Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Ein rauschendes Fest ist etwas Schönes. Unschön aber, wenn unter den Gästen auch Leute mit Corona sind.
Herzliche Grüsse aus Bern
Nach den Pestiziden im Trinkwasser sorgen nun «eingeflogene» Pflanzenschutzmittel für Aufregung.
Es gehört zum schweizerischen Selbstverständnis, dass unser Leitungswasser an Sauberkeit kaum zu übertreffen ist. Etwas mitleidig schauen wir auf andere Industriestaaten, wo das Wasser aus dem Hahn nach Chlor riecht oder nicht getrunken werden darf.
Umso grösser der Schock, als unlängst bekannt wurde, dass in gewissen Regionen der Schweiz die Pestizidrückstände im Wasser die Grenzwerte um ein x-faches überschreiten. Besonders belastet ist das Wasser direkt vor meiner Haustüre, dem Berner Seeland, der Gemüsekammer der Schweiz.
Nun sorgt eine Untersuchung vom anderen Ende des Landes für Wirbel. Die Bündner Umweltbehörde hat festgestellt, dass der Wind Pflanzenschutzmittel aus dem Südtirol über die Grenze bis ins Münstertal trägt. Es bestehe grosser Handlungsbedarf. Die Untersuchungsergebnisse kommen zu einem politisch aufgeladenen Zeitpunkt. Nächstes Jahr entscheidet das Schweizer Stimmvolk über zwei Volksinitiativen zu Pflanzenschutzmitteln.
- Meine Kollegin Sonia Fenazzi hat Pestizid-Gegner aus dem Südtirol getroffen und mit ihnen über den Kampf gegen das Gift gesprochen.
- Das vergiftete Trinkwasser der Schweiz interessiert auch im Ausland: ein Beitrag der ZeitExterner Link.
- Im Kampf um sauberes Trinkwasser setzt ein Schweizer Wasserversorger auf eine neue FiltertechnologieExterner Link. Mehr dazu im Beitrag von Der Bund. (Paywall)
- Forscher fanden Spuren von Chlorothalonil sogar im Wasser von Evian,Externer Link dem reinsten Wasser der Welt, wie die Sonntagszeitung diesen Sommer schrieb. (Paywall)
Ein Monarch unter Verdacht: Muss sich der ehemalige König von Spanien, Juan Carlos, in der Schweiz wegen Korruption und Geldwäscherei verantworten?
Spanische Aktivisten lobbyieren in der Schweiz für rechtliche Schritte gegen den abgetretenen König Juan Carlos. Sie trauen es der spanischen Justiz nicht zu, unabhängig über ein Mitglied der Königsfamilie zu urteilen. Zudem garantiere das gegenwärtige spanische Recht dem König eine weitgehende Immunität.
Sie erhoffen sich von einem Schweizer Urteil Druck auf Spanien, dass auch andere Korruptionsfälle am Königshaus untersucht werden.
Letztlich geht es den Aktivisten und Aktivistinnen nicht nur um Strafverfolgung, sondern um die Monarchie insgesamt.
- Was sich die spanischen Aktivisten von der Schweiz erhoffen, erfahren Sie im Bericht meiner Kolleginnen Belén Couceiro und Sibilla Bondolfi.
- Der Fall Juan Carlos aufgerollt.
- Wie aus einer Telenovela: das tragische Leben des gestrauchelten Königs.
Hoch-Zeit für Corona im Dorf Schwellbrunn: Eine Hochzeit sorgt für Schlagzeilen.
Das Appenzeller 1500-Seelen-Dorf Schwellbrunn hat in den letzten Tagen tragische Berühmtheit erlangt. Ein Brautpaar lud am 10. Oktober 200 Gäste zum Hochzeitsfest. Einige brachten wohl eine Mitgift, auf die alle gerne verzichtet hätten: Corona.
Das Unglaubliche daran: «Wir haben verschiedene Hinweise, dass mehrere Gäste mit Symptomen an die Hochzeit kamen«, sagte der Ausserrhoder Gesundheitsdirektor Yves Noël Balmer am Montag vor den Medien.
Und es kommt noch dicker: Die Gäste hatten offenbar vereinbart, sich nicht testen zu lassen, um die Quarantäne zu umgehen. Trotzdem sind den Behörden mittlerweile über 30 Corona-Fälle aus Schwellbrunn bekannt. Wie hoch wohl die Dunkelziffer ist?
- Das SRF-Regionaljournal OstschweizExterner Link hat mit dem Ausserrhoder Gesundheitsdirektor über den Fall gesprochen.
- Wie das St. Galler Tagblatt haben die meisten Schweizer Medien über Schwellbrunn berichtetExterner Link.
- Hier unser Artikel zur momentanen Corona-Situation in der Schweiz.
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Die Medien hätten dem Lockdown den Weg geebnet, kritisieren Forscher der Universität Zürich.
Neulich hatte ich eine Zeitung von Anfang Jahr in den Händen; eine Zeitung, in der Corona noch mit keinem Wort erwähnt wurde. Heute undenkbar. Corona dominiert die Berichterstattung wie seit langem kein Thema mehr.
Im März und April befassten sich gegen 70 Prozent der täglichen Medienbeiträge mit dem Virus. Das hat das Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich ermittelt. Im neusten Jahrbuch «Qualität der Medien» hält es fest, dass die COVID-19-Berichterstattung insgesamt gut gewesen sei.
Die Forscher weisen aber auch auf Mängel hin. So seien die Medien vor allem anfangs zu wenig kritisch gegenüber den Behörden gewesen. Sie «haben dadurch mitgeholfen, den Lockdown vorzubereiten und zu legitimieren», steht im Jahrbuch. Auffallend sei weiter die grosse Abhängigkeit von externen Expertenstimmen.
- Das aktuelle Jahrbuch «Qualität der Medien» finden Sie hierExterner Link.
- Tamedia hat die fünf zentralen ErkenntnisseExterner Link aus dem Bericht zusammengefasst.
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