Heute in der Schweiz
Liebe Schweizerinnen und Schweizer im Ausland
Achtung: Das Schweizer Wappen frei zu benutzen, kann ins Auge gehen. Weil die Marke Schweiz geschützt ist, werden ab und zu Unternehmen bestraft, wenn sie ihr Logo nicht abändern.
Herzliche Grüsse aus Bern
Ein Schweizer Kreuz am falschen Ort – das kann ins Auge gehen.
30 Fälle. So oft wird ein Unternehmen oder eine Privatperson wegen unbewilligtem Gebrauch eines Wappens pro Jahr angezeigt oder verwarnt. Der Grund ist das Wappenschutzgesetz. Es verbietet die Verwendung eines Wappens zu kommerziellen Zwecken – nicht nur jenes der Schweiz ist seit 2017 geschützt, sondern auch jene von Kantonen und Gemeinden.
Wussten Sie das? Nur wer über eine Lizenz zur Nutzung verfügt, darf zum Beispiel das Schweizer Kreuz in seinem Logo führen. Beispiele dafür sind die Fluggesellschaft Swiss, der Sackmesser-Hersteller Victorinox oder der Touring Club Schweiz (TCS).
Das Gesetz holte jetzt auch die bekannte Brasserie Federal im Zürcher Hauptbahnhof ein, wie der Blick berichtet. Während Jahrzehnten hatte sie das Schweizer Wappen in ihrem Logo benutzt. Zwar habe man eine gütliche Einigung gefunden. Doch das geht ebenfalls ins Geld: Alle Gläser, Uniformen, Menükarten und Servietten müssen mit dem neuen Logo versehen werden. Laut der Neuen Zürcher Zeitung schätzt der Wirt die Kosten dafür auf 150’000 Franken.
- Der Hintergrund zum Wappenschutzgesetz im BlickExterner Link.
- Artikel der Neuen Zürcher ZeitungExterner Link über die Kontroverse um das Schweizer Kreuz im der Brasserie Federal im Hauptbahnhof Zürich (Paywall).
- Eine Zusammenfassung des NZZ-ArtikelsExterner Link im Blick.
Es gibt sie noch – Berufsfischer in der Schweiz.
Bereits vor vier Uhr morgens ist er auf dem See. Der 51-jährige Andi Braschler ist einer der lezten Berufsfischer auf dem Zürichsee. SRF News hat ihn einen Tag lang begleitet. Nach vier Stunden auf dem Wasser geht es gleich weiter in der Küche, die Fische für die Auslieferung zubereiten. Und nachmittags legt er bereits wieder die Netze für den nächsten Morgen aus.
Es sind lange Tage, und es sei «viel Herzblut dabei», sagt Braschler. Denn sinkende Bestände machen den Berufsfischern seit Jahren das Leben schwer. Der Grund dafür: Die Schweizer Seen sind zu sauber, den Fischen fehlt es an Nährstoffen.
Braschler hat sich deshalb angepasst. «Würde ich nur Felchen und Egli fischen, hätte ich schon längst kapitulieren müssen», sagt er. Nun fischt er auch nach Tieren mit vielen Gräten. Daraus mache er schmackhafte Fischstäbchen, so der Berufsfischer aus Leidenschaft.
- Der Bericht über Berufsfischer BraschlerExterner Link auf SRF News.
- Über die Situation der Fischerei auf dem BodenseeExterner Link zwischen der Schweiz, Deutschland und Österreich berichtete kürzlich das österreichische Fernsehen ORF.
- Fischer ziehen nicht nur Fische aus dem Wasser. Manchmal retten sie auch Menschen aus misslichen Situationen. Kürzlich wurden zwei Fischer dafür ausgezeichnet, eine Verletzte aus dem Bodensee gerettet zu habenExterner Link, wie das St. Galler Tagblatt berichtet (Paywall).
Noch immer sucht die Schweiz händeringend nach Lehrpersonen.
