Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Der Aussenminister Ignazio Cassis spricht im UNO-Sicherheitsrat: Das ist eine schweizerische Premiere.
Freundliche Grüsse aus Bern
Die Schweiz ist definitiv in der multilateralen Politik angekommen.
Seit Anfang Jahr hat die Schweiz einen Sitz im UNO-Sicherheitsrat, als eines von zehn nichtständigen Mitgliedern. Mit einem Deal, dank dem Nothilfelieferungen nach Syrien verlängert werden können, hat sie sich bereits nützlich machen können.
Botschafterin Pascale Baeriswyl hat bereits an mehreren Sitzungen teilgenommen. Am Donnerstag wird nun erstmals Aussenminister Ignazio Cassis dabei sein. Er wird dort auch weitere Regierungsvertreter:innen treffen.
Auch wenn wenig Konkretes erwartet werden darf: Symbolisch ist der Auftritt sicher wichtig. Damit ist die Schweiz, die sehr spät der UNO beitrat, nun definitiv im engsten Kreis der multilateralen Politik angekommen.
- Watson berichtetExterner Link über die historische Premiere.
- Über den Deal zu den Nothilfelieferungen nach Syrien haben wir hier berichtet.
- Der Schweizer Kandidatur haben wir im Vorfeld eine ganze Serie gewidmet.
Schweizer Napalm als Exportschlager.
Die Napalm-Variante «Opalm» wurde weltweit in kriegsführende Länder geliefert. Lange galt die tödliche Brandwaffe als Sowjet-Produkt. Heute ist klar: Sie wurde in der Schweiz entwickelt.
Militärische Experten waren begeistert: Napalm bot für wenig Geld grösstmögliche Zerstörung. «Eine Napalm-Bombe», konnte man damals in der Schweizer Presse lesen, «bedeckt eine Fläche von fast 2000 Metern im Quadrat mit ihren sengenden Flammen und vernichtet alles Lebende in ihrem Bereich.»
Die Firma HOVAG, Vorgängerin der heutigen EMS in Graubünden, die der Familie Blocher gehört, machte damit ein gutes Geschäft in Entwicklungsländern. Die benutzten das Napalm mitunter dafür, Aufständische in ihrem Land zu bombardieren. Unter zumindest dubiosen Umständen.
- Hier finden Sie den Artikel der Historikerin und Journalistin Regula Bochsler.
- Der Beitrag ist der letzte Teil unserer Miniserie zur HOVAG. Den ersten finden Sie hier, den zweiten hier.
Hunderttausende Menschen in der Schweiz haben eine Lese- und Schreibschwäche.
Kann eine Person ihren beruflichen und privaten Alltag nicht problemlos bewältigen, wird von Illettrismus oder funktionalem Analphabetismus gesprochen. In der Schweiz soll es 800’000 Betroffene geben, das ist fast jede:r Zehnte – in Deutschland geht man von rund 15% der Bevölkerung aus.
Sie haben zwar die Schule absolviert, können schreiben und lesen – aber eben mit Schwierigkeiten. Oft erschliesst sich ihnen der Sinn eines längeren Textes nicht, oder sie brauchen sehr lange, um schon nur eine Geburtstagskarte zu schreiben.
Mit Intelligenz hat das nichts zu tun, es handelt sich vielmehr um ein soziales Phänomen, das angegangen werden kann. Prävention und Integration für die Betroffenen wird mittlerweile in der Schule mehr Gewicht beigemessen, auch gibt es für Erwachsene vermehrt Kurse dafür. Die Digitalisierung verändert in diesem Zusammenhang auch einiges – in welche Richtung, ist noch unklar.
- Hier finden SieExterner Link den Artikel der NZZ. (Paywall)
- In diesem Zusammenhang noch der Hinweis auf meinen Artikel zum Sprachenschwund, den ein Schweizer Sprachwissenschaftler auf Neukaledonien zu bekämpfen versuchte.
Lebensmittel werden teurer – wie viel teurer, zeigt ein Experiment.
Inflation und Krieg führen zu höheren Preisen, das lässt sich mittlerweile fast überall auf der Welt feststellen. Und in der Schweiz? Eine Tamedia-Journalistin hat im Experiment festgestellt, dass ihr Einkauf um satte 8,4 Prozent gestiegen ist.
Der Preisüberwacher beurteilt das kritisch: «Betrachtet man die normale Teuerungsentwicklung, liegt dieser Wert weit darüber.» Die Inflation in der Schweiz bewegte sich im letzten Jahr zwischen zwei und drei Prozent.
Man kann sich nun fragen, woran das genau liegt. Generell ist es so, dass es in der Schweiz wenig Wettbewerb gibt, weil Migros und Coop den Grossteil des Marktes beherrschen. Der Preisüberwacher erinnert daran, dass die Detailhändler auch eine Verantwortung gegenüber Menschen mit kleinem Portemonnaie haben.
- Hier geht esExterner Link zum Experiment in der Berner Zeitung. (Paywall)
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