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Hitzesommer sorgt für süsse Trauben – und schwere Weine

Die vielen Sonnenstunden im Sommer 2026 haben für sehr süsse Trauben gesorgt. Dies treibt den Alkoholgehalt des Weins nach oben - was bei vielen Konsumentinnen und Konsumenten heute nicht mehr erwünscht ist.

(Keystone-SDA) Der Hagelzug vom 28. August hinterliess in der Region Winterthur, im Weinland und im Unterland eine Schneise der Zerstörung. Ein Problem war dies vor allem für ungeschützte Kulturen, die kurz vor der Ernte standen.

Dort, wo der Hagel durchzog, dürfte die Trauben-Ernte in diesem Jahr 30 bis 40 Prozent tiefer sein als in anderen Jahren, schätzt Beat Kamm, Präsident des Branchenverbandes Zürcher Wein BVZW.

Das «Durchschnittsjahr» gibt es nicht mehr

«Das Durchschnittsjahr gibt es ohnehin nicht mehr», weiss der Winzer vom Weingut Schloss Teufen aus Erfahrung. 2021 sei wegen des Frühlingsfrosts schlecht gewesen, 2024 wegen der vielen Feuchtigkeit und dem damit einhergehenden Problem des Mehltaus. 2023 und 2025 dagegen waren erntemässig gute Jahre.

3000 bis 3500 Tonnen Trauben können im Idealfall auf der 613 Hektaren grossen Rebfläche im Kanton Zürich geerntet werden. Da die späten Sorten noch nicht ganz abgeerntet sind, fehlen abschliessende Zahlen für dieses Jahr. «Vielleicht schaffen wir 2000 bis 2500 Tonnen», sagt Kamm.

Dies dank einer guten Ernte am Zürichsee, wo die Winzer – im Gegensatz zu anderen Jahren – diese Saison von Unwettern verschont blieben. Viele Winzer sind sehr zufrieden mit der Qualität der Trauben. Die Trockenheit führte zwar zu kleineren und leichteren Exemplaren. Dafür sind sie aber gesund und blieben von Mehltau, Pilzen und Fäulnis verschont. Trotz dem Hitzesommer 2026 sei die Rebe immer noch eher eine Klimawandel-Gewinnerin, so Kamm.

Leichtere Weine bevorzugt

Doch auch wenn die Reben mit vergleichsweise wenig Wasser auskommen kann, hat auch sie ihre Grenzen. «In der Endphase der Reife waren die Trauben fast vertrocknet, fast wie Sultaninen», sagt Kamm. Das habe er noch nie gesehen.

Zudem schoss der Zuckergehalt in die Höhe – und damit der Öchslegrad. Kurz vor der Ernte kamen dieses Jahr vier statt der üblichen ein bis zwei Öchsle pro Tag hinzu. Sehr süss seien die Trauben gewesen, sagt ein Winzer vom Zürichsee.

Viel Zucker bedeutet auch einen hohen Alkoholgehalt. Weil aber immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten leichtere Weine bevorzugen, fand die Lese mancherorts früher statt als üblich.

Risse in der Apfelschale

Probleme bereitete den Produzenten auch die Lieblingsfrucht der Schweizerinnen und Schweizer: der Apfel, von dem pro Kopf 16 Kilogramm pro Jahr gegessen werden. Die Ernte auf den 155 Hektaren Apfelkulturen im Kanton Zürich läuft zwar noch, aber Schätzungen zufolge fällt sie fünf Prozent tiefer aus als im Vorjahr.

Auch hier war die Trockenheit das Hauptproblem. Die Bäume benötigten eine intensive Bewässerung. Schwankungen in der Wasserversorgung kurz vor der Ernte können zu Störungen der Fruchtschale führen. Ein Stielriss etwa, bei dem sich Risse in der Stielgrube bilden. Gemäss Obst-Info des Strickhofs war dies ein verbreitetes Problem bei den Gala-Äpfeln, die am häufigsten angebaut werden.

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