Heute in der Schweiz
Liebe Schweizer:innen rund um die Welt
Leider hat der Verein zur Rettung des Schweizer Dorfs in den Rocky Mountains die nötige Kaution von 100'000 Franken nicht zusammengekriegt. Doch jetzt ist ein:e noch unbekannte:r Geldgeber:in zu Hilfe geeilt.
Herzliche Grüsse
Komitee zieht Initiative gegen Kampfjet-Kauf zurück.
Nach dem Ständerat hat letzte Woche auch der Nationalrat dem Bundesrat grünes Licht zur Unterzeichnung des Vertrags für den Kauf von 36 F-35-Kampfjets für 6 Milliarden Franken von den USA gegeben. Wie Verteidigungsministerin Viola Amherd befürchtete auch die Ratsmehrheit, dass die Schweiz den Slot für die Produktion des Kampfflugzeugs verpassen könnte.
Gestern wurde bekannt, dass der Bund die Kaufverträge unterzeichnet hat. Heute reagieren die Kampfjetgegner und ziehen ihre Initiative «Stopp F-35» zurück. Denn so ist eine rechtzeitige Volksabstimmung nicht mehr möglich. Die Schweiz wird also nicht über die Beschaffung des Tarnkappenjets abstimmen können.
Mitinitiantin Priska Seiler Graf ist enttäuscht: «Das ist eine Klatsche für die direkte Demokratie und für die 102’000 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, die die Initiative unterzeichnet haben.» Offen sei allerdings, weshalb die Initianten ihr Volksbegehren nicht schon früher zurückzogen. «Denn spätestens nach dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine stand die Initiative quer in der Landschaft», schreiben unsere Kolleg:innen von SRF.
- Die Berichterstattung von SRF, können Sie hier verfolgenExterner Link.
- SP, Grüne und GSoA ziehen Stopp-F-35-Initiative zurückExterner Link, so berichtet der Tages-Anzeiger (Paywall).
- Verzicht auf «Pseudo-Abstimmung»Externer Link, das schreibt der Blick.
Die Schweiz stellt die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit in Lateinamerika bis Ende 2024 ein.
Das Eidgenössische Aussendepartement (EDA) zieht sich aus Lateinamerika zurück und setzt die dadurch freiwerdenden Mittel stattdessen in Nordafrika, im Mittleren Osten und in Subsahara-Afrika ein.
Der Grund: Der Bundesrat will die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit des Aussendepartements geografisch fokussieren. Meine Kolleginnen Sibilla Bondolfi und Patricia Islas haben mit Ira Amin von der Schweizer NGO Vivamos Mejor gesprochen und nachgefragt, was das für die Region bedeutet.
Vivamos Mejor bedauert den Entscheid der Schweiz, sich aus der bilateralen Zusammenarbeit zurückzuziehen. Denn die Bedürfnisse der Menschen seien nach wie vor gross. Die Corona-Krise habe ganz Lateinamerika in eine wirtschaftliche Schieflage gebracht und soziale Fortschritte von zehn Jahren zunichtegemacht, sagt Ira Amin.
- Hier geht es zum ganzen Interview.
- Die Schweiz zieht sich aus Lateinamerika zurück – was bleibt? – ein Artikel aus unserem Archiv.
- Entwicklungshilfe im Umbruch – unser Fokus zum Thema.
Der Erhalt des berühmten Edelweiss Village in Kanada ist vorläufig gesichert.
Mit einer grossangelegten Kampagne kämpfen Ilona Spaar, Historikerin und Auslandschweizerin in Kanada, sowie Johann Roduit, Auslandschweizerrat, seit Monaten für die Rettung des Schweizer Dorfes in den kanadischen Rocky Mountains. Die sechs Chalets waren das Zuhause der berühmten Schweizer Bergführer, die um 1900 als Fremdenführer von der kanadischen Eisenbahngesellschaft Canadian Pacific Railway (CPR) angeheuert wurden.
Die beiden Auslandschweizer:innen haben einen Verein gegründet und eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Jetzt melden sie: «Wir haben es geschafft – wir haben den ersten Gipfel erreicht.«
Zwar wurden mit rund 31’000 kanadischen Dollars nicht der verlangte Betrag gesammelt – es wäre eine Anzahlung von 100’000 CAD nötig gewesen. Jedoch hat der Verein eine:n Partner:in gefunden, der/die sie bei der Rettung unterstützt. So könne nun der Plan vorangetrieben werden, das Dorf als dynamische Kulturerbe- und Tourismusstätte zu erhalten und zu fördern.
- SWI swissinfo.ch berichtete als erstes Medium über den Verkauf dieses Schweizer Kulturerbes im Ausland: Schweizer Dorf in den Rocky Mountains zu verkaufen.
- Rund um die Welt gibt es Spuren von Schweizer:innen: Mitten in der Hauptstadt von Sri Lanka finden man etwa den Geschäftssitz eines Schweizer Konzerns.
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Luzern, die Hauptstadt der Schweiz, die an sich selber scheiterte.
Im Rahmen der letzten Folge der Serie «Brennpunkte der Schweizer Demokratie» besuchten meine Kollegen Renat Kuenzi und Carlo Pisani zusammen mit Claude Longchamp die Stadt Luzern – quasi der geografische Mittelpunkt der Schweiz.
Dreimal wollte Luzern Schweizer Hauptstadt werden. Der erste Versuch glückte, war aber kurzlebig. Die nächsten beiden scheiterten an den Luzernern selbst. Paradox: Luzern war gegen den Bundesstaat. Stadt und Kanton Luzern haben jedoch ihre Verdienste bei der Entwicklung der Schweizer Demokratie und haben sie stark mitentwickelt.
Heute ist die Stadt Luzern das wichtigste Tourismuszentrum der Schweiz. Das Politzentrum eines demokratischen Bundesstaates aber wurde sie nie. Apropos Luzern: Am Samstag, 24. September 2022, um 10.30 Uhr, lädt SWI swissinfo.ch vier ausgewiesene Expertinnen ein, um nach Wegen zu suchen, wie die Demokratien widerstandskräftiger werden können, um mit diesen Bedrohungen fertig zu werden.
- Sehen Sie selbst: Der Beitrag meiner Kollegen aus Luzern.
- Meine Kollegen waren schon in Aarau, Olten, Schaffhausen, Bern, Neuenburg und Genf. Alle Beiträge finden Sie in der Serie «Brennpunkte der Schweizer Demokratie». Hier geht es zur Folge 1.
- Das Gespräch, das im Rahmen des 10. Weltforums für moderne direkte Demokratie stattfindet, wird von meinem Kollegen Renat Kuenzi moderiert.
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