Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Noch immer ist Ferienzeit, Politik und Medien gehen es also eher gemächlich an. Wir haben heute trotzdem ein paar interessante und kontroverse Geschichten für Sie aufbereitet. Viel Spass!
Herzliche Grüsse aus Bern
«Fascht e Familie»: Die Operation Libero und der Streit unter den Liberalen in der Schweiz.
Was sich liebt, neckt sich. Anders ist der Streit in der liberalen Familie in der Schweiz nicht zu verstehen: Innerhalb der selbsternannten liberalen Kräfte herrscht Stunk, namentlich zwischen Angehörigen (und Verwandten) der Freisinnigen und der Grünliberalen. In den sozialen Medien wird debattiert, wer echt liberal ist – und wer nicht.
Das begann so: Die Operation Libero hat eine neue Co-Präsidentin, Sanija Ameti. Diese hat bei ihren ersten Interviews schon mal die FDP frontal angegriffen und ihr vorgeworfen, ihren liberalen Kompass verloren zu haben. Es folgte gleich der bissige Kommentar in der NZZ: Die Operation Libero sei zur Operation Grünliberal geworden.
Ein parteipolitisches Geplänkel also, das medial ausgetragen wird? Es geht wohl schon um etwas mehr. Denn auf eine der wesentlichen Fragen – das Verhältnis zur EU – haben die meisten Parteien noch immer keine Antwort parat. Die Verschnaufpause nach dem Absturz des Rahmenabkommens ist vorbei, es müssen jetzt Ideen auf den Tisch. Es ist gut, setzt die Operation Libero Druck auf – auch wenn das Familienkrach bedeutet.
- Das Interview von Sanija Ameti mit CH Media finden Sie bei WatsonExterner Link.
- Hier geht esExterner Link zum Kommentar der NZZ. (Paywall)
- Über den Rücktritt ihrer Vorgängerin haben wir hier berichtet.
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Die kroatische Botschafterin ereifert sich über Recherchen des SRF.
Wenn jemand aufschreit, tut es meistens weh – vor allem, wenn man mit unbequemen Wahrheiten beworfen wird. Wie sonst kann man ein Schreiben der kroatischen Botschafterin in Bern deuten, mit dem sie Fake-News-Vorwürfe gegen das SRF erhebt?
Von einigen Tagen hat eine Recherche, für die das SRF zusammen mit anderen Medienhäusern in Europa zusammengespannt hat, für Aufschrei gesorgt: Dabei wurde offensichtlich, dass an den EU-Aussengrenzen in Kroatien und Griechenland Asylsuchende mit Gewalt zurückgedrängt werden. Diese sogenannten Push-Backs sind klare Verstösse gegen internationales Recht.
Die griechische Regierung hat das ganze als Fake-News abgetan, das gleiche die kroatische – die jedoch einzelne Polizisten suspendierte und dann von Einzelfällen sprach. Wobei die Recherchen auf Anordnungen von weit oben hinweisen. Die Diplomatin hat jedenfalls ziemlich undiplomatisch Kritik ausgeübt, was man beim SRF mit Irritation zur Kenntnis genommen hat.
- Sehen Sie hierExterner Link den Beitrag der SRF Rundschau.
- Den Beitrag des Tages-Anzeigers finden Sie hierExterner Link. (Paywall)
- Hier finden SieExterner Link die grosse Recherche des Spiegels, die gemeinsam mit anderen Medienhäusern in Europa realisiert wurde. (Paywall)
Sie lesen Online-Bewertungen? Lassen Sie es lieber sein.
Eine Datenrecherche von SRF zeigt, dass Rezensionen und Bewertungen im Netz zu einem grossen Teil gefälscht sind. Ob fünf Sterne für den Coiffeur oder ein besonderes Lob für die Küche im Top-Restaurant: Viel davon ist schlicht Fake.
Über 500’000 Bewertungen von 300’000 Profilen bei 30’000 Unternehmen in der Schweiz und im deutschsprachigen Raum wurden dafür analysiert. Und man stellte fest: Es gibt Netzwerke von professionell gesteuerten Fake-Profilen, bei denen man Bewertungen einkaufen kann.
Erstaunt das jemanden? Mich nicht, muss ich sagen: Ich habe dieser ständigen Bewertungs-Obsession ohnehin nie viel abgewinnen können. Und mit ein bisschen Eigenrecherche käme man eigentlich schnell drauf, wann und wo geschummelt wurde. Wie auch immer: Die Recherche ist wichtig und interessant. Und damit unbedingte Leseempfehlung für heute!
- Hier geht esExterner Link zur aufwendig produzierten Recherche von SRF News.
- Eine ähnliche Geschichte hat auch 20min gebrachtExterner Link.
Der Bundesrat auf Reisen: Heute tagt die Exekutive in Luzern.
Jeden Mittwoch ist Bundesratssitzung im Bundeshaus in der Bundeshauptstadt Bern. Weil die Schweiz allerdings nicht nur aus dem Bund, sondern auch Kantonen und Gemeinden besteht, ist von Zeit zu Zeit eine symbolische Handlung nötig: Um zu zeigen, dass man eben nicht abgehoben und zurückgezogen regiert. Sondern der Bevölkerung zuhört.
Eine solche symbolische Handlung findet heute statt: Die Sitzung findet in Luzern statt, im Verkehrshaus gab es über Mittag auch einen öffentlichen Apéro. Damit sollen eben der Austausch mit der Bevölkerung und die Nähe zu den Regionen gepflegt werden.
Diese Bundesratssitzungen «extra muros» (ausserhalb der Mauern) haben schon eine gewisse Tradition, sie finden zum 15. Mal statt. Im letzten Jahr gab es Pandemie-bedingt keine – umso mehr gibt es wohl dieses Mal zu diskutieren.
- Hier finden SieExterner Link den Beitrag auf SRF News.
- Eine ÜbersichtExterner Link bietet auch Radio Argovia.
Hier noch ein Hinweis in eigener Sache: Sie sind gefragt!
Wie werden Sie Ende November über die drei Vorlagen in der Schweiz abstimmen? Es geht um die drei Vorlagen Justiz-Initiative, Pflege-Initiative und Covid19-Gesetz.
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