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Heute in der Schweiz

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Geht der Lohn nach oben, muss man bei den Steuern auch tiefer in die Tasche greifen – theoretisch. Nun zeigt allerdings eine Studie der ETH Zürich: Wenn alles mitberücksichtigt wird, bezahlen jene mit dem höchsten Einkommen im Verhältnis am wenigsten Steuern.

Die Schweizer Medien berichten heute zudem von einem weiteren Fall, in dem ein Mann seine Frau mutmasslich jahrelang sediert und missbraucht hat. Seit Ende Mai 2025 sitzt er in Genf in Untersuchungshaft.

Schild aud dem steht: "Genug ist genug."
Im Juli hielten Menschen in Untersiggenthal eine Mahnwache gegen sexualisierte Gewalt. Keystone / Andreas Becker

Ein Mann sitzt in Genf in Untersuchungshaft, weil er seine Frau mutmasslich jahrelang sediert, missbraucht und Videos davon im Netz geteilt hat. Auf seine Spur kamen die Ermittler:innen durch die Undercover-Recherche einer Journalistin.

Seit Ende Mai 2025 sitzt der Mann in Genf in Untersuchungshaft, gegen ihn läuft ein Verfahren wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung. Überführt hat ihn die kanadische Investigativjournalistin Avery Haines, die monatelang in den Netzwerken aktiv gewesen war und unter falscher Identität mit Dutzenden Männern gesprochen hatte. Ihre Erkenntnisse teilt sie in einem Interview mit CH Media.

Haines entdeckte bei ihrer Undercover-Recherche auf einer Pornoseite Dutzende Videos einer Frau, die bewusstlos zu schein schien. Haines nahm unter falscher Identität Kontakt mit dem Urheber der Aufnahmen auf. Im Verlauf des Mail-Austauschs nannte der Mann seinen Wohnort und Vornahmen, machte Angaben zu seinem Beruf und beschrieb, wie er seine Ehefrau betäubte und filmte. Nach weiterer Recherche übergab Haines ihre Erkenntnisse und den E-Mail-Verkehr der Genfer Polizei, die den Mann später festnahm. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Vor einigen Monaten sprach Haines mit der Ehefrau. Dazu sagt die Journalistin: «Frauen wie Gisèle Pelicot und die Frauen im Fall Untersiggenthal in der Schweiz, die sich öffentlich zeigen, sind unglaublich mutig. Aber wir müssen auch verstehen, dass nicht jede Betroffene diesen Weg gehen kann.» Die Frau in diesem Fall wolle im Privaten heilen können. «Und daran ist nichts Beschämendes.»

SVP-Nationalräte warten während der ausserordentlichen Session darauf, dem Bundesrat ihre Fragen zu stellen.
SVP-Nationalräte warten während der ausserordentlichen Session darauf, dem Bundesrat ihre Fragen zu stellen. Keystone / Alessandro Della Valle

Die erste Woche der Herbstsession ging gestern zu Ende. Zuvor aber hatte der Nationalrat in einer ausserordentlichen Session mehrere Vorstösse für Verschärfungen im Asylbereich angenommen – gegen den Willen des Bundesrats.

Bis anhin haben dieses Jahr über 13’000 Menschen in der Schweiz Schutz gesucht, 17% weniger als im Jahr davor. Die rückläufigen Zahlen schienen den Nationalrat wenig zu beeindrucken. So stimmte die grosse Kammer unter anderem einer SVP-Forderung zu, wonach Afghaninnen künftig nicht mehr grundsätzlich den Flüchtlingsstatus, sondern den Status als vorläufig Aufgenommene erhalten sollen.

Auch für Doppelbürger:innen soll es nach Willen des Nationalrats Verschärfungen geben. Konkret sollen diese künftig ihr Bürgerrecht verlieren und ausgewiesen werden können, wenn sie wegen schwerster Verbrechen verurteilt worden sind. Weiter will der Nationalrat, dass der Bundesrat eventuelle Regeländerungen der EU zur Entschädigung von arbeitslosen Grenzgänger:innen ablehnt.

