Heute in der Schweiz
Liebe Schweizer:innen im Ausland
In der reichen Schweiz kommen immer mehr Menschen nach ihrer Pensionierung finanziell nicht mehr über die Runden. Fast 300'000 Rentner:innen leben an der Armutsgrenze. Kein Wunder also, dass sich vermehrt Pensionierte für eine Auswanderung entscheiden.
Freundliche Grüsse
Altersarmut: Eine von sieben älteren Personen in der Schweiz ist arm.
Bei vielen Menschen in der Schweiz ist das Geld nach der Pensionierung knapp. Das zeigt eine neue repräsentative Studie von Pro Senectute. Die Organisation, die sich für ältere Menschen einsetzt, hat erstmals mit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW und der Universität Genf die finanzielle Situation von Senior:innen in der Schweiz über eine Umfrage erhoben.
Das Resultat: 295’000 Menschen im Rentenalter sind in der Schweiz von Armut bedroht. Sie müssen mit einem Einkommen von rund 2500 Franken auskommen. Jede siebte Person über 65 unterschreitet gar die Grenze von monatlich 2279 Franken. Dieser Betrag gilt in der Schweiz als Armutsgrenze, wie die Sonntagszeitung schreibt.
Zwar könnten sich viele Pensionierte in der Schweiz ein gutes Leben leisten, sagt Alexander Widmer, Geschäftsleitungsmitglied von Pro Senectute gegenüber der Sonntagszeitung. Es gebe aber auch eine Kehrseite der Medaille: «Jede fünfte ältere Person in der Schweiz ist akut armutsgefährdet oder bereits arm.»
- Hier geht es zum Bericht der Sonntagszeitung: Herr Padrun (77) muss mit 2300 Franken im Monat auskommenExterner Link (Paywall).
- Auch SRF berichtete darüber: Immer öfter reicht im Alter das Geld zum Leben nichtExterner Link.
- Die Studie von Pro Senectute finden Sie unter diesem LinkExterner Link.
- Kein Wunder, wandern viele Rentner:innen aus: Pensionierte sagen der Hochpreisinsel Schweiz Adieu.
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Anti-Korruptions-Aktivist Bill Browder will, dass die Schweiz Schlupflöcher für Diktatoren schliesst.
«Die Schweiz ist nicht besser geworden», sagt Bill Bowder, Geschäftsführer der Fondsgesellschaft Hermitage Capital Management im Interview mit meiner Kollegin Elena Servettaz. Er arbeitet daran, dass die USA und internationale Organisationen den Druck auf die Schweiz erhöhen.
Die Schweiz habe eine lange Geschichte unrühmlicher Geld-Geschäfte. «Immer wenn ein Diktator stürzt, entdeckt man Milliarden auf Schweizer Banken. Und wir reden hier nicht von Verbrechen, bei denen es keine Opfer gibt», sagt Bowder. Der Aktivist verlangt, dass die Schweiz international neu beurteilt wird. Laut Bowder konnte die Eidgenossenschaft keine Weissgeldstrategie entwickeln.
Auch das heute veröffentlichte Ranking der Schweizer Anti-Korruptionsorganisation Basel Institute on Governance stellt der Schweiz keine guten Noten aus. Das Land müsse mehr gegen Geldwäsche unternehmen. Seit dem letzten Jahr gab es weltweit keine signifikant positive Entwicklung.
- Das Interview mit Bill Bowder lesen Sie hier.
- Unser Artikel Die Schweiz tritt im Geldwäscherei-Ranking an Ort.
- Schweiz verweigert die Übergabe russischer Vermögenswerte an die Ukraine weiterhinExterner Link, schreibt der Blick heute.
Weniger Suizide in der Schweiz.
Gute Nachrichten bei einem schwierigen Thema: Erstmals seit 60 Jahren gab es in der Schweiz weniger als 1000 Suizide, wie das Bundesamt für Statistik gestern bekannt gab. Zwar habe es bei den jungen Frauen mehr Hospitalisierungen nach Suizidversuchen gegeben. Aber die Zahl der erfolgten Suizide lag 2020 bei 972.
Die Suizidrate von 9,5 Fällen pro 100’000 Einwohner in der Schweiz ist ähnlich hoch wie in Deutschland (8,5), Österreich und den Niederlanden (je 9,3), jedoch deutlich höher als in Italien (5,2). Für ganz Europa weist die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Rate von 8,8 aus.
Die positive gesamtschweizerische Entwicklung sei eindeutig eine Folge der stärkeren Präventionsbemühungen in den letzten gut zehn Jahren, sagt Jörg Weisshaupt, Vorstandsmitglied der Initiative zur Prävention von Suizid in der Schweiz, gegenüber der NZZ. «Zuvor investierte man jahrzehntelang keinen Rappen in diesen Bereich – obwohl sich bei den Strassenverkehrsopfern, deren Zahl sich drastisch reduzieren liess, gezeigt hat, wie erfolgreich Prävention sein kann.»
- Der Artikel zum Thema in der NZZ können Sie hier nachlesenExterner Link (Paywall).
- Die Datenlage zum ThemaExterner Link auf der Seite des Bundesamtes für Gesundheit.
- Hier bekommen Sie HilfeExterner Link, wenn Sie selbst Suizid-Gedanken haben.
Speziell für Sie: Virtuelle Führungen im Landesmuseum.
Wollten Sie schon immer einmal das Landesmuseum besuchen, hatten aber keine Zeit, als Sie in der Schweiz waren? Oder hatten Sie gar nicht die Möglichkeit, in die Schweiz zu reisen? Das Landesmuseum organisiert im Oktober virtuelle Führungen speziell für Sie, liebe Auslandschweizer:innen. Sie können so die Ausstellung «Geschichte Schweiz» besuchen.
Der Live-Rundgang via Zoom bietet einen Einblick über das Werden der Schweiz vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Am 9. und 30. Oktober erhalten die Teilnehmer:innen Einblick in die Hintergründe der Ausstellung «Flucht und Migration – vom 15. Jahrhundert bis heute». Geschichten von Auswanderern und Auswandererinnen sowie Migranten und Migrantinnen.
Auch meine Kollegin Emilie Ridard hatte die Ausstellung Anfang Jahr besucht und eine abenteuerliche Auswanderungsgeschichte aus dem 19. Jahrhundert mitgebracht. Sie erzählt die Geschichte der jungen Waadtländerin Olympe Rittener, die sich ganz alleine auf eine abenteuerliche Reise nach Russland begab, um dort als Hauslehrerin und Gouvernante zu arbeiten. Ihre epische Reise führte sie bis nach Sibirien.
- HierExterner Link können Sie sich für die virtuellen Führungen anmelden.
- Die epische Reise einer jungen Schweizerin ins ferne Zarenreich – der Artikel meiner Kollegin Emilie Ridard.
- Interessiert an Geschichten von Auslandschweizer:innen? Klicken Sie auf unsere Seite Swiss Abroad.
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