Bis zu 5700 Zürcher Rehe werden in dieser Jagdsaison abgeschossen
In der aktuellen Jagdsaison werden im Kanton Zürich voraussichtlich 5700 Rehe abgeschossen. Wie viele Tiere erlegt werden dürfen, errechnet der Kanton jeweils im Voraus. Kein anderes Wildtier wird häufiger gejagt als das Reh.
(Keystone-SDA) «Bei den Rehen zählen wir die Ricken, berechnen daraus die Summe ihrer Kitze und bestimmen die Abschussquote», sagt Reto Muggler, Co-Leiter der kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung (FJV). Die Bestandesschätzung findet jeweils im März oder April statt.
Ziel ist es gemäss Kanton, dass es nach der Jagd, die am 31. Dezember endet, etwa gleich viele oder etwas weniger Tiere hat als im Winter davor, also vor der Geburt der Kitze. Knapp 11’000 Rehe schätzte die Jagdverwaltung dieses Jahr. 4500 bis 5700 Tiere werden geschossen. Hinzu kommen 2000 Fälle von so genanntem Fallwild, also Rehe, die dem Strassenverkehr zum Opfer fielen.
Rothirsch knabbert klimaresistente Bäume
Der majestätische Rothirsch wird – obwohl er viel seltener ist – verhältnismässig häufig geschossen. Bei einem Bestand von 250 bis 300 Tieren schossen die Zürcher Jägerinnen und Jäger im vergangenen Jahr 125. Grund dafür ist nicht zuletzt das Konfliktpotenzial mit den Förstern. Rothirsche holen ihr Raufutter in den Wäldern, wo sie «eine Neigung zum Schälen und Verbeissen» haben, so Muggler weiter.
Sie knabbern also nicht nur gerne Äste, sondern ziehen auch Baumrinde grossflächig ab. Besonders gerne mag das Rotwild Weisstanne, Ahorn und Eibe – und damit ausgerechnet Baumarten, die als klimaresistent gelten und in Zeiten von Hitze und Dürre immer wichtiger werden.
Im Kanton Zürich sind derzeit rund 1500 Jägerinnen und Jäger unterwegs, eine Zahl, die seit Jahren stabil ist. Die Gemeinden verpachten ihre 161 Reviere für jeweils acht Jahre, letztmals im Frühling 2025. Die Pächter bilden dann die Jagdgesellschaften, die auch Gäste einladen dürfen.