Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen, liebe Auslandschweizer
Es ist ein gefundenes Fressen für Komiker in aller Welt: Sogar die neutrale Schweiz friert russische Gelder ein. Die Schweiz! "Die Leute, die nie Partei ergreifen" und sogar im Zweiten Weltkrieg neutral blieben, ergreifen nun Partei gegen Russland. Aber stimmt das auch?
Herzliche Grüsse
Oliver Welke und Jimmy Kimmel witzeln, Alt-Bundesrat Christoph Blocher hingegen sagt im NZZ-Interview ernsthaft: Durch die Teilnahme an den Sanktionen gegen Russland sei die Schweiz jetzt im Krieg.
In der Schweiz ist eine Debatte über die Neutralität entbrannt. Mittendrin SVP-Doyen Christoph Blocher: Der Bundesrat habe die Neutralität preisgegeben und eine Kriegsbeteiligung beschlossen.
Die USA und die EU versuchten mit den Sanktionen die russische Führung zu zwingen, den Krieg aufzugeben. «Wer hier mitmacht, ist eine Kriegspartei«, schlussfolgert er. Die Schweiz sei im Krieg. «Wir können nur hoffen, dass es glimpflich abläuft.»
Laut Blocher ist die Regierung unter dem Druck des In- und Auslandes eingeknickt. Die Schweiz habe mit diesem Entscheid die Chance verspielt, als Vermittlerin zwischen Russland und der Ukraine den Krieg so schnell wie möglich zu beenden.
- Das ganze Interview lesen Sie in der Neuen Zürcher ZeitungExterner Link (Paywall).
- «Die Schweiz ist nicht im Krieg mit Russland», kontertExterner Link Bundespräsident Ignazio Cassis.
- Die RepublikExterner Link über den Sanktionsentscheid und die Neutralität (Paywall)
- Oliver Welke in der Heute ShowExterner Link und Jimmy Kimmel (Nau fasst zusammenExterner Link) witzeln über Schweizer Sanktionen.
- Aus unserem Archiv: Wie neutral ist die Schweiz wirklich?
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Der Ukraine-Krieg wirft in der Schweiz weitere Fragen auf. Manche wichtiger, andere… na ja, lesen Sie selbst.
Stehen wir vor einer Neuordnung des europäischen Kontinents? Laut einem Migrationsforscher gibt es schon länger einen Kalten Krieg, in dem Russland und Belarus gezielt versucht hätten, die Regeln der europäischen Nachkriegsordnung zu ändern. Ein Sicherheitsexperte sagt gegenüber SWI: «Die euroatlantische Sicherheitsarchitektur ist komplett ruiniert.»
Das führt zur nächsten Frage: Wie würde heute ein Atomkrieg aussehen? Die heutigen Atomwaffen sind viel kleiner, präziser und leistungsfähiger als jene, die im Zweiten Weltkrieg eingesetzt worden sind. Ein Atomkrieg hätte damit weit über die ukrainischen Grenzen hinaus verheerende Auswirkungen.
Wie will die Schweiz Flüchtlinge aufnehmen? Heute informierte das Schweizer Staatssekretariat für Migration (SEM), dass sich die Schweiz auf 1000 ukrainische Flüchtlinge wöchentlich einstellt. Einige seien bereits bei Freunden in der Schweiz untergekommen, andere bräuchten Hilfe beim Organisieren einer Unterkunft.
Und ganz wichtig: Versteckt Putin seine Kinder und Geliebte in der Schweiz? Die Boulevard-Zeitung Blick greift ein Gerücht eines US-Mediums auf.
- Das Interview meines Kollegen Giannis mit einem Migrationsforscher und jenes meiner Kollegin Eva mit einem Sicherheitsexperten.
- Meine Kollegin Sara erklärt, wie ein Atomkrieg heute aussehen würde.
- Die SRF-LiveberichterstattungExterner Link zur Pressekonferenz des SEM.
- Der Artikel im BlickExterner Link über Putins angebliche Geliebte, der sich auf das amerikanische Medium Pagesix.comExterner Link stützt (auf Englisch). Auch NauExterner Link, die Schweizer IllustrierteExterner Link und die deutsche BildExterner Link nehmen das Gerücht auf.
Kostet ein Euro bald weniger als einen Franken? Steigt die Inflation? Watson beantwortet fünf Fragen zu den geldpolitischen Auswirkungen des Ukraine-Kriegs.
In Krisenzeiten steht der Franken als sicherer Hafen traditionell unter Aufwertungsdruck. Laut Watson deutet vieles darauf hin, dass die Nationalbank (SNB) kürzlich intervenieren musste, damit die Parität des Frankens zum Euro von 1:1 nicht unterschritten wurde.
Doch wenn die globale Nachfrage nach Schweizerfranken massiv steigt, wird die SNB nicht dauerhaft Gegensteuer geben können. Für die Export- und Tourismusbranchen ist das problematisch.
Freuen können sich hingegen Schweizer Einkaufstourist:innen: Das Einkaufen im Ausland wird noch billiger. Ein kleiner Trost für die steigenden Energiepreise und Hypothekarzinsen.
- Den ganzen Artikel lesen Sie bei WatsonExterner Link.
- Aus unserem Archiv: Die Anlagepolitik der Nationalbank in der Kritik.
Und jetzt noch was ganz anderes: Eine Schweizer Firma soll in Guatemala Umweltsünden vertuscht haben.
Die Umweltorganisation «Forbidden Stories» verfügt über Dokumente, die belegen, dass das zur Solway Investment Group gehörende Schweizer Bergbauunternehmen versucht hat, Umweltsünden vor der Öffentlichkeit zu verbergen.
Die Vorwürfe gegen das Schweizer Bergbauunternehmen entstammen einer Untersuchung von 20 internationalen Medien, die am Sonntag veröffentlicht wurde. Die Recherche läuft unter dem Titel «Mining Secrets».
Das Unternehmen bestreitet die Vorwürfe in einer Stellungnahme. Sie entbehrten jeder Grundlage und widerspiegelten nicht die Tatsachen.
- Der Bericht von SRFExterner Link.
- Der Artikel von NauExterner Link.
- Die Agenturmeldung auf swissinfo.ch.
- Aus unserem Archiv: Wie die Schweiz schmutziges GoldExterner Link zum Glänzen bringt.
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