FC St. Gallen muss für Polizeieinsätze weniger zahlen
St. Gallen (awp/sda) – Fussballspiele in der St. Galler AFG-Arena brauchen künftig eine Bewilligung der Polizei: Das hat das Stadtparlament am Dienstag beschlossen und die «Lex Arena» verabschiedet. Im Gegenzug muss der FC St. Gallen für Polizeieinsätze weniger bezahlen als im Moment.
Das Reglement umfasst eine Bewilligungspflicht für Fussballspiele in der AFG-Arena im Westen der Stadt. Die Behörden können dem FC St. Gallen Auflagen machen, etwa beim Sicherheitskonzept oder beim Alkoholausschank. Im Extremfall könnte die Polizei ein Spiel wegen drohender Ausschreitungen sogar verbieten oder abbrechen.
Service public
Im Gegenzug will die Stadt dem FC St. Gallen für die Polizeieinsätze weniger verrechnen. Neu soll als «Service public» ein Grundaufgebot von 200 Polizeistunden pro Match kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Für unproblematische Spiele reicht das.
Darüber hinaus gehende Polizeieinsätze werden dem Veranstalter zu 60 Prozent verrechnet. Mit der neuen Regelung würde der Fussball-Club Gallen jährlich um gut 200’000 Franken entlastet. Heute verrechnet die Stadtpolizei dem Verein 60 Prozent der gesamten Einsätze. Pro Spiel sind dies bis zu 120’000 Franken.
Offene Rechnungen
Seit Ende 2009 ist der älteste Fussball-Club der Schweiz wegen finanzieller Engpässe nicht mehr in der Lage, die Polizeirechnungen zu bezahlen. Zurzeit sind Rechnungen von 880’000 Franken offen.
Bis vor knapp zwei Wochen stand es ganz schlecht um den FC St. Gallen und die AFG-Arena-Gesellschaften. Stadtparlament und Kantonsrat sollten den finanziell angeschlagenen Gesellschaften mit insgesamt sechs Millionen Franken wieder auf die Beine helfen.
Nachdem das Stadtparlament das Rettungspaket versenkt hatte, stellten Privatpersonen um den Ausserrhoder Unternehmer Dölf Früh rund zehn Millionen Franken bereit und retteten den FC St. Gallen. Der Kantonsrat berät das Rettungspaket in der Novembersession.