Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Die Rohstoffbranche macht astronomische Gewinne. Glencore alleine hat im letzten Jahr 17 Milliarden Gewinn gemacht – dank dem Krieg in der Ukraine.
Freundliche Grüsse aus Bern
Rohstoffmultis verdienen kräftig – und werden für die Schweizer Wirtschaft immer wichtiger.
Im Jahr 2022 hat alleine Glencore 17 Milliarden Dollar Gewinn gemacht. Denn die kriegsbedingten Verwerfungen bei Rohöl, Gas und Kohle haben die Preise hochschnellen lassen. Auch andere haben profitiert: Der Rohstoffhändler Trafigura etwa verdoppelte auf 7 Milliarden, der Ölhändler Vitol hat 4,5 Milliarden gemacht.
Das Geschäft der rund 900 Öl-, Kaffee- oder Metallhändler mit ihren 10’000 Angestellten macht damit mittlerweile 8,5% des BIP der Schweiz aus. Das ist fast so viel wie die Banken und Versicherungen zusammen – und dreimal so viel wie der gesamte Tourismus mit seinen 160’000 Beschäftigten. Vor zwanzig Jahren war es noch weniger als 1% des BIP.
Politiker:innen in der Schweiz wollen diese kriegsbedingten Übergewinne versteuern. Erstaunlicherweise melden sich dazu Politiker von den Grünen wie auch von der SVP zu Wort. Ob das allerdings geschehen wird, ist fraglich. Der Bundesrat will das nicht, denn solche Übergewinne könnten kaum abgegrenzt werden. Und natürlich will man auch die Wirtschaftsgiganten nicht verärgern.
- Hier finden Sie unsere Meldung zum Gewinn von Glencore.
- Die Übersicht des Tages-Anzeigers finden Sie hierExterner Link. (Paywall)
- Watson zeigt aufExterner Link, dass auch Ölmultis riesige Gewinne einfahren.
Demokratien destabilisieren: Auch die Schweiz könnte angegriffen werden.
Die Geschichte ist eingeschlagen wie eine Bombe: Ein israelisches Unternehmen bietet Politiker:innen und Geschäftsleuten an, Staaten mit Desinformationskampagnen destabilisieren und Wahlen beeinflussen zu können. Eine Undercover-Geschichte liess die Sache auffliegen.
Auch wenn die Gruppe ihren Einfluss vermutlich aufgeblasen hat (immerhin will sie ihr «Produkt» verkaufen): Die Journalisten konnten verifizieren, dass sie Telegram-Kanäle von Drittpersonen manipulieren können – das alleine ist bereits sehr beunruhigend.
Die Schweiz könnte durchaus auch ein Ziel werden. Wie der Cybersicherheitexperte Nicolas Mayencourt sagt, schneidet die Schweiz in dieser Hinsicht schlecht ab. Denn die Präsenz internationaler Unternehmen und die Digitalisierung schaffe Möglichkeiten für Manipulationen: «Wertvolle Ziele, wenig Schutz. Eine schlechte Kombination mit Blick auf Cyberkriminalität.»
- Hier finden SieExterner Link das Interview im Tages-Anzeiger. (Paywall)
- Eine Einordnung des Falles finden Sie bei SRF NewsExterner Link.
Nach Evakuation im Bundeshaus: Kritik an den Behörden.
Gestern wurde ein Verdächtiger vor dem Bundeshaus verhaftet und sein Auto von einem Bombenentschärfungskommando untersucht. Währenddessen wurden Bundesrat und anwesende Parlamentarier:innen evakuiert.
Nicht alle waren jedoch mit dem Prozedere zufrieden, es sei zu langsam informiert worden, der Sammelplatz sei ungeschützt gewesen. Andere fanden, das Ganze sei sauber und professionell durchgeführt worden.
Auf jeden Fall wird es noch Analysen geben. Und dann wird sich weisen, ob es allenfalls zu Korrekturen kommen soll – fraglich ist etwa, warum Bundesrat und Parlament in solchen Fällen unterschiedlich evakuiert wurden. Die NZZ schreibt: «In Bundesbern herrscht Gewaltenteilung sogar bei Bombenalarm.»
- Hier finden SieExterner Link den Bericht der NZZ. (Paywall)
- Zum Blick-Video geht es hierExterner Link.
- Bluewin.ch hat die Kritik zusammengefasstExterner Link.
Eine Hundeführerin erzählt vom Einsatz in der Türkei.
Monika Suter ist Pflegefachfrau und Hundeführerin beim Verein für Such- und Rettungshunde Redog. Als am 6. Februar die Erde in der Türkei und Syrien bebte, wurde sie angefragt, mit ihrer Hündin Nukka ins Katastrophengebiet zu reisen.
«Was ich da sah, ging tief», sagt sie im Interview mit dem Tages-Anzeiger. Das Ausmass sei unvorstellbar, die Todeszahlen steigen zehn Tage danach immer noch stark an. Der Einsatz ging nach etwas weniger als einer Woche zu Ende, seither ist ein zweites Team vor Ort.
Die Arbeit sei auch für die Hündin sehr anstrengend, sagt Suter: «Sie haben nicht ihren normalen Tagesablauf, und auch die Gerüche, Geräusche und die Leute sind anders.» Starke Emotionen in einer fremden Umgebung tun ihr Übriges. Das Team von Suter konnte mithilfe der Hunde dennoch fünf Menschen retten.
- Hier geht esExterner Link zum Interview des Tages-Anzeigers.
- Die Glückskette sammelt weiter – hier finden Sie den LinkExterner Link zur Spendenaktion.
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