Heute in der Schweiz
Sehr geehrte Damen und Herren
Im Osten Afrikas ist über weite Teile seit zwei Jahren der Regen ausgeblieben. Die Dürre setzt Mensch und Tier zu, Millionen sind mittlerweile auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen. Die Glückskette hat heute einen nationalen Sammeltag organisiert. Wir bieten Ihnen die journalistische Einordnung dazu.
Freundliche Grüsse aus Bern
Hungersnot in Ostafrika: Unser heutiger Themenfokus.
Am Horn von Afrika herrscht die schlimmste Dürre seit Jahrzehnten, 36 Millionen Menschen sind betroffen, viele sind auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. An manchen Orten hat es seit 2020 überhaupt nicht mehr geregnet – und das in einer Region, die ohnehin mit wenig Niederschlägen durchkommen muss. Millionen von Tieren sind bereits verendet, die Lage wird für die Menschen immer prekärer.
Die Region ist der östliche Ausläufer der Sahelzone und vom Klimawandel stark betroffen, sagt Hans Hurni, ehemaliger Professor an der Universität Bern, der selber lange in Äthiopien gelebt hat. Im Interview hat er mir erzählt, weshalb die Klimamodelle in Afrika ungenau sind, weshalb er auf lange Sicht doch noch optimistisch ist und weshalb rasche Hilfe jetzt nötig ist.
Die Stiftung Glückskette – der «humanitäre Arm» der SRG – hat heute einen Sammeltag organisiert, um die Nothilfe zu unterstützen. Die Hilfe wird von verschiedenen Schweizer NGOs geleistet, die Partner der Stiftung sind, darunter das Rote Kreuz, Helvetas oder auch Caritas.
- Wie das vor Ort aussieht, hat meine Kollegin Pauline Turuban hier beschrieben.
- Welche Rolle spielt der Klimawandel, welche Probleme sind menschengemacht? Hans Hurni im Interview.
- Hier geht esExterner Link zur Sammelaktion der Glückskette.
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Italien und die Schweiz wollen im Kampf gegen die Mafia permanent zusammenarbeiten.
«Es gibt ’Ndrangheta-Mitglieder, die in der Schweiz ansässig sind und gewaltsame Einschüchterungs-Aktionen in der Lombardei, im Piemont oder in Venetien durchführen», sagte der oberste Mafiajäger aus Italien bei einem Besuch.
Das sei ein strategischer Entscheid, der nur durch engere Absprache zwischen den Strafverfolgungsbehörden gekontert werden könne. Deshalb haben sich nun Italien und die Schweiz auf eine «permanente» Zusammenarbeit geeinigt.
Dass die Schweiz ein Rückzugsort vor allem für die ’Ndrangheta ist, ist schon länger bekannt. Dass aber von hier aus gewaltsame Aktionen geplant und gesteuert werden, ist neu. Wie sich die Zusammenarbeit gestalten wird, bleibt abzuwarten. Bundesanwalt Stefan Blättler sagt: «Zum Teil ist es einfacher, mit Brüssel zu kommunizieren im Rahmen der Schengen-Zone als zwischen mehreren Kantonen in der Schweiz.» Wobei das eigentlich kein wirklich gutes Zeichen ist.
- Hier geht esExterner Link zum Artikel auf SRF News.
- Im Tessin fühlen sich Unternehmen machtlos gegen die Mafia, wie wir hier beschrieben haben.
- Über organisierte Kriminalität berichten kann gefährlich sein, wie Sie in unserem Video sehen können.
Die Welt schaut auf den Iran. Und die Schweiz?
«Too little, too late» – so würden dir Iraner:innen den Auftritt ihrer Nationalmannschaft an der WM in Katar sehen. Diese blieb nämlich bei der Nationalhymne kollektiv stumm, was als eindeutiges Zeichen der Solidarität mit den Aufständischen im Iran zu werten sei, sagt der Historiker Kijan Espahangizi.
Man habe sich jedoch einiges mehr erhofft, immerhin ist die WM im Moment die Weltbühne, auf die die ganze Welt schaut. «Die mediale Aufmerksamkeit kann Leben retten», sagt Espahangizi. Auch im Hinblick auf die Sondersitzung des UNO-Menschenrechtsrats in Genf diese Woche.
Eine Mehrheit in der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrats plädiert dafür, dass die Schweiz die EU-Sanktionen gegen den Iran übernimmt. Der Bundesrat und die entsprechende Kommission des Ständerats sind jedoch dagegen. Der Grund ist einfach: Die Schweiz hat ein Schutzmachtmandat für die USA im Iran. Das sorgt für Beziehungen und Einfluss – und die Behörden wollen das nicht opfern.
- Hier geht esExterner Link zum Interview mit Kijan Espahangizi im Tages-Anzeiger. (Paywall)
- Über die spezielle Beziehung Schweiz-Iran haben wir hier geschrieben.
Kairo statt Genf: Russland ist immer noch wütend auf die Schweiz.
Da die Schweiz die westlichen Sanktionen gegen Russland übernommen habe, habe sie ihre Neutralität aufgegeben und sei zur Kriegspartei geworden. Dieses Narrativ verbreitet Moskau gerne (und findet auch im Ausland Anhänger:innen).
Das ist natürlich Humbug, denn das Neutralitätsrecht erlaubt explizit Sanktionen bei Verstössen gegen das Völkerrecht. Dennoch ist Russland wütend auf die Schweiz und will nun hochrangige Gespräche nicht mehr in Genf führen – sondern beispielsweise im ägyptischen Kairo, wo sie sich mit den USA treffen sollen, um über einen Atomwaffenvertrag zu sprechen.
Nichtsdestotrotz werden auf technischer Ebene weiterhin mehrere Gespräche in Genf geführt. Da viele UNO-Organisationen ihre Büros da haben, kann sich Russland nicht so einfach abkoppeln. Für Moskau gibt es ausserdem noch ein weiteres Problem: Da der europäische Luftraum für russische Flugzeuge gesperrt ist, müssen diese mit einer Spezialbewilligung und via Türkei und dem Mittelmeer nach Genf fliegen. Ist für sie auch nicht gerade praktisch.
- Hier geht esExterner Link zum Artikel der NZZ. (Paywall)
- Weshalb Genf so attraktiv für die internationale Politik ist, habe ich letztes Jahr anlässlich des Putin-Biden-Gipfels zusammengefasst.
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