Bald beginnt das neue Schuljahr in der Schweiz. Und noch immer sind mehrere hundert Stellen nicht besetzt. «Corona-Pandemie und Ukraine-Krieg haben die Lage des Bildungswesens in der Schweiz verschärft«, schreibt der Tages-Anzeiger.
Derzeit werden in den Schulen auch nicht qualifizierte Lehrpersonen eingesetzt. Statt der erhofften Entlastung brächten diese aber eher eine Mehrbelastung für die sowieso schon am Limit stehenden Lehrerinnen und Lehrer. Ein Grund zur Sorge für die qualifizierten Berufsleute ist, dass die Bildungsqualität darunter leiden könnte.
Zur Arbeit in der Schule bedürfe es qualifizierter Fachleute, zitiert der Tagi die «höchste Lehrerin» der Schweiz. Jedes Kind habe das Recht auf Bildung. Zudem müsse Chancengleichheit herrschen. Gerade benachteiligten Schülerinnen und Schülern könne dies aber mit nicht oder ungenügend qualifiziertem Personal nicht garantiert werden.
- Der Artikel im Tages-AnzeigerExterner Link.
- Auch 20 MinutenExterner Link widmete sich dem Thema.
- Artikel in der Neuen Zürcher ZeitungExterner Link (Paywall).
Dauerbrenner AHV – nach der Reform ist vor der Reform.
Praktisch alle drei Jahre stimmen wir in der Schweiz darüber ab. Seit die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) vor über 70 Jahren eingeführt wurde, können wir uns am 25. September bereits zum 24. Mal zu einer Revision des Gesetzes äussern.
Meine Kollegin Marie Vuilleumier nahm die Abstimmungen über eine der wichtigsten Errungenschaften der Schweiz genauer unter die Lupe und bietet in ihrem Artikel heute einen Überblick über die wichtigsten Weichenstellungen.
Fast immer ging es bei den Abstimmungen um Reformen, um das Sozialwerk auf eine gesunde finanzielle Basis zu stellen oder sogar zu retten. Und klar ist schon jetzt – wie auch immer das Resultat am 25. September aussehen wird: Die AHV dürfte schon in einigen Jahren erneut auf der Abstimmungsagenda stehen – dann zum 25. Mal!
- Unser Artikel zu den diversen AHV-Revisionen.
- Um was es bei der geplanten Revision der AHV genau geht, hat mein Kollege Renat Kuenzi im gestrigen Briefing für Sie zusammengefasst.
- Wie werden Sie am 25. September abstimmen? Machen Sie mit bei unserer Umfrage!
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Abstimmung zum Zweiten: Was halten Sie von der Massentierhaltung?
Am 25. September befinden die Stimmberechtigten im In- und Ausland auch über ein Verbot der Massentierhaltung. Wir stellen heute dieses heikle Thema vor.
Tierschutzorganisationen wollen mit ihrer Volksinitiative den Schutz der Würde von Nutztieren und das Verbot der Massentierhaltung in der Verfassung verankern. Innert 25 Jahren soll die Nutztierhaltung mindestens den Bio Suisse-Richtlinien von 2018 entsprechen.
Wo steht die Schweiz gegenwärtig? Unsere Bundespolitik-Spezialistin Marie Vuilleumier hat recherchiert, dass die bisherige Schweizer Gesetzgebung viel weiter als EU-Gesetze geht. Wie denken Sie darüber? Machen Sie jetzt bei unserer Umfrage mit (siehe vorheriger Artikel).
- Mehr Details finden Sie im Artikel von Marie.
- Bei der Massentierhaltungs-Initiative gehe es eigentlich nur um die Hühner, behauptet der Direktor des BauernverbandsExterner Link gegenüber Nau.ch.
- Über diese drei ThemenExterner Link können die Stimmberechtigten im In- und Ausland am 25. September 2022 abstimmen.
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