Heute in der Schweiz
Liebe Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer
Expertinnen und Spezialisten versuchen auch heute, das Not-Aus der Credit Suisse zu verstehen und einzuordnen. Derweil beweisen in Luzern Kinder, wie verantwortungsvoll sie mit Geld umgehen können.
Beste Grüsse
«Der Bankrott eines Finanzcasino-Systems»: Das sagt Marc Chesney, Professor für Finanzwirtschaft an der Uni Zürich, zum Untergang der Credit Suisse.
«Sie haben Akteure, die mit dem Geld der Steuerzahlenden pokern. An einem Tag gewinnen sie, an einem anderen Tag verlieren sie. Aber am Ende trägt die Allgemeinheit die Kosten«, sagt der gebürtige Franzose im Interview mit SWI swissinfo.ch.
Er hält mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg zurück. «Es ist der Bankrott der Politik, die 15 Jahre lang nichts oder zumindest nichts Ernsthaftes unternommen hat. Und es ist auch der Bankrott der Lehre im akademischen Bereich des Finanzwesens.»
Chesneys klare Worte dürften einigen Köpfen in der Bankenmetropole Zürich und unter der Bundeshauskuppel in Bern ziemlich missfallen.
- «Wir sehen den Bankrott eines Finanzcasino-Systems» – das ganze Interview, das mein Kollege Kessava Packiry führte.
- Zusammenbruch der Credit Suisse: Das sind die offenen Fragen – ein Artikel meines Kollegen Matthew Allen.
- Credit Suisse: Kunden lösen Konten auf und strömen zu Regio-BankenExterner Link – Beitrag von Nau.
- «Die UBS hat sich auf der ganzen Linie durchgesetzt»: Wirtschaftsexperte Tobias Straumann über das BankenbebenExterner Link – Beitrag der Aargauer Zeitung (Paywall).
- Politische Folgen des CS-Aus: Bankenkrise hilft SP – und entzweit SVP und FDPExterner Link – Artikel im Tages-Anzeiger.
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Rarität in der Schweiz: In der Stadt Luzern sind Kinder Teil des politischen Alltags.
Seit 1993 existiert dort das Kinderparlament, das dieses Jahr also seinen 30. Geburtstag feiert. Darin politisieren rund 90 Kinder zwischen acht und 14 Jahren.
Und wie sie dies tun: respektvoll, informiert, selbstbewusst. Und reflektiert.
Was wir beim kürzlichen Besuch an der ersten von drei Sessionen des Jahres sahen und hörten, hat uns beeindruckt: Die «Kipas», wie sie sich selber nennen, nutzen ihr Recht des Postulats, um die Stadt kindergerechter zu machen. So erreichten sie, dass der öffentliche Verkehr in Luzern ab Sommer für alle 6- bis 16-Jährige nur noch gut die Hälfte kostet.
Und bei der Budgetdebatte bewiesen sie Augenmass, in dem sie die Auflage des «Kiz-Blitz», des Magazins des Kipa, um 25% senkten. Verschlingt doch die Publikation, die vom Team der Kiz-Reporter:innen gemacht wird, über die Hälfte des Kipa-Jahresbudgets von 20’000 Franken.
- Wenn das Kinderparlament Pause macht, gibt es Sirup, Mandarinen und Tischfussball – unsere Reportage von der jüngsten Session des Kipa Luzern.
- Achtung, die Kinder erobern die Demokratie! – Bericht über eine Debatte von SWI swissinfo.ch von letztem Herbst in Luzern.
- Demokratie mit Kindern in der KitaExterner Link – interessanter Ansatz der Bundeszentrale für politische Bildung in Deutschland.
Am 29. April spricht Ex-US-Präsident Barack Obama in Zürich. Vermutlich liege ich nicht völlig falsch, wenn dann auch die Schweizer Banken Thema sind.
Es wird Obamas erster Besuch in der Schweiz. Denn als Präsident, also in den Jahren 2009 bis 2017, liess er sie auf seinen Reisen aus. Dafür ist die Schweiz jetzt eine von nur drei Stationen, wo Obama auf seiner Mini-Tour durch Europa auftritt.
Die Eintrittspreise machen klar, dass es nicht nur um die Einschätzungen und Bonmots des Ex-Präsidenten zu aktuellen Themen gehen wird, sondern auch um «Money»: Die Eintrittspreise beginnen zwar bei moderaten 59 Franken, klettern dann aber 564 Franken («Gold Ticket»).
Wer sich schon lange Mal mit Obama persönlich unterhalten wollte, kann dies tun – gegen ein Aufgeld von 2500 Franken auf ein Ticket.
- Obama kommt in die Schweiz – wer ihn sehen will, muss aber tief in die Tasche greifenExterner Link – Vorankündigung von Watson.
- Differenzen zwischen Russland und USA bleiben laut Presse gross – unser Fazit nach dem Gipfeltreffen von Joe Biden mit Wladimir Putin 2021 in Genf.
- Schweiz und USA: Schwester-Republiken – unser Beitrag aus dem Blog des Schweizerischen Nationalmuseums 2021
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Rund 800’000 Schweizer:innen leben im Ausland. Wie möglichst viele von ihnen zum Abstimmen und Wählen motivieren?
Neue Köpfe wie Michelle Hufschmid, die in Grossbritannien studierte und weiter dort lebt, bringen frischen Wind in die Community der Auslandschweizer:innen.
Am Auslandschweizer:innenrat von letztem Wochenende in Bern diskutierten 60 Vertreter:innen vor Ort sowie 40 zugeschaltete Mitglieder darüber, wie die Schweizer Diaspora politisch aktiviert werden könnte.
Aktuell ist nur ein Viertel der Auslandschweizer:innen im Stimmregister eingetragen. Und davon nimmt wiederum nur ein Viertel aktiv an Abstimmungen und Wahlen teil, also nur gut 30’000.
Hufschmids Vorschlag: Schweizer Studierende könnten über «Swiss Clubs» informiert werden, die es an vielen ausländischen Unis gebe. Oder die Unis in der Schweiz könnten Studierende, die im Ausland studierten, über die Möglichkeiten zur politischen Teilnahme informieren.
- Weckruf für Schweizer Wähler:innen im Ausland – Bericht von SWI swissinfo.ch zum Anlass in Bern.
- Bundesrat verabschiedet Bericht zur Ausübung des Stimmrechts aus dem AuslandExterner Link – Medienmitteilung der Schweizer Regierung vom 17. März 2023.
- Die Macht der Auslandschweizer:innen im Wahljahr 2023 – unser Beitrag von Mitte Januar 2023.
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