Schweizer Kirchen und Verbände beschliessen zehn Leitlinien für KI
Christliche Kirchen und Verbände in der Schweiz haben zehn "Gebote" (Leitlinien) für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz beschlossen. Technische Möglichkeiten sollen ihrer Meinung nach an ihrem Nutzen für das menschliche Wohl gemessen werden.
(Keystone-SDA) Unter dem Titel «Menschlichkeit im digitalen Zeitalter» veröffentlichten fünf Kirchen und Verbände am Montag zehn ethische Grundsätze für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI). Diese verbinden das christliche Menschenbild mit den konkreten Herausforderungen von KI, wie sie in einer gemeinsamen Mitteilung schrieben.
Hinter den KI-Leitlinien stehen die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS), die Schweizer Bischofskonferenz (SBK), der Dachverband Freikirchen.ch, die Christkatholische Kirche der Schweiz und die Schweizerische Evangelische Allianz (SEA). Es sei erfreulich, dass sich die fünf Kirchen und Verbände gemeinsam zu KI äussern, liess sich EKS-Präsidentin Rita Famos in der Medienmitteilung zitieren.
Mit KI verändere sich, wie gelernt, gearbeitet und miteinander umgegangen werde. Mit Grundsätzen wie «Wahrheit braucht Prüfung und Transparenz» erhielten kirchliche Institutionen, Gemeinden und Werke eine Orientierungshilfe.
Die neuen Leitlinien sollen laut SBK-Präsident Charles Morerod theologische Fragen und den praktischen Umgang mit KI-Werkzeugen verbinden. Für den Bischof der Christkatholischen Kirche der Schweiz, Frank Bangerter, darf KI nicht nur jenen nützen, die ohnehin die Macht haben. «Technischer Fortschritt ist nur dann gut, wenn er allen dient», so Bangerter. Die Leitlinien sollten den Blick bewusst auf die Menschen richten, die sonst abgehängt würden.
Im Mai hatte bereits Papst Leo XIV. in seiner ersten eigenen Enzyklika strenge internationale Richtlinien für den Umgang mit KI verlangt. Das Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken warnte vor zahlreichen Gefahren, die die neue revolutionäre Technologie für das menschliche Zusammenleben bedeute. In der mehr als 100 Seiten langen Abhandlung mit dem Titel «Magnifica Humanitas» zeigt der Papst aber auch Chancen der neuen Technologien auf.