Weitere bürgerliche Vorstösse waren in der grossen Kammer erfolgreich. Diejenigen der Linken wurden dagegen allesamt abgelehnt. Als nächstes wird sich der Ständerat mit den angenommenen Vorstössen beschäftigen.

Frau in Pelzmantel mit Iphone
Trotz Schweizer Vermögenssteuer: Die reichsten 900 Personen bezahlen den kleinsten Anteil Steuern auf ihren Einkommen. Keystone / Christian Beutler

Wer mehr verdient, soll auch mehr Steuern bezahlen. Heisst, das Steuersystem soll progressiv ausgestaltet sein. So steht es in der Bundesverfassung. Doch das Gegenteil ist der Fall.

Eine Studie der ETH Zürich zeigt: Wenn man alle Einkommen, Vermögen, Steuern und Abgaben mitberücksichtigt, bezahlen jene mit den höchsten Einkommen den kleinsten Anteil Steuern – trotz kantonaler Vermögenssteuer.

Neu an der Studie ist vor allem die Methode. Anstatt der Steuerdaten verwenden die Forschenden als Ausgangspunkt das gesamte Einkommen und Vermögen der Schweiz, so wie es die Nationalbank ausweist. Damit wollten die Forschenden die Einkommen des wohlhabendsten Prozents genauer schätzen. Dieses steigt mit der für die Studie angewandten Methode um rund die Hälfte. Das bedeutet: Das reichste Prozent generiert rund 17% aller Einkommen.

Konkret verteilten die Forschenden für die Studie jene Gewinne an die Besitzer:innen, die Unternehmen zurückbehalten, anstatt sie auszuschütten. Dies ist entscheidend, denn auf die einbehaltenen Gewinne bezahlen die Besitzer:innen der Unternehmen einzig Gewinn- und keine Einkommenssteuern. Diese sind tiefer, weshalb die Steuerlast an der Spitze sinke, sagt der Ökonom Enea Baselgia. «Dieses Muster sehen wir auch in allen anderen Ländern, für die es bisher solche Studien gibt.»

Tankstelle
Der Dieselpreis hat in der Schweiz einen neuen Höchststand erreicht. Keystone / Anthony Anex

Ein neuer Rekord wurde geknackt, allerdings kein erfreulicher: Der Dieselpreis hat in der Schweiz einen neuen Höchststand erreicht.

Ein Liter kostet hierzulande im Durchschnitt neu 2.41 Franken, wie der Touring Club Schweiz (TCS) heute mitteilt, was den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2022 vom Thron stösst. Aber auch wer mit Benzin unterwegs ist, muss nochmals tiefer in die Tasche greifen. Ein Liter Bleifrei 95 beträgt inzwischen durchschnittlich 2.10 Franken, 5 Rappen mehr als letzte Woche.

Mehrere Faktoren hätten laut dem TCS zu diesem Anstieg geführt. Zum einen belasten der Krieg im Iran und die Störungen der Öltransporte im Nahen Osten die Märkte. Gleichzeitig sind die Diesel- und Benzinexporte aus Russland stark zurückgegangen, wo zudem mehrere Ölinfrastrukturen und Raffinerien beschädigt wurden.

Doch auch in der Schweiz gibt es Engpässe. So stand etwa die Raffinerie in Cressier im Kanton Neuenburg, die 30% des Schweizer Bedarfs an Mineralölproduktion deckt, mehrere Tage still. Dazu kommt, dass der tiefe Rheinpegel seit Monaten den Schifftransport erschwert, was die Transportkosten zwischen Rotterdam und Basel massiv erhöht. Dieser letzte Punkt allein verteure laut TCS den Liter Treibstoff derzeit um rund 15 Rappen.

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