The Swiss voice in the world since 1935
Herrschaftshaus hinter hoher Mauer

Heute in der Schweiz

Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer

Die russische Botschaft in der Schweiz droht einem Schweizer Journalisten mit bis zu sieben Jahren Straflager. Er berichtet über die Verteidigung der Menschen in der Ukraine gegen Russlands Invasoren.

Beste Grüsse aus Bern

Herrschaftshaus hinter hoher Mauer
© Keystone / Peter Schneider

Hat der russische Botschafter in der Schweiz vergessen, dass diese eine Demokratie ist?

Natürlich nicht. Aber was trieb ihn an, den in Wien ansässigen Schweizer Korrespondenten der Neuen Zürcher Zeitung mit Straflager zu bedrohen, sollte er nach Russland einreisen? Begründet wurde die Drohung mit dessen Berichten über den Widerstand der Ukraine gegen die Invasoren aus Russland.

Die Aktion ist ein totaler Fail, der auf den Absender zurückfällt: Es ist eine Respektlosigkeit gegenüber der demokratischen Schweiz und insbesondere gegenüber der Pressefreiheit. Diese zählt hier zu den höchsten Gütern.

Meine Interpretation: Der russische Botschafter will sich bei seinen Chefs im Kreml empfehlen.

Das schweizerische Aussendepartement ist nun gefordert. Alles andere als eine offizielle Reaktion, die an Deutlichkeit und Unmissverständlichkeit nichts offenlässt, würde ich als Schweizer Journalist, der über die Demokratie Schweiz schreibt, nicht verstehen.

EDA will bei russischem Botschafter wegen Drohung intervenierenExterner Link – Bericht in der Südostschweiz.

Angriff auf Journalismus: Russische Breitseiten gegen Schweizer MedienExterner Link – Bericht von SRF News.

Pressefreiheit: Russland droht einem Schweizer JournalistenExterner Link – sogar die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet darüber.

Russische Söldnertruppe: Schweiz sanktioniert Wagner-GruppeExterner Link – Bericht im Blick.

Mehr

Debatte
Gastgeber/Gastgeberin May Elmahdi Lichtsteiner

Wie kann ein Wandel in der Klimapolitik bewirkt werden?

Die Aktionen der Umweltbewegung scheinen in der breiten Bevölkerung oft Unverständnis auszulösen. Was ist Ihre Meinung?

1 Likes
72 Kommentare
Diskussion anzeigen
Seit Samstag kämpfen im Sudan die zwei mächtigsten Generäle des Landes und ihre Einheiten um die Vorherrschaft. Im Bild: die Hauptstadt Khartum am Mittwoch. KEYSTONE/AP/Marwan Ali sda-ats

Der Welt mangelt es aktuell nicht an Kriegen und Krisen. Jetzt stösst der Sudan dazu.

In Sudan gehen die Gefechte weiter. Milizen mit Verbindungen zum Kreml und zur neu auch von der Schweiz sanktionierten so genannten Gruppe Wagner liefern sich mit den Kräften von Armeechef Al Burhan einen Machtkampf, der das Land beherrscht.

Zahlreiche Länder versuchen nun, ihre Landsleute aus dem Sudan zu evakuieren. Deutschland musste seine Aktion wegen der anhaltenden Kämpfe aber abbrechen.

Die Schweiz prüft nun, wie sie die rund 100 dort lebenden Auslandschweizer:innen in Sicherheit bringen könnte. Eine Option ist die Beteiligung an einer Rettungsaktion von Drittstaaten. Konkrete Informationen liegen aber noch keine vor.

Frau spricht und macht dazu Handzeichen
© EDA

Der aussenpolitische Druck auf die Schweiz ist gross. Dies auch wegen Brüssel, das Dampf aufsetzt.

«Hätte, hätte, Fahrradkette»: Hätte die Schweiz 2021 das Rahmenabkommen nicht vor dem Abschluss gekippt, gäbe es die Grossbaustelle mit der EU in dieser Form wohl kaum.

So aber kämpft die Schweiz aktuell nicht nur gegen den Imageverlust, weil sie sich weigert, der Ukraine direkte oder indirekte militärische Hilfe zu leisten.

Sie sieht sich auch mit erhöhtem Druck aus Brüssel konfrontiert. In einer Resolution des EU-Parlaments, die der österreichische Abgeordnete Lukas Mandl verfasste, mahnt er beide Seiten zur Eile.

Zwar weilt die Schweizer Staatssekretärin Livia Leu heute in Brüssel. Aber die Gespräche stecken immer noch im Stadium von «Sondierungen» fest. Für Verhandlungen besteht offenbar immer noch zu wenig gemeinsamer Boden.

Dabei drängt die Zeit, wie Mandl schrieb. Denn bis zu den Europawahlen dauert es nur noch ein Jahr. Bis dann sollte die angestrebte Paketlösung in trockenen Tüchern sein. Sonst riskiert die Schweiz, dass sie es mitten im Prozess mit einem neuen, unerfahrenen Brüsseler Team zu tun kriegt.

Reiter in alten Uniformen reiten auf ihren Pferden um ein grosses Feuer herum
Keystone/Ennio Leanza

Das Sechseläuten mit dem Verbrennen des «Böögg» von letztem Montag hat Nachwirkungen.

Das Sechseläuten ist ein traditionelles Volksfest, an dem sich die Zürcher Zünfte, die immer noch die wirtschaftliche und politische Elite der bürgerlichen Politik in der Metropole bilden, selbst feiern.

Im Vorfeld hatten sich die Zünftler – ihre Frauen durften da ausnahmsweise auch dabei sein – in einem Nobelhotel zu einem Ball getroffen. Zur Belustigung trat ein Mann mit geschwärztem Gesicht und schwarzer Lockenperücke auf.

Gekleidet war er mit einem Bast-Rock. Als i-Tüpfchen trug er einen grossen Knochen, den er sich zwischen die Beine klemmte.

Das so genannte Blackfacing ist schon seit längerer Zeit ein No go, weil es sich dabei um eine rassistische Lächerlichmachung von People of Color handelt.

Nun zeigt ein geleaktes Handy-Video, wie sich die Zünftler feiern, indem sie sich über dieses Tabu hinwegsetzen. Jetzt folgt ein Shitstorm.

Meistgelesen
Archiv - Fünfte Schweiz

Meistdiskutiert

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

Mehr: JTI-Zertifizierung von SWI swissinfo.ch

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft

SWI swissinfo.ch - Zweigniederlassung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft