Merkel verspricht Karsai Engagement auch nach Truppenabzug
(Keystone-SDA) Berlin – Die internationale Gemeinschaft wird sich nach den Worten der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel auch nach einem Truppenabzug langfristig in Afghanistan engagieren. «Die internationalen Kräfte werden Afghanistan helfen, so lange das notwendig ist», sagte sie.
Ziel sei, dass die afghanische Regierung möglichst schnell eigenverantwortlich für die Sicherheit im Lande sorgen könne, sagte Merkel auf einer gemeinsamen Medienkonferenz mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai in Berlin. Doch auch danach werde ein «nachhaltiges, stabiles Afghanistan» weiter unterstützt.
«Das kann auch finanzielle Zusagen einschliessen für eine Zeit, in der direkt keine Sicherheitskräfte mehr in Afghanistan sind», sagte die Kanzlerin. Sie habe bei ihrem Treffen mit Karsai deutlich gemacht, dass die deutsche Regierung kein explizites Datum für den Abzug der Bundeswehr nennen werde.
Karsais Zielsetzung, dass 2014 die afghanischen Sicherheitskräfte eigenverantwortlich handeln sollten, werde unterstützt, sagte die Kanzlerin. «Trotzdem finde ich es falsch, wenn wir jetzt ein Abzugsdatum nennen, weil wir die Entwicklungen nicht voraussehen können.»
Merkel hob hervor, dass die Bundesregierung sich in den Gesprächen mit Karsai eine transparente afghanische Regierung wünsche, bei der die Korruptionsbekämpfung einen grossen Raum einnehme. Dies sei von der afghanischen Seite zugesagt worden.
Karsai sagte, er danke Deutschland für die Unterstützung seines Landes. Afghanistan wolle den Verbündeten nicht zur Last fallen. «Wir möchten so bald wie möglich in die Lage versetzt werden, das Staatsgebiet alleine verteidigen zu können.» Bis dahin gebe es jedoch «noch einen gewissen Weg» zu beschreiten.
«Wir arbeiten sehr hart daran, in immer grösseren Teilen des Landes in den nächsten zwei, drei Jahren selbst für die Sicherheit sorgen zu können», betonte der Präsident.