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Baltschieder VS erhält Heiligenfigur nach über 100 Jahren zurück

Das Alpinenmuseum in Bern gibt eine Heiligenstatue an Baltschieder im Wallis zurück
Das Alpinenmuseum in Bern gibt eine Heiligenstatue an Baltschieder im Wallis zurück Keystone-SDA

Nach mehr als 100 Jahren ist eine spätgotische Heiligenfigur nach Baltschieder im Wallis zurückgekehrt. Das ALPS Alpine Museum der Schweiz übergab die Statue am Montagvormittag der Gemeinde, bevor sie an ihren ursprünglichen Standort im Baltschiedertal gebracht wurde.

(Keystone-SDA) Bei einem feierlichen Empfang vor dem Gemeindehaus in Baltschieder überreichten Alps-Direktor Beat Hächler und Nora Mathys, Leiterin Sammlung des Alps, die Figur aus dem 15. oder 16. Jahrhundert, an den Gemeindepräsidenten Markus Nellen. Dieser äusserte sich in einer Rede erfreut

Die Statue befand sich ursprünglich in einer abgelegene Bergkapelle, der sogenannten «Hobitzu-Kapelle» auf rund 2200 Metern Höhe, im abgeschiedenen Baltschiedertal. Nach dem Neubau dieser Kapelle in den 1920er-Jahren war die Statue über den Alpinisten und Mitbegründer des Alpinen Museums, Paul Montandon, in die Museumssammlung gelangt.

Mathys bezeichnete die Rückgabe als Beispiel für den veränderten Umgang mit Kulturgütern aus den Alpenregionen. Während zahlreiche Objekte früher in Museen urbaner Zentren gelangten, werde heute ihre regionale Herkunft stärker berücksichtigt.

Nach eingehender Prüfung sei das ALPS dem Wunsch der Gemeinde Baltschieder nach einer Rückführung der Statue gerne gefolgt, fuhr Mathys fort. Wie sie erklärte, war die Heiligenfigur bis 2012 Teil der Dauerausstellung.

Mit der konzeptionellen Neuausrichtung des Alpinen Museums hin zu mehr Sonderausstellungen war die Statue für Besucherinnen und Besucher nicht mehr sichtbar. Sie landete in einem Depot und verbrachte dort die letzten knapp 14 Jahre. Das Ziel müsse jedoch sein, Kulturgüter sichtbar zu machen.

Eher Antonius als Jakobus

Im Zuge der Rückführung wurde die Figur zudem kunsthistorisch neu untersucht. Lange glaubte man, die Statue stelle den Heiligen Jakobus dar.

«Der Figur fehlen aber die typischen Markenzeichen wie die Jakobusmuschel, der Pilgerhut und die Pilgertasche», sagte die an der Untersuchung beteiligte Kunsthistorikerin Carmela Kuonen. «Deshalb gehen wir heute eher davon aus, dass es sich um eine Statue des Heiligen Antonius von Ägypten handelt, des Vater des christlichen Mönchtums.»

Die Statue sei wahrscheinlich im süddeutschen Raum oder im Elsass gefertigt worden. Die Geschichte und die neuen Erkenntnisse der Forschung sollen Ende dieses Jahres in einer Publikation veröffentlicht werden.

Am Nachmittag wurde die rund 500 Jahre alte Statue mit einem Helikopter an ihren ursprünglichen Standort geflogen, Dort soll sie künftig wieder öffentlich zugänglich sein.

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