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Kinder, die farbige Karten zum Abstimmen in die Höhe strecken

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer

Expertinnen und Spezialisten versuchen auch heute, das Not-Aus der Credit Suisse zu verstehen und einzuordnen. Derweil beweisen in Luzern Kinder, wie verantwortungsvoll sie mit Geld umgehen können.

Beste Grüsse

Credit Suisse Eingänge mit verschlossenen Rollläden
Keystone

«Der Bankrott eines Finanzcasino-Systems»: Das sagt Marc Chesney, Professor für Finanzwirtschaft an der Uni Zürich, zum Untergang der Credit Suisse.

«Sie haben Akteure, die mit dem Geld der Steuerzahlenden pokern. An einem Tag gewinnen sie, an einem anderen Tag verlieren sie. Aber am Ende trägt die Allgemeinheit die Kosten«, sagt der gebürtige Franzose im Interview mit SWI swissinfo.ch.

Er hält mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg zurück. «Es ist der Bankrott der Politik, die 15 Jahre lang nichts oder zumindest nichts Ernsthaftes unternommen hat. Und es ist auch der Bankrott der Lehre im akademischen Bereich des Finanzwesens.»

Chesneys klare Worte dürften einigen Köpfen in der Bankenmetropole Zürich und unter der Bundeshauskuppel in Bern ziemlich missfallen.

Kinder, die farbige Karten zum Abstimmen in die Höhe strecken
swissinfo.ch

Rarität in der Schweiz: In der Stadt Luzern sind Kinder Teil des politischen Alltags.

Seit 1993 existiert dort das Kinderparlament, das dieses Jahr also seinen 30. Geburtstag feiert. Darin politisieren rund 90 Kinder zwischen acht und 14 Jahren.

Und wie sie dies tun: respektvoll, informiert, selbstbewusst. Und reflektiert.

Was wir beim kürzlichen Besuch an der ersten von drei Sessionen des Jahres sahen und hörten, hat uns beeindruckt: Die «Kipas», wie sie sich selber nennen, nutzen ihr Recht des Postulats, um die Stadt kindergerechter zu machen. So erreichten sie, dass der öffentliche Verkehr in Luzern ab Sommer für alle 6- bis 16-Jährige nur noch gut die Hälfte kostet.

Und bei der Budgetdebatte bewiesen sie Augenmass, in dem sie die Auflage des «Kiz-Blitz», des Magazins des Kipa, um 25% senkten. Verschlingt doch die Publikation, die vom Team der Kiz-Reporter:innen gemacht wird, über die Hälfte des Kipa-Jahresbudgets von 20’000 Franken.

Barack Obama spricht an einer Veranstaltung mit Mikrofon in der Hand
Keystone

Am 29. April spricht Ex-US-Präsident Barack Obama in Zürich. Vermutlich liege ich nicht völlig falsch, wenn dann auch die Schweizer Banken Thema sind.

Es wird Obamas erster Besuch in der Schweiz. Denn als Präsident, also in den Jahren 2009 bis 2017, liess er sie auf seinen Reisen aus. Dafür ist die Schweiz jetzt eine von nur drei Stationen, wo Obama auf seiner Mini-Tour durch Europa auftritt.

Die Eintrittspreise machen klar, dass es nicht nur um die Einschätzungen und Bonmots des Ex-Präsidenten zu aktuellen Themen gehen wird, sondern auch um «Money»: Die Eintrittspreise beginnen zwar bei moderaten 59 Franken, klettern dann aber 564 Franken («Gold Ticket»).

Wer sich schon lange Mal mit Obama persönlich unterhalten wollte, kann dies tun – gegen ein Aufgeld von 2500 Franken auf ein Ticket.

Menschen in einem Saal mit grossem Screen an der Wand
/ Alexandra Jaeggi

Rund 800’000 Schweizer:innen leben im Ausland. Wie möglichst viele von ihnen zum Abstimmen und Wählen motivieren?

Neue Köpfe wie Michelle Hufschmid, die in Grossbritannien studierte und weiter dort lebt, bringen frischen Wind in die Community der Auslandschweizer:innen.

Am Auslandschweizer:innenrat von letztem Wochenende in Bern diskutierten 60 Vertreter:innen vor Ort sowie 40 zugeschaltete Mitglieder darüber, wie die Schweizer Diaspora politisch aktiviert werden könnte.

Aktuell ist nur ein Viertel der Auslandschweizer:innen im Stimmregister eingetragen. Und davon nimmt wiederum nur ein Viertel aktiv an Abstimmungen und Wahlen teil, also nur gut 30’000.

Hufschmids Vorschlag: Schweizer Studierende könnten über «Swiss Clubs» informiert werden, die es an vielen ausländischen Unis gebe. Oder die Unis in der Schweiz könnten Studierende, die im Ausland studierten, über die Möglichkeiten zur politischen Teilnahme informieren.

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