Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer
Müssen Sie in Ihrem Wohnland die Schweizer Neutralität rechtfertigen? In der Schweiz wird diskutiert, ob die Neutralität im Ausland verstanden wird oder nicht.
Herzliche Grüsse
Die Neutralität der Schweiz wurde am WEF in Frage gestellt.
«Abseitsstehen ist keine Option», sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Und Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg rief «alle Nationen auf, zur militärischen Unterstützung der Ukraine beizutragen».
Bundespräsident Alain Berset will darin keine Kritik an der Schweiz erkennen. Er glaube nicht, dass sich die Schweiz schuldig mache, weil sie keine Waffen liefere. «Die Schweiz hat eine besondere Rolle zu spielen.» Das sei von den anderen Ländern gut verstanden worden, behauptete er vor den Medien in Davos.
Nationale und internationale Medien widersprechen, allen voran der Blick, der nicht glaubt, dass die Neutralität verstanden wurde. Auch «The Economist» findet, Neutralität wirke zunehmend wie eine simplifizierende Antwort auf komplexe geopolitische Fragen. Zwar hätte es nicht den gleichen Effekt wie bei den USA während des Zweiten Weltkriegs, wenn die Schweiz für die Ukraine von der Neutralität abrückte, doch es wäre eine willkommene Entscheidung «to join the real world».
- Die Meldung auf swissinfo.ch.
- Der Artikel im EconomistExterner Link (Paywall).
- Der BlickExterner Link widerspricht Berset.
- Unser Fokus: Wie neutral ist die Schweiz wirklich?
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Wenn nicht Waffen, dann aber doch Geld? Enteignung von Russ:innen war am WEF ein dominierendes Thema.
Laut Aussenminister Ignazio Cassis sucht die Schweiz – unter internationalem Druck – nach Wegen, wie die eingefrorenen Milliarden von reichen Russ:innen für den Wiederaufbau der Ukraine eingesetzt werden könnten. Im Interview mit den Tamedia-Zeitungen sagte er, gemäss heutigem Recht könne man die Gelder nicht konfiszieren.
«Möchte man diese Gelder an die Ukraine geben, braucht es entsprechende völkerrechtliche und nationale Rechtsanpassungen«, so Cassis. In der Schweiz hätte dann wahrscheinlich das Volk das letzte Wort.
«Unrecht darf nicht mit Unrecht vergolten werden», kommentiert auch die NZZ. So verheerend und teuer die Schäden in der Ukraine auch seien, eine Rechtfertigung zur willkürlichen Enteignung privater Vermögen seien sie nicht. In schwierigen Zeiten müsse sich der Rechtsstaat erst recht beweisen.
- Das Interview im Tages-AnzeigerExterner Link (Paywall).
- Ein Interview mit Ignazio Cassis bei SRFExterner Link.
- ArtikelExterner Link und KommentarExterner Link in der NZZ (Paywall).
- Aus unserem Archiv: Enteignen statt einfrieren: Geht das in der Schweiz?
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Warum die zwei wichtigsten orthodoxen Kirchen nicht mehr miteinander sprechen – und was der Ukraine-Krieg damit zu tun hat.
Der Angriff auf die Ukraine sei zwar kein Religionskrieg, sagt der Theologe Stefan Kube im Interview mit meinem Kollegen Giannis Mavris. Die russische Propaganda sei aber theologisch aufgeladen.
So rechtfertigt der Vorsteher der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kyrill, den Angriff auf die Ukraine mit dem Argument, Russland verteidige sich gegen aggressive und teuflische westliche Werte wie etwa die Säkularisierung.
Entsprechend hat der Angriff auf die Ukraine innerhalb der christlich-orthodoxen Gemeinschaften zu grossen Zerwürfnissen geführt. Ein Teil der orthodoxen Gläubigen in der Ukraine, die sich dem Moskauer Patriarchat zugehörig fühlten, haben mit Russland gebrochen.
- Das Interview auf swissinfo.ch.
- Unsere Serie «Kriegsverbrechen in der Ukraine«.
Auslandschweizer errichtet Pekannuss-Plantage in Uruguay.
Als 21-Jähriger ist Thomas Siegenthaler nach Uruguay ausgewandert. Er kaufte 104 Hektaren Land in der Nähe der Stadt Trinidad. Dort will er Pekannnüsse und Eier produzieren, eventuell auch Rinder aufziehen und Wald aufforsten.
«Am Anfang war es nicht einfach», schreibt er in der BauernZeitung. Acht Monate lebte er in einem Zelt – das vom Wind mehrmals weggeweht wurde. Dann baute er sich ein kleines Haus aus Blechen und Styropor.
Mehrere Jahre ist Siegenthaler nun schon in Uruguay. Es brauche viel Hingabe, Durchhaltevermögen und Geduld, sagt er. In weiteren Berichten für die BauernZeitung wird er verraten, wie seine Geschichte weitergegangen ist.
- Den ganzen Artikel lesen Sie in der heutigen Printausgabe der BauernZeitung.
- Aus unserem Archiv: «Ein halbes Jahr Uruguay, und ich habe noch kein Pferd gesehen»; Uruguay ist in Sachen direkte Demokratie die Schweiz Lateinamerikas.
- Unser Schwerpunkt «Swiss Abroad«.
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