Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Folgenreiche Fehler in der Behandlung, von denen niemand erfährt, unterbesetztes Personal und teure Intensivbetten: Heute geht es um die Spitäler.
Beste Grüsse aus dem Homeoffice
Aus Versehen das Medikament vertauscht, das falsche Auge operiert: Das ist im hektischen Spitalalltag schnell passiert. Wie häufig, bleibt im Dunkeln, denn die Schweiz erfasst dazu keine Zahlen. Das soll sich ändern.
Es klingt wie ein Albtraum: Eine Tessinerin ging 2013 für eine kleine Operation ins Spital. Als sie nach der Operation aufwachte, waren ihre Brüste amputiert – Der Arzt hat sie mit einer anderen Patientin verwechselt.
«Never Events» heissen solche Vorkommnisse im Gesundheitswesen. Nicht, weil sie nie vorkommen, sondern weil sie es sie nicht geben dürfte. Typischerweise werden Medikamente vertauscht, oder es wird das linke statt das rechte Auge gelasert. Das liegt auch an überarbeitetem und unterbesetztem Pflegepersonal.
«Never Events» werden in der Schweiz nicht erfasst – weder von den Behörden, noch von den Spitälern selber. Die Stiftung Patientensicherheit Schweiz will das nun mit einem Vorstoss ändern.
- Mehr dazu lesen Sie im Tages-AnzeigerExterner Link (Paywall).
- Patientensicherheit Schweiz erklärt hierExterner Link konkreter, was «Never Events» sind.
- 20minuten.chExterner Link berichtete ebenfalls.
Ein Ökonom und Mitglied der nationalen Covid-Taskforce schlägt vor, ungeimpfte Corona-Patient:innen sollen sich an den Spitalkosten beteiligen.
Zwischen 25’000 und 30’000 Franken kosten Covid-Patient:innen, die Spitalpflege benötigen, durchschnittlich. Das rechnet Wirtschaftsprofessor Marius Brülhart im Interview mit SRF News vor.
Er fände es fair, wenn sich Ungeimpfte an diesen Kosten beteiligen würden. Er zieht den Vergleich zu Unfallversicherungen: Wer sich bei der Ausübung einer Risikosportart verletzt, muss häufig mitbezahlen.
Singapur hat sich bereits für diesen Weg entschieden. Ab dem 8. Dezember müssen Ungeimpfte den Spitalaufenthalt selber berappen. In der Schweizer Politik stösst der Vorschlag jedoch von links bis rechts auf wenig Gehör.
- HierExterner Link gibt es das Interview zum Nachhören.
- Auch der BlickExterner Link griff das Thema auf.
- Durch ungeimpfte Intensivpatient:innen leidet die Qualität der Behandlung aller. Die Lösung ist nicht mehr Pflegepersonal, sondern die Impfung, bilanziert die Neue Zürcher ZeitungExterner Link (Paywall).
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Auch Unternehmen sollen künftig mehr bezahlen: Die geplante globale Mindeststeuer setzt den Standort Schweiz daher unter Druck – Dabei könnte die Schweiz am Ende sogar profitieren.
136 Länder, die Schweiz eingeschlossen, einigten sich darauf, einen Mindeststeuersatz von 15% für Unternehmen einzuführen. Die Schweiz liegt im nationalen Durchschnitt zwar nur knapp darunter, doch einige Kantone besteuern Firmen deutlich tiefer.
Kein Wunder, stösst das Abkommen in der Schweiz auf Widerstand. Wirtschaftsverbände fürchten, die Schweiz büsse mit höheren Steuern an Standortattraktivität ein.
Das Abkommen beinhaltet einige Ausnahmeregelungen – von denen die Schweiz überdurchschnittlich stark profitieren könnte. Das Spiel um die Steuererleichterungen geht trotz Mindeststeuersatz weiter, nur mit leicht veränderten Regeln.
- Mehr dazu lesen Sie hier im Artikel von Jessica David Plüss und mir.
- Der Kanton Schaffhausen hat eine kreative Lösung, um den Mindeststeuersatz zu erreichen: Unternehmen sollen freiwillig mehr Steuern bezahlen könnenExterner Link.
- Bei SRF News erklärte der Schweizer Finanzminister kürzlich, wie die Schweiz den «Angriff auf den SteuerstandortExterner Link» abfedern will.
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In Bern als Sohn einer Schweizerin geboren, der Grossvater Verwaltungsratspräsident der Schweizerischen Bankgesellschaft: Den österreichischen Bundeskanzler verbindet viel mit der Schweiz.
Österreichs Ad-Hoc Kanzler Alexander Schallenberg verbrachte seine ersten Lebensjahre als Diplomatensohn in der Schweiz. Wie beeinflusst das seine heutige Politik?
An seine frühe Berner Zeit erinnere er sich nicht mehr, erzählt er unserem freien Mitarbeiter Werner Bartl. Doch an seine Aufenthalte bei den Grosseltern in Zürich und Lugano erinnere er sich immer gerne.
Obwohl die Schweiz die EU mit dem Abbruch der Verhandlungen über das Rahmenabkommen im Frühling verstimmt zurückliess, zeigt sich Schallenberg versöhnlich: «Ich glaube, wir müssen anerkennen, dass die Schweiz schon Anfang der Neunzigerjahre einen eigenen Weg eingeschlagen hat. Österreich gehört sicher zu jenen Staaten, die dafür starkes Verständnis haben.»
- Zu Werners Artikel geht es hier.
- Auch SRF NewsExterner Link traf Schallenberg zum Interview.
- Die Beziehung Schweiz-EU habe sich verhärtetExterner Link, stellten Parlamentarier:innen gestern nach einem Besuch in Brüssel fest.
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