Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizer:innen
Wenn Sie in Europa leben: Wie sehen Sie dem kommenden Winter entgegen? Rüsten Sie zu Hause auf mit Kerzen, Holz, Generator? Oder sind Sie eher Teil des Teams "kommt schon gut"?
Herzliche Grüsse
Gasmangellage: Schweiz soll wie die EU freiwillig insgesamt 15 Prozent Gas einsparen.
Gestern Nachmittag informierte der Bundesrat an seiner Medienkonferenz darüber, wie er bei einer Gasmangellage den Energieverbrauch einschränken will. Mit einem Gassparziel, kühleren Räumen und allfälligen Verboten will er dem Winter trotzen. Die Verwaltung soll mit gutem Beispiel vorangehen.
Energieministerin Simonetta Sommaruga sagte gestern, dass das Sparziel einerseits dazu diene, eine Mangellage in der Schweiz zu vermeiden. Andererseits sei Gas-Sparen ein Beitrag zur Stärkung der Versorgungssicherheit in Europa. Noch ist die Gasversorgung nicht gefährdet. Und solange keine akute Mangellage droht, setzt der Bundesrat auf Freiwilligkeit.
So sollen sich etwa Firmen und Privathaushalte einschränken. Wirtschaftsminister Guy Parmelin sagte, nun seien «Selbstdisziplin und Genügsamkeit» gefragt. Konkret denkt der Bundesrat an die freiwillige Senkung der Raumtemperaturen in öffentlichen und privaten Räumen und an den Verzicht auf nicht lebensnotwendige Einrichtungen, die mit Gas betrieben werden.
- Hier geht es zur Zusammenfassung der gestrigen Medienkonferenz: Massnahmen bei EnergiemangelExterner Link.
- Was hat der Bundesrat beschlossen: Die wichtigsten Fragen und Antworten hat der Tages-Anzeiger zusammengefasstExterner Link (Paywall).
- So reagieren die Parteien auf die gestrige Medienkonferenz: Von «lieber spät als nie» bis «zu zögerlich»Externer Link in der Aargauer Zeitung (Paywall).
- Die Haushalte in der Schweiz rüsten sich: Ein Artikel meines Kollegen Benjamin von Wyl.
Der Basler Pharmakonzern Novartis trennt sich von seiner Generika-Tochter Sandoz.
Novartis löst sich von seiner Tochterfirma Sandoz. Im vergangenen Jahr hatte Novartis angekündigt, dass er eine «strategische Prüfung» über seine Generikasektion durchführt. Nun schafft Novartis Klarheit: «Das Sandoz-Geschäft soll durch eine hundertprozentige Ausgliederung als eigenständiges Unternehmen abgespalten werden», heisst es in einer Mitteilung von heute Morgen.
Die neue Firma habe ihren Sitz in der Schweiz und werde auch an der Schweizer Börse gehandelt. Ein Meilenstein in der Geschichte von Sandoz: 1996 fusionierte die Firma Sandoz mit Ciba-Geigy zu Novartis. Nun trennt man sich wieder.
Dadurch entsteht das grösste europäische Generikaunternehmen und ein weltweit führender Anbieter von Biosimilars. Novartis wiederum werde durch den Schritt zu einem stärker fokussierten Unternehmen. Generika sind wirkstoffgleiche Nachahmerprodukte von Arzneien, deren Patentschutz abgelaufen ist und die oft günstiger als die Erstanbieterpräparate sind.
- Knall in Basel: Die Aargauer Zeitung über die AusgliederungExterner Link (Paywall).
- Auch SRF-NewsExterner Link berichtet.
- Die Geschichte der Schweizer PharmaindustrieExterner Link: der umfassende Bericht zur Entwicklung des globalen Zentrums der Pharmaindustrie von meinen Kolleginnen. Sehr lesenswert!
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Auch die jungen Auslandschweizer:innen waren am Auslandschweizerkongress.
Die «Stiftung für junge Auslandschweizer» organisiert im Sommer wie auch im Winter Jugendlager in der Schweiz, um die jungen Schweizer:innen im Ausland mit ihrem Heimatland zu verbinden. Eine Jugendfraktion der Auslandschweizer:innen zog mit ihrer Anwesenheit am 98. Auslandschweizerkongress viel Aufmerksamkeit auf sich.
Bundespräsident Ignazio Cassis hat sich im Rahmen des Kongresses der Auslandschweizer:innen extra ein Zeitfenster reserviert, um die jungen Schweizer:innen aus dem Ausland zu treffen. Für einige von ihnen war die Schweiz bisher fremdes Land. Vor allem die Schweizer Natur begeisterte sie.
Auch SRF hat mit den Jugendlichen gesprochen und sie gefragt, was sie von der Schweizer Demokratie denken und wie sie die gegenwärtige Neutralitätspolitik angesichts des Ukraine-Kriegs sehen? So sagt Kim Häfliger aus Deutschland zur Frage der Demokratie etwa, dass ihm das Schweizer System besser gefällt als das deutsche.
- Hier geht es zum Beitrag des Echos der ZeitExterner Link.
- Auslandschweizer:innen lernen ihre fremde Heimat kennenExterner Link – ein Beitrag aus der Tagesschau.
- Auf der Seite der Stiftung für junge AuslandschweizerExterner Link finden Sie Informationen zu den Lagern.
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Leihmutterschaft: Die Mutter eines Kindes ist immer die Frau, die das Kind zur Welt bringt.
Leihmutterschaft ist in der Schweiz illegal. Wer trotzdem ein Kind von einer Leihmutter bekommt, hat es in der Schweiz schwierig. Das Bundesgericht hat letzte Woche in einem Aargauer Fall entschieden, dass bis zur Adoption die Leihmutter in der Schweiz als Mutter gilt. Nicht der erste solche Entscheid.
«Das Urteil bestätigt die strenge Haltung des Bundesgerichts. Es ändert eigentlich nichts, zeigt aber einmal mehr, wie schwierig es in diesen Fällen ist, in der Schweiz als Eltern anerkannt zu werden», sagt Nicole Marti, Bundesgerichts-Korrespondentin von SRF.
Der Schweizer Vater hat es bei einer Leihmutterschaft relativ einfach – vorausgesetzt er ist der leibliche Vater. Dann kann er sich durch eine Vaterschaftsanerkennung rechtlich als Vater in der Schweiz eintragen lassen. Ist er nicht der biologische Vater, muss er das Kind adoptieren. Die Mutter muss dies in jedem Fall. Die Aargauer Zeitung hat das Aargauer Paar im Prozess der Leihmutterschaft begleitet. Seit drei Jahren kämpfen die Eltern um die Anerkennung ihrer Tochter, die durch eine Leihmutter in Georgien ausgetragen wurde.
- Die Geschichte hinter dem Gerichtsfall: «Ich würde es immer wieder genauso machen»Externer Link (Paywall).
- Das Bundesgericht zum Aargauer Fall auf SRF NewsExterner Link.
- Der Krieg wirft ein Licht auf die Leihmutterschaft in der Ukraine – der Bericht meiner Kollegin Kaoru Uda.
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