Kanton Bern bleibt bei den Unternehmenssteuern das Schlusslicht
Der Kanton Bern belegt im nationalen Steuervergleich weiterhin den letzten Platz bei der Unternehmensbesteuerung. Dies geht aus dem neusten Berner Steuermonitor des kantonalen Handels- und Industrievereins (HIV) und des Wirtschaftsprüfungsunternehmens KPMG hervor.
(Keystone-SDA) Mit einem ordentlichen Gewinnsteuersatz von 20,54 Prozent weise Bern weiterhin die höchste Steuerbelastung für Firmen in der Schweiz auf. Dieser Wert liege rund sechs Prozentpunkte über dem nationalen Durchschnitt.
Der HIV forderte in einer Mitteilung vom Mittwoch deshalb eine konsequentere Standortpolitik und eine aktualisierte Wirtschaftsstrategie. Der Waadtländer Volksentscheid für eine deutliche Steuersenkung vom September habe gezeigt, dass Reformen zur Stärkung von Standortattraktivität und Kaufkraft politisch mehrheitsfähig sein können.
Die hohe Steuerbelastung führte gemäss der Erhebung zu einer Abwanderung von Unternehmen. Unter dem Strich verlor der Kanton Bern im vergangenen Jahr 117 Firmen an andere Kantone. Die Betriebe zogen vor allem nach Solothurn, Zürich und Zug.
Forschungsintensive Gesellschaften können ihre Gewinnsteuerbelastung im Kanton Bern dank Sonderabzügen auf bis zu 12,05 Prozent reduzieren. Bisher machten jedoch nur rund 200 Betriebe von dieser Ermässigung Gebrauch. Das Potenzial dieser Instrumente sei noch nicht ausgeschöpft, hiess es weiter.
Bei den natürlichen Personen belegt der Kanton Bern mit einem maximalen Einkommenssteuersatz von 40,85 Prozent den viertletzten Rang. Weil zahlreiche Erwerbstätige im Kanton arbeiten, jedoch ausserhalb wohnen, entgehen dem Kanton und den Gemeinden jährlich schätzungsweise deutlich über 150 Millionen Franken an Steuereinnahmen.