Für Bundesrat Cassis ist die Schweiz kein Geschenk des Himmels
Bundesrat Ignazio Cassis hat die Schweiz in seiner 1.-August-Rede im freiburgischen Düdingen mit einem pflegebedürftigen Feld verglichen. Er rief dazu auf, dem Land Sorge zu tragen und bezeichnete die Neutralität als aktives Mittel für unseren Wohlstand.
(Keystone-SDA) «Die Schweiz fällt nicht vom Himmel. Sie wird kultiviert», sagte Aussenminister Cassis am Samstagmorgen laut Redetext. Er verwies dabei auf Landwirte, die sich hierzulande wegen der Trockenheit sorgten – und auf Menschen in anderen Ländern, die aus Angst vor Raketen zum gleichen Himmel blickten.
Für uns sei es alltäglich, dass sich Familien träfen und Kinder spielten. «Aber das ist nicht mehr überall normal», so Cassis. Die zunehmend instabile Zeit rufe uns in Erinnerung, dass die Schweiz mit Arbeit, Vertrauen und Geduld gepflegt werden müsse.
«Neutralität ist kein Selbstzweck»
Diese Geduld bedürfe auch die Neutralität, sagte er mit Hinsicht auf die Neutralitätsinitiative, über die im September abgestimmt wird. Entscheidend für ihn sei: «Unsere Neutralität ist kein Selbstzweck.» Vielmehr sei sie ein Mittel für Freiheit, Sicherheit und Wohlstand. Sie bedeute, hinzuschauen und handeln zu können, wenn die Schweiz gebraucht werde.
Cassis hielt seine Rede auf einem Bauernhof im deutschfreiburgischen Mittelland, dem Austragungskanton entsprechend zweisprachig. Dort waren die eigentlichen Ehrengäste – in den Worten des Aussenministers – «nicht die Bundesräte, sondern die Kühe». Das finde er beruhigend, zumal die Schweiz nicht in Bern beginne. Sondern an einem Ort wie Düdingen, «wo Menschen früh aufstehen, hart arbeiten und Verantwortung übernehmen».
Der Bundesrat schloss mit dem Appell, den Kindern ein ebenso schönes Land zu übergeben, wie man es erhalten habe. So wie eine Ernte vorbereitet, geschützt und weitergegeben werde, müsse man auch mit der Schweiz verfahren.