Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Die Amerikaner und Europäer sind weg, die Taliban wieder an der Macht. Die Ereignisse in Afghanistan werden die internationale Politik noch lange prägen.
Herzliche Grüsse aus Bern
Die Taliban haben die Hauptstadt Kabul eingenommen. Nun befindet sich ganz Afghanistan in ihrer Hand.
Die Amerikaner sind weg, die Taliban sind wieder an der Macht – und zwar erstmals im ganzen Land: Es ist ein ziemlich einmaliger Vorgang, der sich gerade abspielt. Das islamische Emirat der Taliban ist bald Realität, soweit waren die Gotteskrieger nicht einmal 2001, als die Amerikaner einmarschierten.
Derweil gehen die Evakuationen weiter, auf dem Flughafen spielen sich chaotische Szenen ab. Auf dem Landweg setzten sich Sicherheitskräfte in die Nachbarländer ab, damit sie (und ihre Ausrüstung) nicht den Taliban in die Hände fallen.
Gemäss Aussenminister Ignazio Cassis hat die Schweiz ihre DEZA-Mitarbeitenden aus dem Land gebracht. Man arbeite daran, auch Lokalpersonal auszufliegen. Ob das gelingen wird? Es handelt sich anscheinend immerhin um rund 200 Menschen; Hilfskräfte und ihre Familien.
- Lesen Sie hier, was die US-Medien über den Abzug schreiben.
- Über das Lokalpersonal, das für die Schweiz arbeitete, hat Watson geschriebenExterner Link.
- Hier finden SieExterner Link ein Interview mit einem Sicherheitsexperten von SRF News.
- Erste Forderungen der Schweizer Politik hat der Tages-Anzeiger gesammeltExterner Link.
Thierry Burkart soll neuer Parteipräsident der FDP werden.
Der Aargauer Ständerat Thierry Burkart hat sich für das FDP-Präsidium beworben. Da es die einzige Kandidatur ist, gilt seine Wahl als gesetzt. Er wird das Amt von Petra Gössi übernehmen, die es seit 2016 innehat und im Oktober abgibt.
Burkart kommt aus dem rechten Flügel der Partei und war bisher ein Gegner von Gössis Kurs in der Klima- und in der Europapolitik. Der Wirtschaftsanwalt wir nun als Präsident die zwei Lager zueinander führen müssen – die Zeiten sind für die FDP nicht gerade rosig, die Partei hat ihre Glanzzeiten hinter sich.
Burkart hat vorgeschlagen, das Präsidium mit vier statt wie bisher zwei Vizepräsidien zu stärken – erfahrungsgemäss ist die Belastung an der Spitze der Partei sehr hoch. Wird sein Vorschlag angenommen, wird im 5er-Führungsteam künftig aber nur eine Frau dabei sein. Die Wahl wird am 2. Oktober stattfinden.
- Hier finden SieExterner Link den Beitrag von SRF News.
- Eine Einschätzung des Tages-Anzeigers finden Sie hierExterner Link. (Paywall)
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Auf der Jagd nach Deepfakes: Zwei digitale Jäger erzählen.
Die Manipulation von Bildern ist mindestens so alt wie die Fotografie. Abraham Lincoln nutzte die Fälschung, um besser auszusehen und seine präsidiale Aura zu verstärken. Stalin und Mao Zedong nutzten sie, um ihre politischen Gegner aus den Geschichtsbüchern zu löschen.
Heutzutage kann man mittels Künstlicher Intelligenz jedoch noch viel mehr machen. Die KI schafft es, Video und Ton so neu zu verschmelzen, dass verblüffend echt aussehende Clips entstehen – und Leute darin Dinge erzählen, die sie nie gesagt haben.
Das Problem ist schon länger bekannt, aber es ist gar nicht so einfach, sich dessen anzunehmen. Meine Kollegin Sara Ibrahim ist in ihrem umfassenden Artikel der Frage nachgegangen, wie diese digitale Gefahr der Demokratie effektiv bekämpft werden kann.
- Lesen Sie hier den Beitrag meiner Kollegin Sara Ibrahim.
- Unseren Fokus zur Künstlichen Intelligenz finden Sie hier.
Das Museum von heute kommt aus Europa. Dasjenige der Zukunft aus Afrika oder Asien, sagt einer, der es wissen muss.
Museen, wie wir sie kennen, sind eine Erfindung des 18. Jahrhunderts. Nun hat sich eine neue Generation von Kuratoren und Museumsdirektorinnen aufgemacht, die überholten Konzepte radikal in Frage zu stellen.
Sie versuchen nicht nur, das koloniale Erbe durch die Debatte über die Rückgabe von Kunstwerken an ihre Herkunftsländer aufzuarbeiten. Sie entwickeln Visionen und Perspektiven, wie das Museum des 21. Jahrhunderts funktionieren soll.
Darunter ist auch Marc-Olivier Wahler vom Genfer Museum für Kunst und Geschichte. Im Interview erzählt er uns, weshalb diese Alternativen aus Afrika und Asien kommen werden. Und schaut zurück, wie Museen überhaupt entstanden sind
- Lesen Sie hier das Interview, das mein Kollege Eduardo Simantob geführt hat.
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