Heute in der Schweiz
Sehr geehrte Damen und Herren
Beim Aufstand im Iran spielt das Internet eine wichtige Rolle. Iraner:innen in der Schweiz beteiligen sich auch am digitalen Aktivismus.
Freundliche Grüsse aus Bern
Aufstand im Iran: Aktive iranische Diaspora in der Schweiz
Seit Wochen schon wird im Iran demonstriert, nachdem die Sittenpolizei die Kurdin Mahsa Amini umbrachte. Der Kampf der vor allem weiblichen und jungen Demonstrierenden wird auch im Netz ausgetragen. Sie versuchen damit internationale Aufmerksamkeit zu erlangen, um das Regime unter Druck zu setzen.
Dieses schiesst nicht nur scharf auf die Demonstrierenden, sondern versucht auch das ohnehin schon stark kontrollierte Internet weiter zu zensieren. Verschwindet ein Aufstand aus den Augen, kann ein brutales Regime weiter eskalieren.
Deshalb machen viele Exil-Iraner:innen auf den sozialen Medien so viel Lärm wie möglich. Denn: «Sobald sich die Welt nicht mehr für die Menschen im Iran interessiert, schliesst das Regime die Tore und beginnt, Menschen zu töten», sagte uns eine Aktivistin.
- Lesen Sie hier den Artikel meiner Kollegin Melanie Eichenberger.
- In meinem Interview mit dem Sicherheitsanalysten Kevin Kohler erfahren Sie mehr zur Fragmentierung des Internets.
Ehemalige Spitzendiplomatin: Die Zeit für Verhandlungen in der Ukraine ist noch nicht gekommen
«Soll man mit Kriegsverbrechern verhandeln? Man muss!» Die ehemalige Diplomatin Heidi Tagliavini sass jahrzehntelang mit Konfliktparteien der ehemaligen Sowjetunion am Tisch – und hat eine klare Meinung zum Thema.
Klar ist aber auch ihre Prognose, die den meisten nicht gefallen wird. So schnell werde es nämlich nicht zu Verhandlungen kommen: «Es ist leider so: Ein Friede ist gewöhnlich erst denkbar, wenn entweder eine Seite kapituliert, also gezwungen ist, in Verhandlungen einzuwilligen, oder wenn beide Seiten darin einen Vorteil sehen. Oder wenn beide Seiten bis zur Erschöpfung gekämpft haben.»
Das sei in der Ukraine noch nicht der Fall. Dennoch müsste die Diplomatie weiter vermitteln, denn selbst kleine Durchbrüche seien wirksam – nicht zuletzt für die betroffene Bevölkerung, für die jede Verschnaufpause lebenswichtig sein könne.
- Hier finden SieExterner Link das Interview im Tages-Anzeiger. (Paywall)
- Im Interview mit dem Sicherheitsexperten Benno Zogg habe ich über die Rolle Russlands in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion gesprochen.
Lugano und die (Super-)Reichen – eine Liebesgeschichte
Reiche und Superreiche ziehen gerne ins Tessin: Kürzlich ist einer der wohlhabendsten Unternehmer Norwegens nach Lugano gezogen. Das freut die lokalen Behörden und sorgt für einen Steuerzuwachs.
Das ist kein Zufall, betreiben doch Stadt und Kanton schon länger eine Ansiedlungspolitik für Gutbetuchte. Seien es klassische Unternehmer:innen oder Krypto-Nerds: Sie alle sollen von der politischen Stabilität und dem guten Wetter in der Südschweiz profitieren (und natürlich auch von den Steuerpauschalen).
Wie beständig ein Zuwachs von Wohlhabenden ist, sieht man auch an den Privatschulen, die für die spezifische Klientel entstehen. Auch im Tessin gibt es so eine, die American School in Switzerland, eine internationale Privatschule. Ein florierender Wirtschaftszweig hierzulande.
- Lesen Sie hierExterner Link den Beitrag in der Aargauer Zeitung. (Paywall)
- Das Tessin ist auch ein Zentrum des globalen Handels mit Stahl aus Osteuropa, wie wir kürzlich schrieben.
Kaleio, ein Magazin für die Förderung von Mädchen
Die Medienbranche in der Schweiz (und anderswo) ist schon länger am Leiden: Die Einnahmen brechen weg, die Geschäftsmodelle funktionieren nicht mehr so gut, die Leser:innen schwinden.
Dafür gibt es viele Gründe. Aber ganz verzagen muss man nicht, denn laufend werden neue Projekte lanciert, die der Branche neue Impulse geben. Eines davon ist Kaleio, «Das Magazin für Mädchen (und den Rest der Welt)», das sich an Mädchen zwischen 8 und 13 Jahre richtet.
Für die Macherinnen in Basel geht es um Frauenförderung: «Für die meisten beginnt [diese] bei den Frauen. Bei uns beginnt sie bei den Mädchen. Denn wenn du zum Beispiel die ganze Primarschulzeit hörst, Informatik sei nichts für Mädchen, ist die Tür im Teenageralter, wenn die ganzen MINT-Programme ansetzen, schon fast zu.» Ein hochpolitisches Mädchenmagazin also.
- Lesen Sie hierExterner Link den Beitrag von Bajour.
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