Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Die Schweiz ist stolz auf ihr duales Bildungssystem. Die Beliebtheit der Lehre scheint jedoch zu bröckeln, wenn man den Schlagzeilen glaubt. Beim genaueren Hinschauen zeigt sich allerdings, dass gewisse Branchen keine Mühe haben, Lernende zu finden.
Herzliche Grüsse aus Bern
Unbeliebte Branchen: Manche Gewerbszweige haben Mühe, genügend Lernende zu finden.
Nach den Sommerferien beginnt für viele Schweizer Jugendliche der Ernst des Lebens: Sie treten eine Berufslehre an. Über 70’000 haben diesen Weg gewählt.
Die Lernenden sind in den letzten Jahren weniger geworden, im Jahr 2020/21 waren in der Schweiz in allen Lehrjahren rund 215’700 Lernende angestellt. Vergleicht man diese Zahl mit der Anzahl aller erwerbstätigen Personen, kommt man auf eine Lernenden-Quote von 4,5 Prozent.
Das ist zu tief, findet Bildungsexperte Rudolf Strahm. Für eine nachhaltige Schweizer Wirtschaft sieht er einen Wert von 6 Prozent vor. Ein Blick auf die branchenübergreifenden Zahlen zeigt: Manche haben keine Mühe, diesen einzuhalten, zum Beispiel das Baugewerbe mit einer Quote von 7,6 % oder das Gesundheits- und Sozialwesen mit 6,7%. Anders sieht es in der Gastronomie (2,6%) und der Land- und Forstwirtschaft (3,5%) aus.
- Auch bei den Kantonen ist die Lernendenquote unterschiedlich verteilt. In ländlichen Kantonen ist sie hoch, in städtischen tief – Artikel von CH MediaExterner Link. (Paywall)
- In der Lehre gibt es zum ersten Mal einen Lohn – doch der kann sehr tief ausfallen. Dies prangert die Juso an und fordert einen Mindestlohn für Lernende von 1000 Franken im ersten Lehrjahr. Für die Bürgerlichen wäre das das Ende der Berufslehre – 20 Minuten hat darüber berichtetExterner Link.
- Noch sind in der Schweiz tausende Lehrstellen unbesetzt – Artikel vom BlickExterner Link.
- Auch Nau hat über das Thema berichtetExterner Link.
Michael Lauber: Amerikanische Kommission fordert Sanktionen gegen ehemaligen Bundesanwalt.
Wieder einmal steht der ehemalige Bundesanwalt Michael Lauber in den Schlagzeilen. Die USA wirft Lauber vor, in seiner damaligen Funktion sanktionierten Oligarchen geholfen haben, an in der Schweiz eingefrorene Gelder zu kommen. Zudem soll er Geschenke und Reisen von Russen erhalten haben. Die sogenannte Helsinki-Kommission fordert, Lauber mit Sanktionen zu belegen.
Im Interview mit dem Tages-Anzeiger weist Lauber die Vorwürfe zurück; er sei unbestechlich. Für die Umsetzung der Sanktionen und die Rückerstattung von Millionen an russische Personen sei das Staatssekretariat für Wirtschaft zuständig gewesen, nicht er.
2018 ist publik geworden, dass sich der damalige Bundesanwalt Lauber mit Fifa-Chef Gianni Infantino getroffen hat – er vermochte sich jedoch nicht daran zu erinnern. Zu diesem Zeitpunkt ermittelte die Bundesanwaltschaft in mehreren Verfahren gegen die Fifa. Gegen Lauber selber ist aktuell ein Verfahren wegen Verdacht auf Amtsmissbrauch, Verletzung des Amtsgeheimnisses und Begünstigung hängig.
- Lesen Sie hier im Interview des Tages-AnzeigersExterner Link, was Lauber zu den neuen Korruptionsvorwürfen sagt. (Paywall)
- Auch Watson hat über das Thema berichtetExterner Link.
- Chronologie zur Fifa-Affäre von Lauber – Artikel von SRFExterner Link.
2+2+2+1: Diese Formel trägt zum Erfolg der Schweiz bei.
Das Rezept bleibt geheim. Die Werbespots, in denen sich die Appenzeller weigern, das Rezept ihres Käses herauszugeben, sind vor einigen Jahren berühmt geworden.
Die Schweizer Eidgenossenschaft hält es da anders: Das Rezept für die Regierungsbildung ist allgemein bekannt unter dem schönen Namen Zauberformel. Diese Formel bestimmt, wie die Exekutive der Schweiz, der siebenköpfige Bundesrat, zusammengesetzt wird.
1959 wurde die Zauberformel zum ersten Mal angewandt und bestimmte die Aufteilung der sieben Sitze der Regierung unter den 4 stärksten Parteien im Land.
- 2003 wurde die Zauberformel gesprengt, wissen Sie noch was damals passiert ist und wie sich die Formel weiterentwickelt hat? Sie können es hier in unserem Video nachschauen.
- Apropos Käse: Die Marke Gruyère ist in den USA nicht mehr geschützt. Lesen Sie in unserem Artikel, was das für den Schweizer Käse bedeutet.
- Auch beim Appenzeller ist nomen nicht mehr omen: Der Käse wird seit diesem Jahr nur noch in den Nachbarkantonen hergestellt, wie SRF berichteteExterner Link.
- Können Sie sich noch an die grandiosen Skianzüge der Schweizer Skifahrer:innen im Käselook erinnern? Unser Artikel zur Käseunion erklärt, wie es dazu kam.
Luxuriöse Herbergen: Als für die ersten Tourismusströme in die Schweiz die Grandhotels erbaut wurden.
Im 19. Jahrhundert wurden die Schweizer Berge zu einem beliebten Ziel für Tourist:innen aus ganz Europa. Da sich damals hauptsächlich reiche Leute eine Ferienreise leisten konnten, mussten standesgemässe Unterkünfte gebaut werden.
Es war die Ära der Grandhotels: An besten Lagen wurden überall im Land an Seen und in den Bergen Hotelpaläste im historisierenden Stil gebaut. Die Gäste aus der Oberschicht reisten in die Schweiz verbrachten oft Wochen in den Hotels, die vom Ballsaal bis zum Freizeitprogramm alles boten, was man in den Ferien braucht.
Der neue Tourismusboom nahm mit dem 1. Weltkrieg ein jähes Ende, die Zeit der Grand Hotels war vorüber. Trotzdem konnten sich manche dieser Häuser aus der Belle Époque bis in die heutige Zeit retten und prägen – oder verschandeln – mit ihrem auffälligen Baustil die Schweizer Landschaft.
- Dieser Artikel von WatsonExterner Link erzählt mit spannenden historischen Bildern die Geschichte der Schweizer Grandhotels.
- Auch das Waldhaus Flims konnte vom wachsenden Tourismus in der Belle Époque profitieren. Nun steht das Traditionshaus jedoch aus finanziellen Gründen vor dem aus, wie der Blick berichtetExterner Link.
- Mord im Grandhotel: Als eine junge Russin in einem Hotel in Interlaken einen französischen Geschäftsmann erschoss – Artikel von SWI swissinfo.ch.
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