Heute in der Schweiz
Sehr geehrte Damen und Herren
Sogar ein Boris Johnson muss abtreten. Doch es gibt sie noch, die knallharten Männer, an denen alles abperlt wie an Teflon: "Sepp" Blatter und Michel Platini. Die Ex-Könige von Fifa und Uefa wurden vom Bundesstrafgericht reingewaschen.
Beste Grüsse aus Bern
Freisprüche statt Verurteilung wegen Betrugs und Urkundenfälschung für Joseph Blatter und Michel Platini.
Sie verlassen das Bundesstrafgericht in Bellinzona als Strahle- und Saubermänner: Der Ex-Fifa-König aus dem Wallis und sein «Ziehsohn» Michel Platini, Ex-Uefa-Präsident aus Frankreich.
Die Schweizer Staatsanwaltschaft hatte in ihren Plädoyers jeweils eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und acht Monaten gefordert. Dies allerdings auf Bewährung.
Auslöser des Verfahrens waren zwei Millionen Schweizer Franken plus 223’000 Franken an Sozialversicherungsbeiträgen. Diese Summen liess Blatter im Jahr 2011 an Platini überweisen – als Entschädigungen für dessen «Beratertätigkeit». Blatter tat das Ganze als «Gentlemen’s Agreement» ab.
- Blatter und Platini freigesprochenExterner Link – Bericht zum heutigen Urteil von SRF News.
- «Ein Freispruch von Michel Platini hätte weitreichende Folgen für die Fifa» – Vorschau der NZZ auf das zu erwartende Urteil (Paywall).
- Die Schweiz, der Sport und die Korruption – spannender Hintergrund meiner Kollegin Martine Brocard.
- Rémi Dupré: «Prozessausgang wird sich auf Image der Fifa auswirken» – Kollegin Marie Vuillemier hat 2020 einen Experten der französischen Zeitung «Le Monde» interviewt.
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Die Zahl der Russ:innen auf der Sanktionsliste steigt. Aber jene der in der Schweiz blockierten Vermögen stagniert.
Was ist da los? Das Game ist bekannt: Superreiche aus dem Dunstkreis Putins lieben die Schweiz. Aber nicht wegen der Berge und der gesunden Luft. Vielmehr, weil sie ihnen als sicherer Hafen für ihr Vermögen dient. Oder zumindest für einen Teil davon.
Bis zu 200 Milliarden Franken Vermögen sollen auf Schweizer Bankkonten lagern. Diese Zahl stammt nicht von Bankenkritikern, sondern von der Bankiervereinigung.
Aktueller Stand der eingefrorenen Oligarchen-Gelder: 6,7 Milliarden Franken.
«Es fehlt auch fast fünf Monate nach Kriegsbeginn weiter an politischem Willen und aktiven Bemühungen, um Vermögenswerte von sanktionierten Personen aufzuspüren», kritisierte ein Sprecher von Public Eye. Die NGO untersucht das Geschäftsmodell des Schweizer Finanzplatzes mit reichen Russinnen und Russen seit langem.
- Die Jagd auf die Russen-Gelder stocktExterner Link – Artikel des Tages-Anzeigers.
- Oligarchengelder in der Schweiz: Braucht es eine Taskforce?Externer Link – Beitrag von Oliver Washington von Schweizer Radio SRF.
- «Die Schweiz stellt sich tot» – unser Gespräch mit dem Schweizer Antikorruptionsexperten Mark Pieth.
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Unser Team von SWI swissinfo.ch, das für die 5. Schweiz berichtet, lädt Sie herzlich ein, am kommenden Montag, 11. Juli 2022, um 14 Uhr (Schweizer Zeit) an der Redaktionssitzung mitzudiskutieren! Interessiert? Melden Sie sich per Mail an german@swissinfo.ch und erhalten Sie den Link zum Meeting am Montag!
Nix von «Summer of Love», sondern Radau und Vermüllung. Und das in Schweizer Kinos? Was läuft da?
#Gentleminions nennt sich ein Hype, der aus der digitalen Welt, genauer von Tiktok, jetzt in die reale Welt der Schweizer Kinosäle kommt.
Auslöser ist der neue «Minions»-Animationsfilm, der Eltern mit ihren Kindern in die kühlen Säle lockt.
Unter dem Hashtag verabreden sich nun meist männliche Jugendliche zu unlöblichem Tun: In Anzug gekleidet und mit Sonnenbrille auf der Nase crashen sie die Vorstellungen. Statt Filmmärchen als friedliches Familienhappening lautes Klatschen und Grölen. Zurück bleibt eine Litteringwüste.
Wozu? Um den auf dem Handy gefilmten Clip als Dokument ins Netz zu stellen – eine Art digitale Version von «wer hat den Längsten?»
- Jugendliche verwüsten wegen Tiktok-Trend Schweizer KinosäleExterner Link – Bericht in 20 Minuten.
- «Rocky Horror Picture Show» in München. Wo seit 40 Jahren Klopapier durchs Kino fliegtExterner Link – aktives Kinoerlebnis der spassig-friedlichen Art mit einem alten Klassiker (Deutschlandfunk).
Zum Schluss noch zu einem Viech, das von mir aus lieber heute als morgen aussterben darf: die Zecke.
Beim Joggen durch Wälder und in den Bergen kann ich auf diese Blutsauger, die sich im Vorbeigehen an meine Beine ankletten, liebend gerne verzichten. Denn sie können schwere Krankheiten übertragen. Bis jetzt hatte ich immer Glück und konnte die Drecksviecher rechtzeitig entfernen.
Jetzt muss ich mich wohl auf eine neue Art einstellen: Es ist eine grosse Zecke namens Hyalomma, die aus den Tropen zu uns kommt. Und sie könnte, falls es denn nicht mehr richtig kalt wird, sogar die hiesigen Winter überstehen.
Einen «Vorteil» haben sie: Sie sind doppelt bis dreimal so gross wie die herkömmliche Zecke und sollten also leichter zu entdecken sein.
- Tropische Superzecke überwintert in der SchweizExterner Link – Artikel in 20minuten.ch.
- Jeder Siebte weltweit laut Studie bereits mit Borreliose infiziert – Bericht unserer Agentur zu den verheerenden Folgen von Zeckenbissen weltweit.
- So schützen Sie sich vor Zecken – Explainer von meinen Kolleg:innen Jo Fahy und Kai Reusser von 2017.
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