SBB verzichten auf weniger Halte beim Eurocity München-Zürich HB
Damit die Züge zwischen Stuttgart und Zürich pünktlicher werden, ergreifen die SBB zusammen mit der Deutschen Bahn Massnahmen: Die Halte auf deutscher Seite werden verringert. Auf die ebenfalls öfters verspätete Verbindung von München D nach Zürich via St. Gallen wird die SBB dieses Konzept aber nicht übertragen.
(Keystone-SDA) Wegen häufiger Verspätungen und Zugausfälle der Deutschen Bahn (DB) auf der Strecke Stuttgart-Zürich ergreifen die SBB zusammen mit der DB weitere Massnahmen: Ab Fahrplanwechsel im Dezember werden auf dem Streckenabschnitt in Deutschland weniger Haltestellen angefahren.
Zudem wird die Reisezeit zwischen Schaffhausen und Stuttgart teilweise um elf Minuten verlängert, wie SBB und Deutsche Bahn am Dienstag gemeinsam mitteilten. Dieses neue Fahrkonzept sei ein weiterer Schritt zur «langfristigen Stabilisierung» der Strecke Stuttgart-Zürich. Bereits früher getroffene Massnahmen hätten die durchschnittliche Ankunftspünktlichkeit in Zürich bereits um rund 20 Prozentpunkte erhöht. Diese liegt gemäss den SBB nun bei über 80 Prozent.
In verschiedenen Medienberichten war immer wieder zu lesen, dass auch der von den SBB, der DB und den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) betriebene Eurocity (EC) von München nach Zürich und zurück häufig verspätet sei. Ein Beispiel: Am Dienstagmittag wiesen die SBB auf ihrer Internetseite für den Zug ab München mit Ziel Zürich HB rund zwei Stunden Verspätung aus.
Auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA betonen die SBB, dass sich die Betriebsstabilität der Verbindung Zürich-München insgesamt verbessert habe. Sie sei allerdings weiter schwankend. «Aus Sicht der SBB ist die Situation noch nicht auf dem angestrebten Niveau.» Wäre es dann nicht naheliegend, ähnliche Massnahmen wie auf der Strecke Zürich-Stuttgart zu ergreifen?
Pendlern ab St. Gallen stehen mehr Züge zur Verfügung
«Ein mit Schaffhausen vergleichbares Ersatzkonzept ist ab St. Gallen derzeit nicht vorgesehen», heisst es bei der SBB-Medienstelle. Die Situation auf den beiden Strecken sei nur bedingt vergleichbar.
Denn bei Verspätungen der Eurocity-Züge von und nach München stehen den Reisenden zwischen St. Gallen und Zürich «mindestens drei alternative Verbindungen pro Stunde» zur Verfügung. In Schaffhausen hingegen gebe es nur eine schnelle Alternativverbindung. Zudem ist das Angebot des IC5 in der Stunde ohne Eurocity gemäss der Medienstelle ausgebaut worden, um Fahrgästen ab St. Gallen pünktliche Alternativen zu bieten.
Weiter haben die SBB die Wartefrist für verspätete Züge erhöht. «Damit kann ein Eurocity mit bis zu zehn Minuten Verspätung noch vorausfahren oder den IR13 in St. Gallen überholen und seinen vorgesehenen Slot nach Zürich einhalten», schreibt die Medienstelle der SBB.
Deutschland arbeitet gemäss SBB an Lösungen
Alle drei Bahnen würden die Gründe für Verspätungen laufend analysieren, versichern die SBB. Und weiter: «Insbesondere in Deutschland wird intensiv an Lösungen gearbeitet, um den Verkehr nachhaltig zu stabilisieren.»
Zürich-München oder Stuttgart-Zürich sind nicht die einzigen grenzüberschreitenden Verbindungen, auf denen die SBB Probleme mit der Deutschen Bahn hatten. In Basel kappten die SBB im Frühling 2025 vorübergehend zwei DB-Verbindungen in die Schweiz.