländern gibt sie kein sehr gutes Bild ab», sagt die Präsidentin des Verbands. Dazu gibt es wohl nicht viel hinzuzufügen.
- Lesen Sie hier den Beitrag meines Kollegen Thomas Stephens.
- Die selektive Demokratie der Schweiz: Die Liste der Ausgeschlossenen war lange sehr umfangreich.
Aus der Reihe «absurde Geschichten»: Die Journalistin und die selbstgebaute Waffe.
Die Genfer Journalistin Cécile Tran-Tien ist spezialisiert auf investigative Recherchen. Kürzlich präsentierte sie in der «Tagesschau» des Westschweizer Fernsehens RTS eine ziemlich denkwürdige Geschichte: Mithilfe eines 3-D-Druckers und im Internet beschafften Bauplänen baute sie eine Pistole nach.
Im Labor des Instituts für Kriminalwissenschaften der Universität Lausanne wurde die Waffe getestet und als potenziell tödlich eingestuft. So weit, so bedenklich. Anstatt jedoch für ihre Arbeit gelobt zu werden, erhielt sie von der Genfer Staatsanwaltschaft eine Klage: «Illegaler Waffenbesitz».
Denn der Besitz einer Waffe zu Recherchezwecken braucht eine ausserordentliche Genehmigung. Das sah auch das Gericht so und stellte die Schuld der Journalistin fest, verurteilte sie jedoch nicht zu Busse oder Strafe. Hier hätte diese Geschichte eigentlich enden können – der Staatsanwalt zieht den Fall jedoch weiter. Und ich stelle mir die Frage: Hat die Staatsanwaltschaft der Weltstadt Genf tatsächlich so viele Ressourcen frei, um eine solche Bagatelle zu verfolgen?
- Hier finden SieExterner Link den Beitrag in der Berner Zeitung. (Paywall)
- Die Presse kommt auch von anderen Seiten unter Beschuss, wie mein Kollege Samuel Jaberg kürzlich beschrieb.
- Darf die Polizei eine Redaktion stürmen? Nein, befand ein Gericht in Zürich, wie die Republik in einer GerichtsreportageExterner Link beschreibt.
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