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Elisabeth Baume-Schneider und Albert Rösti werden vereidigt

Heute in der Schweiz

Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Bundesratswahl. Selten werden gleich zwei Sitze in der Landesregierung neu bestellt. Und noch weniger oft kommt es dabei zu einer Überraschung wie heute.

Herzliche Grüsse aus Bern

Elisabeth Baume-Schneider und Albert Rösti werden vereidigt
© Keystone / Peter Schneider

Ihr Briefing steht heute (fast) ganz im Zeichen der Bundesratswahl.

Bern war diesen Vormittag aus dem Häuschen. Bereits in den frühen Morgenstunden konnte ich auf dem Weg zur Arbeit vor dem Bundeshaus einen Pulk von Kameraleuten beobachten, die dem Kandidaten Albert Rösti auf Schritt und Tritt folgten. Daneben wurden in einem riesigen Zelt die Sonderausweise für den Zugang zum Parlamentsgebäude geprüft.

Dann begann pünktlich um 8 Uhr das erste Traktandum der Parlamentssitzung: Wahl in den Bundesrat. Erste Vakanz war der Ministerposten von Finanzminister Ueli Maurer von der Schweizerischen Volkspartei, der auf Ende Jahr zurücktreten wird. Klar und deutlich setzte sich dabei bereits im ersten Wahlgang der Favorit durch – der Berner Albert Rösti.

Für den zweiten Regierungssitz, den Umweltministerin Simonetta Sommaruga von der Sozialdemokratischen Partei Ende Jahr verlassen wird, waren zwei Frauen angetreten. Als klare Favoritin galt die Baslerin Eva Herzog. Im dritten Wahlgang kam es zur grossen Überraschung: Die Vereinigte Bundesversammlung wählte die Jurassierin Elisabeth Baume-Schneider, die zu Beginn des Auswahlverfahrens noch als krasse Aussenseiterin galt.

Elisabeth Baume-Schneider
© Keystone / Peter Schneider

Zwar wurde Albert Rösti zuerst gewählt, doch Elisabeth Baume-Schneider sorgte für die grosse Überraschung. Deshalb: Ladies first!

Wer ist die neue Bundesrätin? Kaum jemand hatte mit ihr gerechnet. Zu links und die falsche Landessprache (Französisch). «Ihre Chancen auf einen Platz in der Landesregierung sind (…) eher gering», schrieben wir in unserer Vorschau auf die Wahl.

Nach ihrem Erfolg werden nun die Deutschsprachigen, die 62% der Bevölkerung ausmachen, erstmals in der Regierung eine Minderheit stellen. Watson klagt: «Die Deutschschweiz östlich von Bern ist nur noch durch Karin Keller-Sutter vertreten.» Doch warten wir mal ab: Die SP-Ständerätin ist zweisprachig, spricht fliessend Deutsch und Französisch und sagt, sie wolle eine Brücke zwischen den Sprachregionen schlagen.

«Baume-Schneider kam, sah, lachte herzlich. Es schien, als wäre im Nationalratssaal die Sonne aufgegangen.» Das schreibt nicht ein linkes Blatt, sondern der Nebelspalter, eines der Leibblätter der SVP. Die 58-jährige Jurassierin habe mit ihrem Charisma überzeugen können. Und mit ihrer Herkunft als Bauerntochter.

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Albert Rösti
© Keystone / Peter Schneider

Und nun zu Albert Rösti: Der Berner wurde im ersten Wahlgang souverän gewählt.

Es war ein Start-Ziel-Sieg für Nationalrat Albert Rösti. Von Anfang an galt er als Favorit für den Sitz der SVP. Sein Konkurrent Hans-Ueli Vogt, ehemaliger SVP-Nationalrat aus Zürich, musste sich bereits im ersten Wahlgang geschlagen geben.

Mit Rösti bleibt ein Sitz der Landesregierung beim Kanton Bern. Und wie bereits der legendäre Adolf Ogi, stammt der Neugewählte ursprünglich aus dem Bergdorf Kandersteg. Auch er gibt sich konziliant und betont, dass er Brücken bauen wolle. Zielsetzung müsse sein, dass es der Bevölkerung gut gehe, sagte er an einer ersten Medienkonferenz nach der Wahl.

Im Vorfeld war Rösti für seine zahlreichen Lobby-Mandate kritisiert worden. Auf der Website des Parlaments gibt der 55-jährige Nationalrat 16 Interessenbindungen an, wovon 13 bezahlt werden. Darunter waren bis in diesem Jahr auch die Präsidentschaften der Erdöllobby Swiss Oil und der Aktion für eine vernünftige Energiepolitik – einer Atomlobby.

Fussball-WM in Katar: Schweiz gegen Portugal
© Keystone / Laurent Gillieron

Ok, ganz ohne Fussball kann ich Sie aber nicht entlassen: Das harte Aus für die Schweizer Nati in Katar.

Man kann von der Fussball-WM in Katar halten, was man will. Aber gestern Abend konnte ich den Achtelfinal der Schweiz gegen Portugal kaum ignorieren, obwohl ich mir das eigentlich vorgenommen hatte. Ich begnügte mich damit, das Spiel am Radio kommentiert zu hören. Und das war wohl besser für meine Nerven.

1:6, eine richtige Klatsche, setzte es für unsere Nationalmannschaft. Und das nach grossen Tönen wie etwa im Blick von gestern: «Heute besiegt ihr den Ronaldo-Fluch», hatte die Zeitung getitelt.

Am Tag danach schreibt das Boulevardblatt in Anlehnung an die portugiesische Weltschmerz-Musik auf seiner Frontseite: «Das war fado, liebe Nati!» Das 1:6 gegen Portugal ist eine der höchsten WM-Niederlagen überhaupt, wie Bluewin.ch vermeldet.

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